17.06.2013, 11:10 Uhr | hut
Zu einer glücklichen Beziehung gehören auch klare Liebesbekenntnisse dazu. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)
Bei vielen Männer dezimiert sich der Freundeskreis im Laufe der Zeit - und zwar auf genau eine Person: die Ehefrau. Für die Liebe kann eine solche Situation zur Belastungsprobe werden. Wir haben mit dem Beziehungscoach Christian Thiel über Einzelgängertypen, Rollenbilder und die Bedeutung von Freundschaften für die Liebe gesprochen.
Ein Leben ohne Freunde ist für viele Frauen unvorstellbar. Anders jedoch beim männlichen Geschlecht: "Untersuchungen zeigen, dass zwei Drittel der deutschen Männer keinen echten Freund haben", sagt Thiel. "Gemeint ist damit eine Person, mit der man auch intime Details teilt“. Überraschend findet der Beziehungscoach das nicht. Das Emotionale und Soziale liege den Männern weniger. Das sei ein grundsätzliches gesellschaftliches Problem und nicht zuletzt durch veraltete Rollenbilder anerzogen. "Denn in der Regel ist in der Familie die Mutter für das Emotionale und Soziale zuständig, der Vater eher für das Geschäftliche. Das prägt auch die Kinder", so der Experte.
Für die Partnerin bedeutet das, dass es vorwiegend an ihr liegt, soziale Kontakte zu knüpfen. Sie ist verantwortlich für seine Bekanntschaften und damit oft auch für die gemeinsame Freizeitgestaltung, die über ein Leben zu zweit hinausgeht. Vor allem Männer, die keine Hobbies haben, bei denen sie Bekanntschaften knüpfen könnten, sind in der Hinsicht stark von ihrer Frau abhängig: "Deshalb fallen Männer nach einer Trennung auch oft so tief", erklärt Thiel.
Dass das Knüpfen enger Freundschaften vielen Männern so schwer fällt, hängt Thiel zufolge auch mit dem typischen Rollenbild des starken Mannes zusammen. "Unter Männern spricht man nicht über Emotionales“, heißt es. Deshalb sind es dem Experten zufolge auch nicht die schüchternen Männer, die keine Freunde haben. Denn diese seien häufig gefühlvoller und auch eher in der Lage, ihre Emotionen gegenüber anderen zu äußern. "Es ist vielmehr der Männertyp, der am Ideal des starken Mannes festhält, der Probleme hat, sich zu öffnen und Freunde zu finden", erklärt Thiel. "Diese Männer können daher nur mit Frauen über sehr persönliche Dinge reden". Genauer gesagt, mit einer Frau - ihrer Frau.
"Das ist ein grundsätzliches Lebensmodell von Männern: Wenn es ihnen schlecht geht, reden sie mit niemandem außer ihrer Frau", erklärt Thiel. Das stellt jedoch eine große Belastung für die Partnerin dar - und letztlich auch für die Beziehung. Denn es bedeutet, dass der gesamte emotionale Ballast des Mannes auf ihr abgeladen wird. Das kann einerseits leicht in Beziehungskonflikte umschlagen, wenn die Frau stets den Frust des Mannes zu spüren bekommt oder sich über sein ständiges Gejammer ärgert. Andererseits übt es auch enormen Druck auf die Partnerin aus: "Die Frau weiß, dass es nur eine wichtige Bezugsperson für ihn gibt, und das ist sie", erläutert der Experte. So bekomme sie das Gefühl, allein für seine Zufriedenheit und sein Wohlbefinden zuständig zu sein.
"Für die meisten Frauen ist diese Bürde zu groß", meint Thiel. Das könne sogar so weit gehen, dass daran die Beziehung verbricht. In seiner Therapiesitzung habe der Beziehungscoach das schon öfter erlebt. "Mir haben viele Frauen gesagt, dass sie damit nicht zurechtkommen und nie wieder einen Mann wollen, der keine Freunde hat". Sie seien mit der Rolle als "Mädchen für alles" überfordert gewesen. Das Gefühl, der Mittelpunkt des Lebens des Mannes zu sein, habe sie nicht zuletzt auch eingeengt. "Jede Frau muss ihrem Mann ganz deutlich machen, wenn sie unter der Situation massiv leidet. Sie sollten hier klare Ansagen machen", rät der Bezeihungscoach.
"Frauen dürfen durchaus von ihren Männern erwarten, dass sie Freundschaften pflegen", meint Thiel. Wenn ein Mann hier keine Einsicht zeigt, könne auch ein Paartherapeut helfen. "In meiner Beratung ermuntere ich Männer immer dazu, mindestens eine weitere Bezugsperson zu haben". Allerdings neigten Männer dazu, diese in einer weiblichen Person zu finden. "Das tut der Beziehung natürlich auch nicht gut, wenn der Mann sich ständig mit einer anderen trifft". Grundsätzlich sei es wichtig, Männern beizubringen, sich zu öffnen und das Idealbild des starken, keine Gefühle zeigenden Mannes abzulegen. Eine gesellschaftliche Herausforderung. Doch echte Freundschaft braucht Gefühle, meint der Experte. Und eine Beziehung ihre Freiräume.
17.06.2013, 11:10 Uhr | hut
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