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"Make Love": Sex ist Kommunikation

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"Make Love"  

"Kommunikation bedeutet mehr Sex"

02.12.2013, 11:35 Uhr | stw

"Make Love": Sex ist Kommunikation . Make Love: Kommunikation bedeutet mehr Sex.  (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Ist die Kommunikation zwischen einem Paar gestört, funktioniert es auch häufig im Bett nicht mehr. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Sex beginnt mit Kommunikation - denn stehen ungeklärte Konflikte im Weg, lässt auch der Wunsch nach Sex in der Beziehung nach. Davon ist Ann-Marlene Henning überzeugt. In der fünften und letzten Folge der TV-Dokuserie "Make Love - Liebe kann man lernen"(MDR) ging die Sexologin der Frage nach, wie Sex und Kommunikation zusammenhängen.

Gestörte Kommunikation bedeutet Flaute im Bett

Wie wichtig eine funktionierende Kommunikation in einer Beziehung ist, haben auch Monika (67) und Axel (39) zu spüren bekommen. Seit zwölf Jahren sind die beiden ein Paar und seit zwei Jahren verheiratet. Der Altersunterschied war für beide nie ein Thema. Seit einiger Zeit läuft es zwischen ihnen jedoch alles andere als rosig. Beide streiten fast täglich, was dazu führt, dass Monika immer seltener mit Axel intim werden möchte. Nach einem Streit kann und will sie keinen Sex mit ihrem Partner haben.

Ann-Marlene Henning findet dieses Verhalten nicht verwunderlich, denn für sie ist klar: Wenn die Kommunikation zwischen einem Paar gestört ist, funktioniert es auch oft im Bett nicht mehr.

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Alte Gesprächsmuster durchbrechen

Monika und Axel haben dieses Problem erkannt und möchten diese Situation mit der Hilfe der Sexologin unbedingt ändern. Im Einzelgespräch wird schnell deutlich, dass beide eigentlich gar nicht wissen, warum sie streiten und warum der andere wütend ist. In einem Punkt ist sich das Paar jedoch einig: Würden sie weniger streiten, hätten sie auch mehr Sex.

Auch glückliche Paare streiten

Die Sexologin weiß: Nicht nur unglückliche Paare streiten. "Ob Konflikte die Liebe zerstören oder stärken, hängt immer davon ab, wie wir uns streiten“, sagt Ann-Marlene Henning. Die Expertin möchte Paaren wie Monika und Axel helfen, die alten Gesprächsmuster zu durchbrechen und so auch wieder ein glücklicheres Sexualleben zu führen. Mithilfe einer bestimmten Kommunikationstechnik soll das Paar lernen seine Gefühle auszusprechen, anstatt herunterzuschlucken.

Zuhören statt streiten

Anhand eines aktuellen Konflikts sollen die beiden über ihre Probleme und über den Auslöser ihres Streits reden. Ein Stein mit einem Smiley fungiert dabei als Symbol und bedeutet: Jetzt wird geredet. Wer ihn in der Hand hält, ist an der Reihe. Die wichtigste Regel bei dieser Technik lautet: "Zuhören, Zusammenfassen, Wiederholen und dann erst reden", so Henning. Nur so können ungünstige Streitmuster verändert werden.

"Durch das wiederholte Anwenden dieser Gesprächstechnik werden in der Großhirnrinde neue Synapsen angelegt. Umso öfter geübt wird, desto mehr festigt sich das neuronale Netzwerk", erklärt die Sexologin. Lassen sich Paare darauf ein, werden sie am Ende mit einer neuen und konstruktiven Streittechnik belohnt, fügt sie hinzu.

Das Sexleben profitiert von dieser Technik

Die Kommunikationstechnik scheint Erfolg zu haben. Eine Woche nach dem Treffen fragt die Sexologin beim Paar nach und bekommt zu hören, wie gut es zwischen den beiden läuft. Den Smiley hätten sie nicht gebraucht. Stattdessen hätten sie mehr miteinander geredet und gelernt anders zuzuhören. Beide sind sich einig: Ihr Sexleben hat davon profitiert.

Streit ist der häufigste Trennungsgrund

Monika und Axel sind nicht allein mit ihrem Problem. Laut Henning nennen 42 Prozent von 1.000 Befragten Streit als einen der häufigsten Trennungsgründe. Eine Studie der Universität Göttingen zeigt, dass Kommunikationsdefizite zu den häufigsten Problemen in einer Partnerschaft gehören und das nur die wenigsten über ihre Probleme reden.

Der amerikanische Eheforscher John Gottman sieht vier Faktoren, die eine Beziehung bedrohen: Kritik, Verachtung, Defensivität und Abblocken. Ihm zufolge sind sie die vier apokalyptischen Reiter auf dem Weg zur Trennung. Für eine stabile Beziehung sollte das Verhältnis von positiven zu negativen Verhalten 5:1 betragen. Das bedeutet: Eine negative Situation wird durch fünf positive kompensiert. Denn Konflikte, Spannungen und störende Gewohnheiten spielen nach Gottman eine wichtige Rolle bei der Entstehung von sexuellen Problemen.

Aber was macht gute sexuelle Kommunikation aus?

"Es geht nicht um das einfache Zusammenbringen der Geschlechtsorgane, sondern um Gesamtkörperkommunikation. Wenn echter Kontakt entsteht, werden zusätzliche Glücks- und Bindungshormone ausgeschüttet und Stress wird gedämpft. Dann sagt man sich als Paar auch am nächsten Tag liebevoller 'Guten Morgen'”, erklärt die Sexologin.

Am 04. Dezember wird die fünfte Folge von "Make Love" noch einmal vom SWR ausgestrahlt. Die Sendezeit ist 22:00 Uhr.

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