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Hunger lässt Paare aggressiv werden

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Streit vorprogrammiert  

Hunger lässt Paare aggressiver werden

15.04.2014, 16:56 Uhr | dpa

Hunger lässt Paare aggressiv werden. Hunger lässt Paare aggressiver werden (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Wer hungrig in einen Streit geht, wird eher aggressiv. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Wer ohne besonderen Anlass unausstehlich ist, hat manchmal einfach nur Hunger. Stehen schwierige Diskussionen und Auseinandersetzungen mit dem Partner an, sollten beide deshalb gut gesättigt sein. Einer US-Studie zufolge steigen die Aggressionen zwischen den Partnern, wenn ihr Blutzuckerspiegel sinkt. Streit, Konflikte und vielleicht sogar häusliche Gewalt seien womöglich zum Teil Folge von Hunger. Das schreiben die Wissenschaftler in den "Proceedings" der US-Nationalen Akademie der Wissenschaften.

Die Forscher um Brad Bushman von der Ohio State University in Columbus hatten die Stärke der Aggressionen zwischen den Partnern mit Hilfe von Voodoo-Puppen ermittelt. Jeder Partner erhielt eine Puppe, mit dem Hinweis, dass diese seinen Partner symbolisieren würde. Dazu bekamen sie 51 Nadeln. Insgesamt drei Wochen lang sollten die Teilnehmer nun Abend für Abend, unbeobachtet vom jeweiligen Partner, Nadeln in die Puppe bohren. Und zwar umso mehr, je ärgerlich sie auf ihren Partner waren.

Eine Voodoo-Puppe symbolisierte den Partner

Die Forscher hatten 107 verheiratete Paare zur Teilnahme an der Studie bewegt. Jeder Teilnehmer musste morgens vor dem Frühstück und abends vor dem Zubettgehen seinen Blutzuckerspiegel messen. Die Ergebnisse waren eindeutig: Je geringer der abendliche Blutzuckerspiegel der Probanden, desto mehr Nadeln rammten sie in ihren Puppen-Partner.

Nach den drei Wochen sollten die Paare im Labor in einem abschließenden Spiel gegen ihren Partner antreten: Die Forscher sagten ihnen, es ginge darum, wer als erster eine Taste drückt, wenn ein rotes Quadrat auf einem Bildschirm erscheint. Der Gewinner entscheide nach jeder Runde, wie lange und wie laut dem Verlierer ein Gemisch lauter und unangenehmer Geräusche auf einen Kopfhörer vorgespielt werde. Dazu gehörten etwa das Kratzen von Fingernägeln auf einer Tafel, das Heulen von Sirenen oder Zahnarzt-Bohrgeräusche.

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Ein niedriger Blutzuckerspiegel vermindert die Selbstkontrolle

In Wirklichkeit spielten die Partner, die in getrennten Räumen saßen, allerdings gegen einen Computer, der sie in knapp der Hälfte der Fälle gewinnen ließ. Auch hier zeigte sich ein eindeutiger Zusammenhang zwischen dem durchschnittlichen Zuckerspiegel am Abend und aggressivem Verhalten: Je niedriger der Blutzucker, je länger und lauter die Geräusch-Attacke auf den Partner.

Die Forscher erklären den Zusammenhang mit einer verminderten Selbstkontrolle durch einen sinkenden Blutzuckerspiegel. Glucose sei eine Art Treibstoff für das Gehirn und für die Selbstkontrolle erforderlich. Studien hätten gezeigt, dass mit einem niedrigen Glucose-Spiegel aggressive Impulse schlecht unterdrückt und Emotionen nur schwer gesteuert werden können.

Im Englischen gibt es sogar ein Wort für die unerfreuliche Mischung von Hunger und Ärger: "Hangry", eine Kombination aus hungry (hungrig) und angry (ärgerlich). Eine passende Beschreibung im Deutschen? Vielleicht "hungerlich".

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