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Expertenchat: Unterhalt und Sorgerecht nach der Scheidung

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Scheidung  

Experten-Rat zu Unterhalt und Sorgerecht nach der Scheidung

21.09.2010, 13:23 Uhr | ElitePartner.de / Johanna Schmerder

Expertenchat: Unterhalt und Sorgerecht nach der Scheidung. Scheidungen werden schmutzig, wenn um Geld und Kinder gekämpft wird. (Foto: Archiv)

Scheidungen werden schmutzig, wenn um Geld und Kinder gekämpft wird. (Foto: Archiv)

Wenn ein Paar sich trennt, ist das für beide schmerzhaft. Aber so richtig schlimm wird eine Scheidung, wenn gemeinsame Kinder da sind und Fragen rund um Sorgerecht und Unterhalt geklärt werden müssen. Bei wem bleiben die Kinder, wer entscheidet über sie, wer muss wem wie viel Geld zahlen? Über solche Fragen wird oft erbittert vor Gericht gestritten. Im Expertenchat von ElitePartner hat beantwortete die auf Familienrecht spezialisierte Anwältin Susanne Pfuhlmann-Riggert häufige Fragen. Sie können Fragen und Antworten lesen, wenn Sie dem Link folgen:

Eckpunkte der Kindschaftsrechtsreform

Wenn sich Eltern trennen, entstehen emotionale und oftmals heftige Streitigkeiten vor den Familiengerichten. Durch die große Kindschaftsrechtsreform von 1998 ist einerseits die gerichtliche Entscheidung in einem Ehescheidungsverfahren über die elterliche Sorge entfallen. Andererseits hat die Reform auch die gemeinsame elterliche Sorge von unverheirateten Eltern sowie das Verbot entwürdigender Erziehungsmaßnahmen eingeführt. Grundsatz ist: Jede familiengerichtliche Entscheidung soll ausschließlich im Interesse des Kindes getroffen werden.

Die Bedürfnisse des Kindes sind in den Mittelpunkt gerückt

Das Kind ist vom Objekt familiengerichtlicher Verhandlungen zunehmend zum Subjekt mit eigenen Rechten geworden. Die Neuerungen des Kindesschutzes und die Änderungen des Verfahrensrechts haben einerseits die Möglichkeiten zum Schutz des Kindes einerseits ausgebaut. Andererseits haben sie die Verantwortung der Eltern für Sorge- und Umgangsmodelle gestärkt. Dort wird der Erziehungsauftrag an die Eltern definiert. Demnach sind die Pflege und Erziehung des Kindes einerseits das natürliche Recht der Eltern, andererseits ist es auch deren Pflicht, ihrem Erziehungsauftrag nachzukommen.

Wann ein gemeinsames Sorgerecht gilt

Ein gemeinsames Sorgerecht haben die Eltern, wenn das Kind in der Ehe geboren wird oder wenn die Eltern nach der Geburt heiraten. Falls sie nicht verheiratet sind, gilt es, wenn beide Elternteile erklärt haben, die Sorge für das Kind gemeinsam zu übernehmen. Die Erklärung kann auch schon vor der Geburt des Kindes abgegeben werden. Wenn die genannten Voraussetzungen nicht vorliegen, hat die Mutter das alleinige Sorgerecht. Eine Alleinsorge des Vaters gibt es nicht. Durch diese Regelung wird die rechtliche Stellung der Mutter gestärkt. Sie kann nicht ohne ihre Zustimmung gezwungen werden, mit dem nichtehelichen Vater ein gemeinsames Sorgerecht auszuüben.

Wie das Sorgerecht nach einer Trennung geregelt ist

Das gemeinsame Sorgerecht kann verändert werden, wenn ein Elternteil ausfällt oder die Eltern sich trennen. Bei einer Trennung bleibt es zunächst bei der gemeinsamen elterlichen Sorge. Sie ist so geregelt, dass die Eltern in allen wichtigen Angelegenheiten für das Kind befugt und verpflichtet sind, gemeinsam zu entscheiden. Das setzt voraus, dass die getrennt lebenden Eltern sowohl fähig als auch bereit sind, miteinander zu kooperieren.

Entscheidend ist das Wohl des Kindes

Muss ein Gericht über das Sorgerecht entscheiden, geschieht das anhand einer so genannten großen Kindeswohlprüfung. Die Voraussetzungen für die Übertragung der elterlichen Sorge liegen dann vor, wenn das Gericht der Auffassung ist, dass die Aufhebung der gemeinsamen Sorge für die gemeinsamen Kinder die bessere Alternative ist. Dabei wird begutachtet, welcher der beiden Elternteile für die Persönlichkeitsentwicklung des Kindes am meisten tun kann. Zudem soll die die Trennung der Eltern die Entwicklung des Kindes möglichst wenig beeinträchtigen. Im Idealfall sollen die Kinder in ihrem alltäglichen, gewohnten Umfeld bleiben. Sowohl die räumliche, als auch die persönliche Kontinuität gilt als wichtig für eine normale Entwicklung des Gefühls- und Affektlebens der Kinder. Außerdem ist auch der Wille des Kindes zu berücksichtigen, allerdings ist seine Bedeutung vom Alter des Kindes abhängig.

Was für den Umgang mit beiden Elternteilen gilt

Zum Wohl des Kindes gehört schließlich auch der Umgang mit beiden Elternteilen. Das Gleiche gilt für den Umgang mit anderen Menschen, zu denen das Kind Bindungen hat - vorausgesetzt, dass diese für die Entwicklung des Kindes förderlich sind. Es besteht allerdings kein Umgangsrecht für nichteheliche Lebensgefährten.

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