Eichenprozessionsspinner
Eichenprozessionsspinner auch für Hunde gefährlich23.08.2013, 15:34 Uhr | dpa/tmn
Nur wenige Zentimeter groß und doch so gefährlich: Die Raupen des Eichenprozessionsspinners. (Quelle: imago/Becker&Bredel)
In diesen Tagen schlüpfen die kleinen unscheinbaren Falter des Eichenprozessionsspinners. Sie schaden niemandem, ihre Nachkommen im nächsten Frühjahr aber umso mehr. Denn sie fressen nicht nur die Baumkronen kahl. Ihre giftigen Brennhaare können bei Mensch und Hunden starke Hautreizungen und Atembeschwerden verursachen und lebensgefährliche Schockreaktionen auslösen.
"Die meisten Menschen wissen nicht, dass auch Hunde allergisch reagieren können", sagt Karl-Christian Bergmann, Lungenarzt an der Charité in Berlin. Das starke Eiweißgift der Schmetterlingsraupen kann dabei vor allem die Schleimhäute der Nase und Augen sowie das Maul der Tiere angreifen. In diesem Fall sollte der Hund gründlich abgeduscht werden, um die giftigen Haare auch aus dem Fell zu entfernen.
Für Menschen genau wie für Tiere gilt: Mindestens 50 Meter Abstand von den watteartigen Nestern halten, die sich meistens an Eichen befinden. Denn Haare, die sich von den Eichenprozessionsspinnern gelöst haben, können über viele Meter durch die Luft fliegen. Menschen sollten bei Kontakt möglichst schnell die Kleidung ausziehen, duschen und die Augen unter fließendem Wasser ausspülen. Der Giftstoff wird erst bei einer Waschtemperatur von mindestens 60 Grad zerstört.
Besonders empfindlich reagieren Allergiker. (Pollen und Hausstaub) Bei ihnen kann der Eichenprozessionsspinner sogar einen allergischen Schock auslösen - die Beschwerden können mit Kortison und Antihistaminika behandelt werden. Manchmal treten Schwindel und Fieber durch das Nesselgift Thaumetopoein auf, in Ausnahmefällen droht ein lebensgefährlicher allergischer Schock.
Die Falter legen die Eier im Herbst bevorzugt in den Kronen von Eichen ab. Etwa im April schlüpfen die Larven. Zunächst schädigen sie nur die Bäume durch ihren enormen Hunger. Ende Mai/Anfang Juni bilden sie die gefährlichen Brennhaare. Ab Mitte Juni ziehen die Raupen aus ihren Nestern in langen Prozessionen mit bis zu mehreren tausend Insekten auf Nahrungssuche - daher der Name.
In den vergangenen Jahren ist der Eichenprozessionsspinner, der vor allem in Südeuropa lebt, in Deutschland vermehrt aufgetreten. Experten vermuten, dass der Klimawandel und die ansteigenden Temperaturen für die Ausbreitung mitverantwortlich sind. Erstmals in diesem Jahr wurde der Bacillus thuringiensis zur Bekämpfung der giftigen Larven für den Einsatz in Städten freigegeben. "Wir wissen, dass dieses Mittel gut wirkt, Gewissheit werden wir allerdings erst nächstes Frühjahr gewinnen", sagt Diplomforstwirtin Nadine Bräsicke vom Braunschweiger Bundesforschungsinstitut Julius Kühn (JKI).
Neu ist das Mittel zwar nicht, es durfte bislang aber vor allem nur in unbewohnten Gebieten gegen den Eichenprozessionsspinner (kurz EPS) eingesetzt werden.
23.08.2013, 15:34 Uhr | dpa/tmn
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