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Eifersucht: Wenn der Computer zum Beziehungskiller wird

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Eifersucht  

Wenn der Computer zum Beziehungskiller wird

05.10.2009, 12:28 Uhr | ag

Virtuelle Eifersucht: Der Computer wird für viele Paare zum Zankapfel. (Foto: Archiv)Der Computer wird für viele Paare zum Zankapfel. (Foto: Archiv)Online-Spiele, Foren, Chats und soziale Netzwerke - die zunehmende Kommunikation und Freundschaftspflege übers Internet schafft nicht nur neue Verbindungen, sondern kann auch Beziehungen in die Brüche gehe lassen. Wenn der andere immer mehr Zeit vor dem Computer verbringt, bildet sich Zündstoff. Psychologen an der Universität Ontario in Kanada haben erforscht, wie sich soziale Netzwerke auf die Partnerschaft auswirken. Das Ergebnis: Virtuelle Eifersucht nimmt zu.

Facebook & Co. fördern die Eifersucht

Die Wissenschaftler Amy Muise, Emily Christofides und Serge Desmarais sehen in klassischen Social Communities wie Facebook ein hohes Konfliktpotential für Paare. Denn solche Plattformen enthalten sehr viele persönliche Informationen über den Partner, die Neid und Unsicherheit fördern können. Außerdem verleiten sie dazu, auszuspionieren, mit wem, wie oft und worüber der Partner sich gerade unterhält. Dabei wird viel zwischen den Zeilen gelesen. Bemerkenswert ist, dass über 60 Prozent der 308 Studienteilnehmer bereit waren, Ex-Partner im im Netzwerk als Freunde zu verlinken. 78,9 Prozent berichteten wiederum, dass ihre Partner dort die Verflossenen als Freunde aufgenommen hatten.

Profile nach Spuren der Untreue durchforsten

Diese Transparenz führt dazu, dass immer mehr Menschen das virtuelle Profil ihres Partners regelmäßig nach Spuren von Untreue zu durchforsten. Allerdings schürt diese emotionale Schnitzeljagd neue Zweifel. Schnell gerät dabei das Fundament der Beziehung ins Wanken. Das Wissen, vom Partner kontrolliert zu werden, führt wiederum dazu, dass man bewusst mit dessen Eifersucht spielt. Das funktioniert zum Beispiel mit zweideutigen Kommentaren an öffentlich zugänglichen Pinwänden oder Komplimenten an besonders attraktive Chatfreunde.

Ehrlichkeit vermittelt Sicherheit

Geöffnete E-Mails oder regelmäßige Kontrollblicke auf das Online-Profil des Partners vergiften die Liebe mehr als dass sie ihr nutzen. Besonders wenn das Spionieren zur Routine wird. "Vertrauen ist mindestens genauso wichtig wie Treue", betont Dr. Annette Schmitt, Diplom-Psychologin an der Universität Oldenburg. Das gilt auch, wenn manche Menschen meinen, gute Gründe für ihre Eifersucht zu haben - wenn sie zum Beispiel in einer früheren Beziehung betrogen wurden und ihr chronisches Misstrauen auf die neue Liebe übertragen. Schmitt kennt Fälle, in denen Betroffene ihren Partner vorsichtshalber anlogen, weil sie sein Misstrauen kannten und Eifersuchtsszenen vermeiden wollten. Besser sei es, offen mit dem eifersüchtigen Partner zu reden, Freiheiten einzufordern und ihm durch Ehrlichkeit zugleich das Gefühl von Sicherheit zu vermitteln.

Regeln festlegen und Grenzen setzen

Wenn es in einer Beziehung häufig Streit wegen virtueller Eifersucht gibt, kann das an unterschiedlichen Auffassungen über Treue liegen. Zwar sind sich die meisten Paare darüber einig, dass Monogamie prinzipiell zur Liebe gehört. Doch selten sind sie einig darüber, wo die Grenzen liegen. Ob es in Ordnung ist, wenn einer der Partner eine Chat-Freundschaft zum anderen Geschlecht pflegt oder in Social Communities flirtet, ist durch keine Norm festgelegt. In jeder Beziehung müssen beide Partner gemeinsam die Regeln definieren und deutlich machen, wo ihre persönliche Schmerzgrenze liegt. Wenn es um Eifersucht geht, ist es wichtig zu wissen, was für den anderen tolerierbar ist. Manche Paare bestehen auf absoluter Treue, andere einigen sich auf eine offene Beziehung. Wenn beide einverstanden sind, kann jede Form funktionieren - aber eben nur dann.


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