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Ehe: Semi-Happiness-Ehe erkennen

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Ehe  

Semiglückliche Beziehungen: Trennung ist nicht immer die Lösung

04.01.2012, 11:50 Uhr | dpa-tmn, dpa-tmn

Ehe: Semi-Happiness-Ehe erkennen. Eine offene Ehe als letzter Schritt zum Glücklichsein? (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Eine offene Ehe als letzter Schritt zum Glücklichsein? (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

In mancher Beziehung wird viel gestritten und in mancher harmonisch zusammengelebt. Doch was ist passiert, wenn die Ehe weder glücklich noch unglücklich ist, sondern sich irgendwo dazwischen eingependelt hat? Wir verraten, wie die Beziehung trotzdem gelingen kann.

Schwebezustand Semi-Happiness-Ehe

Es gibt verschiedene Entwürfe von Ehen. Da sind solche, die von Harmonie, Respekt und Zuneigung dominiert werden und unglückliche, in denen Streit und negative Emotionen vorherrschen. Und es gibt einige, die irgendwo dazwischen schweben, sogenannte Semi-Happiness-Ehen. "Darunter versteht man Ehen, die weder unglücklich noch richtig glücklich sind", erklärt Friedhelm Schwiderski vom Arbeitskreises Paar- und Psychotherapie. Dieser Status Quo sei ein chronischer emotionaler Zwiespalt und stelle sich meist bei länger andauernden Beziehungen ein.

Gutes Team, aber nicht glücklich

Die betreffenden Partnerschaften funktionieren zwar sehr gut, sind aber nicht - oder nicht mehr - erfüllt. "In vielen Fällen ist es so, dass die Partner ein eingespieltes Team sind und sich wohl miteinander fühlen", schildert der Paartherapeut. Allerdings hat das Persönliche kaum Raum, man spricht nicht über sich selbst und lässt den anderen nicht allzu nah an sich heran. Zärtlichkeit und Sexualität sind ins Abseits geraten oder waren es vielleicht bereits von vornherein. "Das ist kein Problem, solange keiner von beiden etwas vermisst. Oft ist da aber ein Ungleichgewicht, sprich einer wünscht sich mehr Nähe", erklärt Schwiderski.

Enttäuschte Erwartungen in der Ehe 

Neben dem Ausbleiben von Schmetterlingsgefühlen und Leidenschaft sind oft enttäuschte Erwartungen Auslöser für das Gefühl der Semi-Happiness. "Viele erhoffen sich aus der ersten Verliebtheit heraus viel zu viel", sagt Peter Groß vom Bundesverband deutscher Psychologinnen und Psychologen. Sie erwarten, für immer auf Händen getragen zu werden, sind der Überzeugung, mit ihrem Gegenüber in allem auf einer Wellenlänge zu sein. "Erwartungen wie diese sind utopisch. Schließlich treffen zwei Individuen aufeinander. Die können komplett unterschiedlich sein."

Wann ein Schlussstrich sinnvoll ist 

Groß rät, die Unterschiede herauszuarbeiten: "Man sollte darüber nachdenken, was einem in einer Beziehung wirklich wichtig ist. Was ist für mich völlig unverzichtbar, was ist verhandelbar und was ist ein absolutes No-Go". Ergebe der Vergleich der eigenen Vorstellungen zu gravierende Unterschiede zu denen der anderen Person - etwa, weil für sie Treue ein Muss ist und er gerne mehrgleisig fährt -, ist es manchmal das Beste, einen Schlussstrich zu ziehen. Überstürzt handeln sollte man aber nicht. Auch die Gemeinsamkeiten sollten mit in die Waagschale geworfen werden. Und eines sollte bewusst sein: Jede Ehe hat ihre Höhen und Tiefen, ihre Streitpunkte und Unvereinbarkeiten.

Dauerhaftes Glück ist unrealistisch 

"Man sollte sich vor Augen führen, dass dauerhaftes Glück auf ganzer Linie unrealistisch ist. Unsere Partnerschaften sind wie unser Leben als Ganzes: eine ewige Baustelle", erklärt Dariush Barsfeld, Paartherapeut in Darmstadt. Die perfekte Beziehung gebe es nicht, vielmehr seien alle auf ihre Weise nur semi-happy. Wichtig ist, die eigenen Ansprüche kritisch zu hinterfragen und mit dem Partner zu kommunizieren. Und Beate Landgraf vom Verband Freier Psychologen und Heilpraktiker für Psychotherapie rät: "Man sollte formulieren, was man sich wünscht und was einen stört - am besten, sobald die ersten Konfliktpunkte auftauchen. Stillschweigend darauf hoffen, dass der Partner der Wunschvorstellung von alleine gerecht wird, bringt nichts."

Gegen die Alltagsroutine angehen

Hat die Alltagsroutine die Leidenschaft abflauen lassen, müssen Paare überlegen, wie sie wieder angekurbelt werden kann. Das können gemeinsame Auszeiten sein, im Zweifelsfall aber auch eine Öffnung der Partnerschaft, sprich Sex mit jemand anderem. "Ein solches Arrangement kann aber nur klappen, wenn ganz klar definiert ist, was geht und was nicht geht", erklärt Barsfeld. Eine geregelte offene Ehe also, in der Treue verbindlich neu definiert wird.

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