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Wie viel Unterschied tut der Partnerschaft gut?

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Ungleiche Paare  

Wie viel Unterschied verträgt eine Beziehung?

21.01.2016, 07:03 Uhr | Andrea Goesch

Wie viel Unterschied tut der Partnerschaft gut?. Wenn Paare unterschiedlich alt sind und anders aussehen, ernten sie oft Blicke. Dahinter stecken oft Vorurteile, die nicht unbedingt etwas über die Beziehung aussagen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Wenn Paare unterschiedlich alt sind und anders aussehen, ernten sie oft Blicke. Dahinter stecken oft Vorurteile, die nicht unbedingt etwas über die Beziehung aussagen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Was findet die  junge Frau nur an dem Mittfünfziger mit Glatze? Warum sucht sich ein Typ in den besten Jahren eine Frau, die seine Mutter sein könnte? Und was treibt die Akademikerin in die Ehe mit einem Hilfsarbeiter? Wenn Paare sehr unterschiedlich sind, wird viel über sie geredet. Wir haben zwei Experten gefragt, ob ungleiche Paare tatsächlich schlechtere Chancen haben. 

Dass beide Partner unterschiedlich sind, ist grundsätzlich gar nicht schlimm. Denn bekanntlich ziehen sich Gegensätze an.

Allerdings kommt es darauf an, in welchen Punkten sie sich voneinander unterscheiden. So sind Äußerlichkeiten weniger relevant als Differenzen in puncto sozialer Stand, Bildung und Kultur. 

Unterschiede und gemeinsames: Die Mischung macht's

"Problematisch wird es vor allem, wenn der Lebensstil und die Bildung völlig konträr sind", sagt die Berliner Paarberaterin Silvia Fauck. In der akuten Verliebtheitsphase könne das noch funktionieren. Danach jedoch würden solch krasse Gegensätze schnell zu Stolpersteinen.

Dennoch ist es wichtig, dass der Partner in bestimmten Bereichen anders ist, sagt Beziehungscoach Eric Hegmann aus Hamburg. "Für die Paardynamik sollte es sowohl Bewährtes als auch Neues geben." Ideal sei eine "ausgewogene Mischung an Gemeinsamkeiten und Unterschieden". Wichtig jedoch sei, dass der Partner die Werte und Lebensziele des anderen teile.

Die Schöne und das Biest 

Ob dieser Mix an Gegensätzlichkeiten und Übereinstimmungen der richtige ist, muss jedes Paar für sich selbst entscheiden. Allerdings ist es nicht immer leicht, sich gegen Vorurteile der Mitmenschen zu behaupten. Klassisches Beispiel: Sie ist eine schöne Frau mit Glamour-Faktor, er dagegen unscheinbar und optisch wenig ansprechend. 

"Ein solches Paar wird sicher mit Klischee-Aussagen konfrontiert werden, die ihre Beziehung auf vielleicht materielle Dinge reduzieren", sagt Hegmann. Solche Lästermäuler werteten die Beziehung anderer ab, um sich selbst besser zu fühlen. Ein Paar mit Selbstbewusstsein könne das aushalten, andere dagegen müssten lernen, das abprallen zu lassen. 

Noch schwieriger ist es für eine unattraktive Frau an der Seite eines bildschönen Mannes. Spitze Bemerkungen bei diese Konstellation sind an der Tagesordnung - bis hin zum Ratschlag, sie solle mal gut auf ihren Liebsten aufpassen. 

Wenn das Paar das schafft, kann die Beziehung gut funktionieren. Denn: "in der Partnerschaft zählt das Gemeinsame", sagt Fauck. Niemand könne sich ein Urteil darüber erlauben, was andere miteinander verbindet.

Altersunterschied: Wo liegt die Grenze? 

Sie jung und hat das Leben noch vor sich, er dagegen hat bereits graue Schläfen. Bei dieser Konstellation wird Frauen gern unterstellt, sie hätten einen Vaterkomplex oder seien auf das Geld des Partners aus. Doch kann man das wirklich pauschal so sagen? "Nein", sagt Hegmann. "Liebe ist überall und in allen Kombinationen möglich. Vielleicht ähnelt der ältere Partner in seinen Verhaltensweisen dem Vater – na und? Wichtig ist einzig, dass dieses Paar miteinander glücklich sein kann." 

Der andere Fall ist, wenn eine Frau einen wesentlich jüngeren Mann hat. "Auch hier wird gern über finanzielle Interessen gemutmaßt. Oder der Frau wird unterstellt, sich aus sexueller Abenteuerlust mit einem jungen Burschen eingelassen zu haben", sagt Hegmann. Beides seien Klischees, die im einen oder anderen Fall gerechtfertigt seien. Doch verallgemeinern lassen sie sich nicht.

Laut Statistik sind Partnerschaften mit extremem Altersunterschied jedoch weniger erfolgreich. "Plus minus 15 Jahre ist alles noch im grünen Bereich", sagt Fauck. Dieser Richtwert gelte sowohl für Männer als auch für Frauen. 

Große Frau, kleiner Mann: Wer ist hier der Beschützer?

Wenn eine Frau ihrem Partner nur bis knapp unter die Brust reicht, fällt das zwar auf - doch keiner nimmt Anstoß daran. Anders sieht es aus, wenn sie ihn um Kopfeslänge überragt. Dann nämlich wird getuschelt und gelästert. Doch warum ist das so? "Schuld daran sind feste Bilder, die wir im Kopf haben", erklärt Fauck. Hierzu gehöre die antiquarische  Vorstellung, dass der Mann der Frau Halt gebe und die Beschützerrolle einnehme. Paare, die frei von diesem Vorurteil seien, könnten problemlos eine intakte Beziehung führen, so die Expertin. 

"Die Köpergröße hat garantiert keinen Einfluss auf Beziehungskompetenz", räumt auch Hegmann ein.  Dennoch wünschten sich fast alle Frauen einen größeren Partner. "Damit machen sie sich allerdings die Suche oft unnötig schwer, denn bereits ein gleich großer Mann erhöht die Chancen immens auf eine Partnerschaft." 

Dummchen und Brain: Worüber reden die bloß?

Eine einfach gestrickte Frau und ein intellektueller Mann tun sich zusammen - und schon wird gerätselt: Wie haben die beiden sich bloß kennengelernt? Worüber reden sie überhaupt und was verbindet das Paar? Heiratet eine studierte Frau einen Mann ohne Schulabschluss sorgt das für noch mehr Kopfschütteln. Doch haben Paare mit unterschiedlicher Bildung tatsächlich schlechtere Karten? "Zumindest ist es sehr schwierig", sagt Fauck. "Manchmal kann es aber auch gutgehen, wenn er der Schlauere ist und die Frau ihn anhimmelt." Dann nämlich falle der Konkurrenzkampf zwischen beiden weg. Prognosen über die Zukunft einer solchen Partnerschaft zu machen, sei daher sehr schwierig und vom individuellen Fall abhängig.

In der Praxis kommt es übrigens gar nicht so oft vor, dass Menschen mit unterschiedlichem Bildungsniveau eine Beziehung eingehen. "Seit einigen Jahren heiraten Akademiker nahezu ausschließlich unter sich", sagt Hegmann. 

Kulturelle Unterschiede: Liebe ohne Grenzen?

Die Menschen werden immer mobiler. Partnerschaften mit Menschen aus fernen Ländern sind daher längst keine Seltenheit mehr. Das kann auch funktionieren, setzt aber ein hohes Maß an Anpassungsfähigkeit voraus . vor allem bei demjenigen, der sein Land verlässt. "Wenn jemand alles aufgibt und außerdem aus einem anderen Kulturkreis stammt, geht das oft schief", sagt Fauck. Der Partner allein könne nicht alles ersetzen. Die zugereisten Partner fühlten sich nach einiger Zeit oft einsam und unglücklich.

Schwer sei es auch, wenn die Rolle der Frau in den Herkunftsländern des Paares einen unterschiedlichen Stellenwert hat."Damit ist eine gleichberechtigte Partnerschaft schwer dauerhaft zu führen", sagt Hegmann. Dennoch könnten kulturelle Unterschiede auch bereichernd sein. Das sei von Paar zu Paar unterschiedlich.

Zwei Lebensstile prallen aufeinander

Manchmal wundert man sich schon, welcher Topf seinen Deckel gefunden hat. Zum Beispiel bei Paaren, die von ihrem Wesen und ihrem Lebensstil grundlegend unterschiedlich sind. Beispiel: Sie arbeitet als brave Büroangestellte, er dagegen jobbt sich als Rocker durch. Mögen die Außenstehenden darüber rätseln, was die beiden verbindet: Das Paar weiß es letztendlich am besten!

Dass eine solche Liaison gutgehen kann, steht außer Frage. "Allerdings braucht es Respekt für die Andersartigkeit des Partners", sagt Hegmann. "Doch wer sich liebt, wird sich durch einen anderen Lebensstil nicht bedroht fühlen, sondern neugierig sein und ihn als Bereicherung kennenlernen." Wichtig sei es, den Partner nicht verändern zu wollen.

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