Haustiere
Mieze ist das beliebteste Haustier der Deutschen23.07.2013, 10:42 Uhr | dpa
Katzen sind in Single-Haushalten am beliebtesten. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)
Katzen sind in Deutschland die beliebtesten Haustiere. Zahlen der Tierfutterbranche zeigen: Bello ist zwar weiter beliebt, aber Mieze profitiert von der steigenden Zahl der Single-Haushalte. Denn die Samtpfoten gelten als unkompliziert und pflegeleicht.
Katzen sind die klaren Gewinner des demografischen Wandels: In immer mehr Singlehaushalten schnurren sie auf dem Sofa, bestätigt die Futtermittelbranche. In den letzten 15 Jahren konnte der deutsche Heimtiermarkt konnte einen rasanten Anstieg im Verkauf von Katzenfutter vermerken. "Katzen sind die idealen Haustiere fürs 21. Jahrhundert: je mehr Single-Haushalte es gibt, umso mehr Katzen gibt es auch", sagt Detlev Nolte vom Industrieverband Heimtierbedarf.
Ziervögel scheinen an Attraktivität verloren zu haben. Der Umsatz mit Futter für Kanarienvögel, Wellensittiche und andere gefiederte Haustiere sank sank in den letzten 15 Jahren um fast ein Drittel. Auch Meerschwein oder Rennmaus kämpfen gegen die Verbannung aus dem Jugendzimmer. Nolte sieht auch hier den Trend dem gesellschaftlichen Wandel geschuldet: "Kleintiere sind für Familien mit Kindern - wenn sich die Familienstrukturen ändern, sind auch Kleintiere betroffen."
Nach Angaben des Zentralverbands Zoologischer Fachbetriebe bevölkern rund 12 Millionen Katzen rund ein Fünftel aller deutschen Haushalte - Hunde folgen knapp dahinter. Verdrängt die Mieze also ihren Erzrivalen Bello? Die Branche ist sich einig: Hunde bleiben in der Beliebtheitsskala weiter eine Konstante. Allerdings spürt sie den Trend hin zum "Stadt- und reisetauglichen Hund" im klein- oder mittelgroßen Format - XXL-Größe gilt als Auslaufmodell. Entsprechend ändert sich die Futternachfrage.
Das Rheingold-Institut für qualitative Markt- und Medienanalysen in Köln hat dem Trendtier Katze schon vor einiger Zeit attestiert, das ideale Haustier der Zukunft zu sein. Seit mehr als zehn Jahren erforscht es das Thema Katzenhaltung. Sein Geschäftsführer, der Psychologe Jens Lönneker, macht ein Spiegelbild der Gesellschaft aus: "In einer stark individualisierten Welt will man sich nicht binden, hat aber zugleich das Bedürfnis nach Zuneigung und Zärtlichkeit."
Sein Institut kommt in einer Studie zu dem Schluss: "Viele Katzenhalter sehen eine Parallele zwischen sich und ihrer Katze." Pflegeleicht, unabhängig, keine Gassi-Gänge - die divenhaften Schmusekater werden für ihre Zuneigung dankbar mit allerlei Leckereien verwöhnt. Für Katzen wie Hunde werden seit einigen Jahren sogenannte Snacks hergestellt. "Letztendlich behandeln wir unsere Tiere wie uns selbst - auch bei uns Menschen sind Snacks ja immer beliebter", meint Nolte.
Immerhin lebt nach den Branchen-Angaben in jedem dritten deutschen Haushalt ein Tier: Ohne Zierfische und Reptilien sind es insgesamt 31 Millionen Exemplare.
23.07.2013, 10:42 Uhr | dpa
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