12.10.2012, 17:18 Uhr | dpa/t-online, dpa
Vor dem Traualtar versprechen sie sich die ewige Liebe. Doch die Realität sieht anders aus, denn viele Paare beenden ihre Ehe bereits nach wenigen Jahren: Laut der aktuellsten Zahlen des Statistischen Bundesamtes scheitern Ehen nach durchschnittlich vierzehn Jahren und vier Monaten. Das Erstaunliche: Die Initiative geht dabei in der Regel von den Frauen aus. Lesen Sie hier neun Fakten zur Scheidung.
In Deutschland geht jede dritte Ehe in die Brüche: 2009 wurden insgesamt 185.800 Ehen geschieden. Mehr als die Hälfte der Scheidungen reichte die Ehefrau ein, und zwar mit durchschnittlich 42 Jahren. Für die meisten Männer endete die Ehe mit 45 Jahren. Damit stieg das Scheidungsalter an. Zum Vergleich: 1990 waren beide Partner bei der Scheidung noch sechs Jahre jünger. Außerdem gibt es immer weniger Verheiratete, da sich nicht mehr so viele Paare wie früher das Ja-Wort geben.
Die Zahlen des Statistischen Bundesamtes zeigen aber auch Positives: Ehen in Deutschland gehen immer später in die Brüche: Die meisten Scheidungen gibt es nicht im sprichwörtlich "verflixten siebten Jahr", sondern erst nach 14 Jahren und vier Monaten. Das ist ein Rekordwert seit Beginn der gesamtdeutschen Statistik 1990. Damals blieben die Paare im Schnitt nur elfeinhalb Jahre zusammen. Zudem geht die Zahl der Scheidungen insgesamt leicht zurück. (Scheidungskosten: Womit Sie rechnen müssen)
Zum Scheitern verurteilt sind unter anderem Ehen, in denen die Partner viel streiten. Den meisten Zoff gibt es bei finanziellen Angelegenheiten, so das Ergebnis einer US-Studie. Demnach trieben allein die Auseinandersetzungen ums Geld die Trennungsquote in die Höhe. Häufige Streitereien um die Finanzen und das Gefühl, dass die Ausgaben unfair verteilt sind, ließen die Wahrscheinlichkeit einer Trennung um 70 Prozent steigen. Doch auch Differenzen über die Verteilung der Hausarbeit, Sex und die gemeinsam verbrachte Zeit stürzen eine Beziehung oft in die Krise.
Aber: Wie oft sich ein Paar streitet, ist nicht unbedingt ein Indikator für die Qualität der Beziehung. Wohl aber, wie es sich streitet. So können Paare, die nie streiten, in Wirklichkeit in einer gleichgültigen Beziehung leben, während heißblütige Streithähne immer noch Schmetterlinge im Bauch haben. "Wenn wir das richtige Streiten nicht gelernt haben, ist Streit gefährlich und gerät schnell außer Kontrolle", warnt der Hamburger Paartherapeut Michael Cöllen. Regel Nummer eins: "Blickkontakt halten und nicht etwa aus dem Zimmer gehen, um dem Konflikt auszuweichen". Auseinandersetzungen im Auto oder am Telefon sind also tabu. Außerdem sollte man sich stets nur über ein einziges Thema streiten und nicht gleich "das große Fass" aufmachen.
12.10.2012, 17:18 Uhr | dpa/t-online, dpa
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