25.02.2013, 12:15 Uhr | akl/ dpa-tmn
Essigessenz, Chlor, Natronlauge oder Zitronensäure: Wer Reinigungsmittel kaufen möchte, kann zwischen verschiedenen Inhaltsstoffen wählen. Doch wer diese kombiniert, gefährdet seine Gesundheit. Welche Mittel Sie auf keinen Fall gleichzeitig anwenden sollten.
WC-Reiniger enthalten organische Säuren wie Ameisen-, Essig- oder Zitronensäure oder anorganische Säuren wie Natriumhydrogensulfat oder Phosphorsäure. Diese lösen die Kalk- und Urinablagerungen in Toiletten. "Auf keinen Fall dürfen diese sauren Reiniger zusammen mit Reinigern verwendet werden, die Aktivchlor enthalten", warnt Bernd Glassl vom Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel (IKW). Werden die Stoffe gemischt, könne giftiges Chlorgas entstehen.
Das Tückische: Die Reaktion kann auch erfolgen, wenn man die Mittel nacheinander benutzt, denn die kleinen Partikel schweben lange Zeit in der Luft. Das gilt auch für Duftstoffe, die in Parfümen oder Raumsprays enthalten sind und ebenfalls zusammen mit Putzmitteln reagieren können.
Gelangen Spritzer auf die Hände, sollten sie schnell abgewaschen werden, da die aggressiven Reiniger die Haut angreifen und schlimmstenfalls zu Verätzungen führen können. Gelangt das Reinigungsmittel ins Auge, sollte man es schnell mit viel kaltem Wasser spülen. Brennen und tränen die Augen, sieht man nur noch verschleiert oder hält das Fremdkörpergefühl im Auge an, sollte sich auf jeden Fall ein Arzt die Augen anschauen.
Am besten verzichtet man auf Sprühflaschen, denn der feine Sprühnebel gelangt schnell in unsere Atemwege, Augen und auf die Haut. Zudem sollte man zu Haushaltshandschuhen greifen und bei offenem Fenster putzen. Denn wer die Dämpfe von Spezialreiniger einatmet, hat schnell mit Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit bis hin zu Atembeschwerden zu kämpfen.
Auch sollte man keine sauren Sanitäreiniger mit anderen alkalischen Reinigern zusammenbringen. Denn die Alkalien neutralisieren die Säuren, erläutert Glassl. Der WC-Reiniger verliere seine kalklösende Wirkung. Daneben rät Glassl, beim Putzen aufzupassen, dass der WC-Reiniger nicht aus Versehen auf den Fußboden tropft. Denn nicht alle Materialien vertragen das säurehaltige Mittel - dazu gehören etwa Fußböden aus Marmor.
Experten raten grundsätzlich vom Reinigungsmittel-Mix ab. Vier Reiniger sind für den Hausputz ausreichend: ein Allzweckreiniger für Fußboden und Oberflächen, ein Reiniger mit Essig oder Zitronensäure gegen Kalkflecken, Scheuerpulver für hartnäckige Verunreinigungen sowie ein Spülmittel für Geschirr. Das spart nicht nur Geld, sondern ist auch besser für die Gesundheit. Wer zudem zu saugfähigen Mikrofasertüchern greift, braucht weniger Wasser und Putzmittel. Außerdem sollte man grundsätzlich immer so wenig Reinigungsmittel wie möglich verwenden.
Auch von Desinfektionsmitteln raten Experten ab. Beim Hausputz geht es nicht darum, die Keime völlig zu beseitigen, sondern sie zu reduzieren. Ärzte sind sich einig: Ein Minimum an Keimen ist nötig, um unsere Abwehrkräfte zu trainieren. Es gibt Studien die zeigen: Kinder aus Haushalten, in denen häufig chemische Reiniger zum Putzen eingesetzt werden, erkranken häufiger.
Quelle: akl/ dpa-tmn
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