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Prostitution: Fremdgehen im Bordell

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Prostitution  

Was treibt Männer ins Bordell?

21.04.2010, 13:14 Uhr | ag

Prostitution: Fremdgehen im Bordell. Männer und Bordellbesuche: Täglich gehen eine Million aller deutschen Männer ins Bordell. (Foto: imago)

Männer und Bordellbesuche: Täglich gehen rund eine Million aller deutschen Männer ins Bordell. (Foto: imago)

Für die einen ist Prostitution ein schmutziges Geschäft, für andere völlig normal. Ein boomender Markt ist das horizontale Gewerbe in jedem Fall. Schätzungsweise 14,5 Milliarden Euro werden jährlich in deutschen Rotlichtvierteln umgesetzt. Laut einer Statistik, die auf der Konferenz "Menschenhandel und Prostitution" in Berlin veröffentlicht wurde, suchen rund eine Million Männer in Deutschland pro Tag eine Prostituierte auf. Viele der Freier sind verheiratet oder leben in einer festen Beziehung. Und riskieren diese, wenn sie erwischt werden. Doch warum übt die käufliche Liebe auf so viele Männer eine Faszination aus?

Wer Liebe kauft, will Macht

Für den Berliner Partnerschaftsberater und Buchautor Christian Thiel ("Suche einen für immer und ewig") ist Macht der Hauptgrund, warum es Männer zu Prostituierten zieht. Dass der Mann die Frau für ihren Liebesdienst bezahlt, gebe ihm das Gefühl, über sie zu bestimmen. "In einer festen Beziehung, in der es beim Sex um die Erfüllung gegenseitiger Bedürfnisse geht, ist das nicht möglich", erklärt Thiel. Hier müssen sich beide Partner mit den Wünschen des anderen auseinandersetzen. Die Prostituierte dagegen stellt keine Ansprüche. Sie leistet nur ihren Dienst.

Freier haben oft ein geringes Selbstwertgefühl

"Wer seine Sexualität auf diese Weise auslebt, hat in der Regel ein geringes Selbstwertgefühl und wenig soziale Fähigkeiten", weiß Thiel. Dass viele prominente Männer - darunter Tiger Woods, Franck Ribéry oder Michel Friedman - in Hurenskandale verwickelt waren, ist für den Experten nicht verwunderlich. "Diese Männer haben Geld und beruflich viel erreicht. Im Privaten jedoch fehlt ihnen etwas." Das wollen sie jedoch nicht wahrhaben. Statt die eigene Partnerschaft zu hinterfragen, suchen sie eine Prostituierte auf und lenken sich ab. Ihre finanziellen Möglichkeiten erleichtern es ihnen dabei, ihre Beziehungsunfähigkeit durch käufliche Liebe zu kompensieren.

Bordellbesucher kommen aus allen Schichten

Prostitution ist jedoch kein typisches Phänomen der Reichen und Prominenten. Männer, die Frauen für ihre Liebesdienste bezahlen, gibt es in allen Gesellschaftsschichten. Das belegt eine Untersuchung der Kulturwissenschaftlerin Sabine Grenz an der Humboldt-Universität in Berlin. Im Rahmen ihrer Studie interviewte sie eine Reihe von Freiern - darunter Börsenmakler, Lkw-Fahrer, Lehrer und Rechtsanwälte und veröffentlichte die Ergebnisse in ihrem Buch "(Un-)heimliche Lust. Über den Konsum sexueller Dienstleistungen." Trotz ihrer sozialer Unterschiede lassen sich die Freier in bestimmte Gruppen unterteilen. Zum einen sind es Singles, die auf Sex nicht verzichten möchten und keine feste Bindung wollen. Zum anderen sind es fest liierte Männer, die in ihrer Beziehung etwas vermissen und es sich anderweitig beschaffen wollen.

Prostitution und der Reiz des Verbotenen

Ein weiterer Grund für den Bordellbesuch ist der Reiz des Verbotenen. Dabei wirkt die Vorstellung, mit einer wildfremden Person Sex zu haben, erregend. "Vielen Männern geht es um ihre Identität als heterosexueller Mann", sagt Grenz. Der Sex-Käufer wolle nicht nur wegen seines Geldes gemocht werden, sondern auch wegen anderer Qualitäten. Häufig suche er einfach nur Nähe und Verständnis. Nach Ansicht des Bremer Soziologen Udo Gerheim, der eine von der Rosa-Luxemburg-Stiftung geförderte Studie durchführte, gibt es sogar romantische Freier, die sich der Illusion hingeben, eine echte und auf Vertrauen gegründete Beziehung zu einer Prostituierten zu unterhalten.

Lässt sich die Beziehung noch retten?

Eines steht fest: Ein Bordellbesuch lässt sich leichter verheimlichen als eine Affäre. Fliegt der Fehltritt dennoch auf, bedeutet das oft das Ende der Beziehung. Ob und wie es weitergeht, hängt zunächst von der Reaktion der betrogenen Frau ab. Manche können den Betrug mit einer Prostituierten leichter verzeihen als eine Affäre, bei der tiefere Gefühle im Spiel waren. Andere dagegen empfinden es moralisch als besonders verwerflich, dass sich ihr Partner Sex für Geld gekauft hat. Entscheidet sich das Paar, die Krise gemeinsam zu meistern, müssen bestimmte Voraussetzungen gegeben sein. "Die wichtigste ist dabei die Einsicht von Seiten des Mannes", erklärt Christian Thiel. Er müsse bereit dazu sein, sich offen allen Problemen in seiner Beziehung zu stellen - zum Beispiel im Rahmen einer Therapie. Den betrogenen Frauen rät er, nicht zu schnell zu verzeihen. Wenn der Partner eine Außenbeziehung sucht, liegen nämlich häufig Kommunikationsprobleme zugrunde, die gemeinsam gelöst werden müssen.

Langzeitbeziehungen haben bessere Chancen

Ob das Paar es schafft, hat laut Thiel auch sehr viel mit der Länge der Beziehung zu tun. Seiner Erfahrung nach haben kurze Partnerschaften von weniger als vier Jahren weniger Chancen, das verloren gegangene Vertrauen wieder herzustellen. Lebt das Paar dagegen schon länger als zehn Jahre zusammen und hat gemeinsame Kinder, stehen die Chancen auf einen Neuanfang weitaus besser.

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