Syphilis
Zahl der Syphilisfälle stark gestiegen19.07.2013, 12:01 Uhr | cme
Eine fast tot geglaubte Seuche ist zurück: Bei mehr als 4000 Menschen in Deutschland wurde im vergangenen Jahr die Diagnose Syphilis gestellt, meldet das Robert-Koch-Institut (RKI) in seinem Infektionsepidemiologischen Jahrbuch. Das sind 19 Prozent mehr als 2011. Vor allem in den Großstädten Berlin und Hamburg ist die Zahl der Neuinfektionen in den letzten drei Jahren rasant gestiegen. Gesundheitsexperten raten zu Aufklärung und frühzeitigen Tests.
Syphilis ist meldepflichtig - aber nur anonym, so dass kein Rückschluss auf die Entstehung möglich ist. 4410 Fälle wurden dem RKI im Jahr 2012 gemeldet - 2011 waren es noch 3704 Fälle. Vor allem Männer sind betroffen: 94 Prozent der Neudiagnosen wurden bei ihnen gestellt, darunter waren vor allem solche, die Sex mit Männern hatten. Ein Teil des Anstiegs rührt möglicherweise daher, dass mittlerweile öfter getestet wird, denn die Diagnosen erfolgt häufiger im Frühstadium als noch vor einigen Jahren.
Syphilis - früher auch als Lustseuche bezeichnet - wird vor allem über Sexual- und Blutkontakte übertragen, aber auch bei Schwangeren von der Mutter aufs Kind. Die Krankheit verläuft in drei Stadien und bleibt zu Beginn oft unbemerkt. Nach einer Infektion treten im Genitalbereich zunächst kleine, schmerzlose Geschwüre auf. Im zweiten Schub wird neun bis zehn Wochen später ein Hautausschlag sichtbar, rote Flecken bedecken den Körper. Doch erst nach drei bis fünf Jahren entfaltet die Krankheit ihre ganze Zerstörungskraft: Der Erreger greift Knochen, Gelenke und Organe an, es kann zu Lähmungen kommen. Dringt das Bakterium ins Gehirn vor, sind oft Geisteskrankheiten die Folge.
Das Tückische: Die Syphilis-Bakterien schädigen die Schleimhaut, so dass auch HIV-Erreger leichter eindringen können. Umgekehrt sind die durch Syphilis hervorgerufenen Geschwüre und Hautläsionen hochansteckend - und das nicht nur bei Sexualkontakten. Den besten Schutz vor einer Ansteckung bieten Kondome - allerdings ist dieser nicht 100-prozentig.
Die Therapie der Syphilis ist meist erfolgreich - sofern die Behandlung früh genug beginnt. Der Syphilis-Erreger ist einer der wenigen, der problemlos auf Penizillin anspricht. Das Antibiotikum wird dazu in der Regel in die Gesäßmuskulatur gespritzt. Nicht zu vergleichen mit den brachialen Behandlungsmethoden, die Erkrankte früher über sich ergehen lassen mussten: giftige Quecksilber-Salben, -Dämpfe und -Injektionen. Noch um 1900 siechte ein Drittel der Psychiatrie-Patienten in Deutschland mit der Diagnose Syphilis vor sich hin - unheilbar krank. Dies änderte sich erst grundlegend, als rund 20 Jahre nach dem Arsen-Präparat Salvarsan, das Paul Ehrlich 1909 entwickelte, das Penizillin entdeckt wurde.
19.07.2013, 12:01 Uhr | cme
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