07.11.2012, 15:11 Uhr | bt, kaki
Im November suchen Igel ein kuscheliges Winterquartier. So manches Jungtier, das zwischen August und September geboren wird, hat aber oft nicht genug Kraft, um den Winter zu überleben. Wer einen gefundenen Igel zu Hause aufpeppt, macht oft Fehler. Wir sagen, was beim Füttern als auch bei der Schlafplatzwahl zu beachten ist.
Die meisten Igelwaisen sind hilflos und blind. Jungtiere, die tagsüber außerhalb des Nestes gefunden werden, und weniger als 500 Gramm wiegen, werden den Winter wahrscheinlich nicht überleben. Wer seinen Findling selbst aufziehen möchte, sollte sich zunächst damit beschäftigen, was dem Tier gut tut.
Anders als die meisten Jungtiere verträgt der Igelnachwuchs keine Milch. Besser man stellt dem Igel normales Wasser und Katzen- oder Hundefutter aus der Dose hin. Auch angebratenes Hackfleisch, hartgekochte Eier oder gekochtes Geflügelfleisch schmecken den jungen Stacheltieren.
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Vor allem das Igel-Domizil muss artgerecht sein. Am wohlsten fühlt sich das Tier in einem hellen, trockenem Gehege mit einer Zimmertemperatur von rund 18 Grad. Igel nisten sich am liebsten in ruhigen Plätzchen ein. Das Quartier braucht eine Fläche von mindestens zwei mal zwei Metern und wird am besten mit Zeitungspapier ausgelegt. Als Schlafstätte und Rückzugsort eignet sich ein auf den Kopf gestellter Schuhkarton besonders gut.
So tierlieb Sie auch sind, einen gesunden Igel sollte man auf keinen Fall mit ins Haus nehmen. Als Wildtiere sind Igel am besten in ihrer natürlichen Umgebung aufgehoben. Das Bundesnaturschutzgesetz gestattet aber in Paragraph 43, dass verletzte, hilfsbedürftige und kranke Tiere in menschliche Obhut genommen werden dürfen, um sie gesund zu pflegen. Entdeckt man beim Winterspaziergang einen Igel, muss also zuerst geprüft werden, ob das Tier überhaupt Hilfe braucht. Dies kann am besten in einer Igelstation oder beim Tierarzt festgestellt werden. Dabei kann das Tier auch auf Parasiten untersucht werden. So manches Ungeziefer kann nämlich auch auf den Menschen übertragen werden. Stellt der Fachmann fest, dass der Igel gesund ist, muss er sofort wieder freigelassen werden. Wer ein Igeljunges entdeckt, sollte erst einmal eine halbe Stunde abwarten und schauen, ob die Igelmutter nicht ganz in der Nähe ist.
Wer nicht von den Stacheltieren ablassen möchte, kann sie mit Gartenabfällen in seiner Nähe behalten. Im Herbst verstecken sich Igel nämlich tagsüber gerne in Kompost- und Laubhaufen oder in Hecken. Besonders zusammengekehrte Laubhaufen bieten dem Igel einen idealen Unterschlupf. Wer den Laubhaufen bis zum Frühjahr nicht mehr anrührt, darf hoffen, dass sich dort ein Igel einnistet. Auch unter dem Komposthaufen sollten Sie nach einem stacheligen Gartenbewohner Ausschau halten.
Quelle: bt, kaki
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