13.12.2011, 14:08 Uhr | dpa-tmn
(Quelle: Thinkstock by Getty-Images)
Schwankend, wankend und ungelenk - Nicht jede Frau ist in High Heels eine Diva. Ein falscher Schuh wirkt manchmal sogar plump und ungelenk. Wenn der Gang über den Bürgersteig zum Balanceakt wird, und die Fersen aus den Pumps rutschen, ist womöglich eine falsche Kaufentscheidung schuld: Wir verraten, welcher Schuh zu welcher Frau passt und worauf beim Kauf von High Heels zu achten sollten.
Die gute Nachricht: "Grundsätzlich sind hohe Schuhe für jede Frau geeignet. Selbst Frauen über 1,80 Meter können darin toll aussehen, sagt die Modeberaterin Anna Bingemer-Lehr. "Ausschlaggebend ist, wie selbstbewusst ich sie trage und wie sehr ich gesehen werden will." Nur bei einer Schuhgröße ab 40 sind dezente und unauffällige Modelle vorteilhafter.
Allerdings passt nicht jeder Absatz zu jeder Frau. Eher kräftig gebaute Damen greifen besser nicht zu sehr zierlichen Stilettos: "Das ist unvorteilhaft. Besser ist ein blockartiger Absatz", erläutert die Modeberaterin. Sehr kleinen und zarten Frauen rät sie zu höheren Schuhen: "Die können generell mit einem Absatz etwas reißen. Die Beine wirken automatisch länger." Wer sich nicht sicher ist, ob er bei der Schuhwahl die richtige Absatzhöhe erwischt hat, macht den Spiegeltest: "Laufen Sie einfach mal zehn Schritte auf einen körpergroßen Spiegel zu", rät Bingemer-Lehr. So fällt der Betrachterin schnell auf, ob ihre Haltung in Higheels sexy oder schwankend ist. Wer sich auf hohen Absätzen seitlich zum Spiegel dreht, sollte auf keinen Fall mit dem Körper leicht nach vorne kippen. Auch der Wadenmuskel gibt einen Hinweis darauf, ob es der "richtige Schuh" ist: "Wenn der so herausspringt und sich sehr kantig abzeichnet, sollten Sie vielleicht ein paar Zentimeter weniger nehmen", erklärt Bingemer-Lehr.
Auch für Schwangere gebe es kein High Heel-Verbot, sagt Monika Richter vom Prüf- und Forschungsinstitut (PFI) in Pirmasens. Das Körpergewicht sei nicht unbedingt ausschlaggebend bei der Entscheidung für oder gegen Absatzschuhe. Wichtiger sei es, dass der Schuh einen sicheren Stand bietet. Richter rät, den Schuh erst einmal anzuschauen, ohne gleich hineinzuschlüpfen. "Steht der Schuh überhaupt stabil? Einige Schuhe fallen ja einfach um." Das Modell sollte auf der gesamten Absatzfläche stehen und nicht nur auf einer Kante. Das Gleiche gilt für den Ballenbereich. Herrscht nur an einem Punkt Bodenkontakt, droht Wackelgefahr. "Der Schuh darf keine glatte Rutschbahn sein, bei der der Fuß zu sehr in die Spitze rutscht", warnt Richter. Das hänge nicht ausschließlich mit der Absatzhöhe zusammen, sondern auch mit dem Fußbett und der Passform. "Wenn ich hinten einen Finger reinstecken kann, darf ich nicht einfach eine Nummer kleiner nehmen." Dann muss ein ganz anderes Paar her.
An der Frage nach der richtigen Absatzhöhe scheiden sich die Geister: Denn richtig ist relativ. Für Frauen mit sehr kleinen Füßen kann bei einem sehr hohen Absatz der Winkel so steil sein, dass der Ballen nicht mehr waagerecht steht, sagt Angela Moewes vom Berufsverband der Fachärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie. "Füße mit einer 43 können Sie schon eher auf einen Zehn-Zentimeter-Absatz stellen." Außerdem ist ein hoher Absatz Gewöhnungssache. "Deshalb dürfen Frauen beim Kauf nicht spontan ihre übliche Absatzhöhe um drei oder vier Zentimeter überschreiten", warnt die Orthopädin. Wer sich steigern will, sollte lieber mit ein oder zwei zusätzlichen Zentimetern anfangen. In der Regel gilt, je höher der Schuh, umso wichtiger ist die richtige Passform.
Die gesundheitlichen Folgen von zu hohen Absätzen klingen gruselig: Häufig führten sie etwa zu Fußdeformationen wie Krallen- oder Hammerzehen, einer Ballenbildung an der großen Zehe oder dazu, dass sich der kleine Zeh dauerhaft über seinen Nachbarn lagert, sagt Moewes. "Die Sehnen im Vorfußbereich verkürzen sich." Die Dauerbelastung kann sogar Ermüdungsbrüche der Mittelfußknochen nach sich ziehen. Trotz des Trendes der immer höher werdenden Absätze, gibt es Grenzen. Das haben inzwischen auch einige Designer eingesehen. Sie sind bei besonders hohen Fersen dazu übergegangen, unter den Vorfuß ein Plateau zu setzen. Das mindert den Höhenunterschied zwischen Ballen und Ferse - der Schuh wird bequemer. "Damit man das auf den ersten Blick aber nicht sieht, wird das Leder über die Kappe ganz bis zur Sohle gezogen", sagt Modeberaterin Bingemer-Lehr.
13.12.2011, 14:08 Uhr | dpa-tmn
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