19.11.2012, 10:00 Uhr | akl
Viele Männer greifen zu Potenzmitteln, wenn es im Bett nicht mehr klappt. Doch bei der Einnahme sollte einiges beachtet werden, sonst drohen Nebenwirkungen, im schlimmsten Fall Herzversagen. Wir haben Doktor Wolfgang Bühmann, Urologe und Pressesprecher des Berufsverbandes der Deutschen Urologen e.V. gefragt, worauf es bei der Einnahme von Viagra, Cialis und Levitra ankommt.
Damit das Mittel wirkt, muss es rechtzeitig eingenommen werden. "Bei Viagra und Levitra dauert es etwa 20 Minuten, bis die Wirkung eintritt. Bei Cialis muss mit einer bis eineinhalb Stunden gerechnet werden", erklärt Bühmann. Allerdings funktionieren die Potenzmittel nur dann, wenn die Lust auf Sex da ist. Die Tabletten allein machen noch keine Erektion: "Sie können die Körperreaktionen zwar verstärken, sie aber nicht aus dem Nichts auslösen. Wer Potenzmittel beispielsweise auf der Arbeit einnimmt, wird keine Wirkung spüren", sagt Bühmann.
Durch die Tabletten wird der Blutfluss in den Penis verstärkt und der Abfluss gedrosselt. So hält die Erektion länger. "Bei Viagra und Levitra hält die potenzsteigernde Wirkung zwischen 10 und 12 Stunden an, bei Cialis bis zu 24 Stunden und unterstützt den Mann bei seiner sexuellen Aktivität", erklärt der Urologe.
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Für die Einnahme muss es nicht unbedingt Wasser sein. Kaffee, Sekt oder Saft - alles ist erlaubt und hat keinen Einfluss auf die Wirkung. Allerdings sollte man beachten, dass sich Alkohol negativ auf die Körperfunktionen auswirkt: "Ein Glas Sekt oder Wein ist nicht schlimm, im Gegenteil. Es enthemmt und kann der sexuellen Aktivität durchaus förderlich sein. Wer aber zu viel Alkohol trinkt, wird müde und die Potenz wird reduziert. Die Wirkung des Potenzmittels wird durch den Alkohol quasi aufgehoben", erklärt Bühmann.
Besonders wichtig ist, dass auf die Einnahmeempfehlung der Hersteller geachtet wird. Die Einnahme sollte eine Tablette am Tag nicht überschreiten. "Man kann problemlos jeden Tag eine Tablette nehmen, wichtig ist nur, dass nicht mehr als eine eingenommen wird. Sonst sinkt der Blutdruck ab und es kann zu Schwindel und Ohnmacht kommen", warnt der Urologe. Auch die Erektionsfähigkeit könne verzögert werden, was zu einer längeren und mitunter schmerzhaften Erektion führen könne.
Zu den bekannten Nebenwirkungen nach der Einnahme gehören Gesichtsrötungen, das Gefühl einer verstopften Nase, aber auch gerötete Augen. "Besonders bei Viagra kann es zu einer Farbsehstörung in Richtung Blau kommen", erklärt Bühmann. "Das ist aber harmlos. Lässt die Wirkung nach, gehen auch die Symptome zurück."
Doch Potenzmittel sind nicht für alle geeignet. Es gibt Männer, die besser darauf verzichten sollten. "Herzpatienten, die die Medikamente Molsidomin oder Nitroglycerin verschrieben bekommen haben, dürfen die Tabletten nicht nehmen", rät Bühmann. Das könne im schlimmsten Fall lebensbedrohlich sein, da der Blutdruck zu stark sinkt. Auch für Patienten, deren Herz bei einem Fahrrad-Belastungstest die Fünf-Prozent-Steigung nicht schafft, sind Potenzmittel nicht geeignet.
"Dann ist es aber nicht das Mittel, das gefährlich ist, sondern der Übereifer des Mannes. Wenn er plötzlich wieder kann und sexuell sehr aktiv ist, kann es sein, dass sein Herz diesen Anforderungen nicht gewachsen ist. Es droht Herzversagen", erklärt Bühmann. Dass Viagra selbst Herzinfarkte auslöst, sei ein Gerücht. Die Tabletten seien an sich nicht riskant für das Herz - der Übereifer der Männer dagegen schon.
Quelle: akl
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