Startseite
  • Sie sind hier: Home > Nachrichten > Ausland > Europäische Union >

    Lettland: Russisch als zweite Amtssprache abgelehnt

    ...
    t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

    Letten lehnen Russisch als zweite Amtssprache ab

    19.02.2012, 10:26 Uhr | AFP, dpa

    In Lettland hat sich die Bevölkerung in einem Referendum klar dagegen ausgesprochen, Russisch zur zweiten Amtssprache zu machen. Wie die Wahlkommission in der Nacht zum Sonntag nach der Auszählung fast aller Stimmen mitteilte, stimmten knapp 75 Prozent der Wähler gegen Russisch als zweite Amtssprache. Hinter die Forderung der russischen Minderheit in dem baltischen Staat stellten sich demnach nur 25 Prozent der Wähler.

    Vertreter der russischsprachigen Minderheit, die die Volksabstimmung angestoßen hatten, räumten ihre Niederlage ein. Vladimirs Lindermann von der Organisation Muttersprache sagte im Fernsehsender LTV1, es sei den Initiatoren darum gegangen, einen "Dialog zu starten und dieser Dialog hat jetzt begonnen". Zwar sei die Diskussion stellenweise "hysterisch" verlaufen, aber Hysterie sei immer noch "besser als das Schweigen der letzten 20 Jahre". Zudem betonte Lindermann: "Das Referendum ist nicht das Ende, sondern erst der Anfang." Die russische Minderheit werde ihren Kampf für gleiche Rechte fortsetzen. Konkrete Pläne nannte er aber nicht.

    Parlamentspräsidentin Solvita Aboltina, die der konservativen Partei der Einheit von Regierungschef Valdis Dombrovskis angehört, sagte, die Volksabstimmung sende ein "gutes Signal" aus.

    Die Beteiligung an dem Referendum lag bei 69 Prozent - eine der höchsten Wahlbeteiligungen in Lettland seit der Unabhängigkeit von Russland 1991. Stimmberechtigt waren rund 1,5 Millionen Menschen. Die russische Minderheit macht etwa ein Drittel der lettischen Bevölkerung aus.

    Für die Verfassungsänderung wäre die Zustimmung von mindestens der Hälfte der Wahlberechtigten nötig gewesen. Nur einige Wahllokale im Ausland sind noch nicht ausgewertet.

    Lettisch als Symbol der Freiheit

    Die frühere Sowjetrepublik war in der Frage, ob Russisch die zweite Amtssprache werden soll, angesichts ihrer Geschichte tief gespalten. Unter sowjetischer Herrschaft war den Letten die russische Sprache aufgezwungen worden. Viele Gegner des Referendums erinnerten zudem daran, dass zu Sowjetzeiten zahlreiche ethnische Letten nach Sibirien deportiert wurden. Sie sehen in der lettischen Sprache deshalb ein Symbol ihrer Unabhängigkeit und Freiheit. Befürworter der Initiative erhofften sich dagegen ein Ende der Diskriminierung von russischsprachigen Bewohnern des Landes.

    Bei vorgezogenen Parlamentswahlen im September war die russlandfreundliche Partei Zentrum der Harmonie stärkste Kraft geworden. Der Mitte-Rechts-Koalition von Ministerpräsident Dombrovskis gehört sie allerdings nicht an.

    Liebe Leserinnen und Leser, leider können wir bei bestimmten Themen und bei erhöhtem Aufkommen die Kommentarfunktion nicht zur Verfügung stellen. Warum das so ist, erfahren Sie in einer Stellungnahme der Chefredaktion und in unserem Blog, der sich speziell mit der Kommentarfunktion befasst.

    Leserbrief schreiben

    Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

    Name
    E-Mail
    Betreff
    Nachricht

    Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

    Artikel versenden

    Empfänger

    Absender

    Name
    Name
    E-Mail
    E-Mail
    Anzeige
    News-Video des Tages
    Spektakuläre Aufnahmen 
    Junger Elefant wehrt Angriff von 14 Löwen ab

    Was es heisst, eine Elefantenhaut zu haben, dafür ist dieser Dickhäuter das beste Vorbild. Video

    Anzeige

    Shopping
    tchibo.deOTTObonprix.deESPRITC&ACECILzalando.dedouglas.deKlingel.de
    THEMEN VON A BIS Z

    Anzeige
    shopping-portal