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Frankreich: Presse stellt sich vor Angela Merkel

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"Es gibt Grenzen, die nicht überschritten werden dürfen"

29.04.2013, 14:26 Uhr | AFP

Ein seltenes Medienecho: Französische Zeitungen verteidigen Angela Merkel. (Fotos: Imago / Reuters)

Ein seltenes Medienecho: Französische Zeitungen verteidigen Angela Merkel. (Fotos: Imago / Reuters)

Nach den heftigen Attacken der französischen Sozialisten auf Angela Merkel stellt sich die französische Presse einmütig vor die deutsche Bundeskanzlerin. Sie kritisiert das Versagen der eigenen Regierung in Sachen EU-Sparkurs.

So fragt die linke Pariser Zeitung "Libération": "Was für ein gefährliches Spiel spielen die französischen Sozialisten, die bereit sind, Angela Merkel zum Sündenbock zu machen, statt vielmehr über die Politik der eigenen Regierung zu diskutieren?"

Man müsse über die rigide Sparpolitik sprechen können, aber es sei "demagogisch", Berlin oder Brüssel den schwarzen Peter zuzuschieben.

Konfrontation mit Berlin "extrem gefährlich"

Ähnlich argumentiert auch der konservative "Figaro". Dort heißt es: "Nichts ist unverantwortlicher als Angela Merkel und die Europapolitik Deutschlands zum Sündenbock für die Schwierigkeiten zu machen, die sich in unserem Land auftürmen.

Eine Konfrontation mit Berlin zu suchen, um abzulenken, sei "extrem gefährlich". "Wenn die sozialistische Partei, die Regierung und François Hollande den Tod Europas wollen, dann brauchen sie nur auf diesem Weg weiterzugehen."

"Sparkanzlerin" die nur an Wahlen denkt?

Die Sozialisten hatten am Wochenende besonders umstrittene Passagen aus einem europapolitischen Papier für ihren Europa-Parteitag im Juni wieder entfernt.

In der ursprünglichen Vorlage wurde die "egoistische Unnachgiebigkeit der Kanzlerin Merkel" kritisiert. Die "Sparkanzlerin" denke "an nichts anderes als an die Spareinlagen der Anleger jenseits des Rheins, an die von Berlin verzeichnete Handelsbilanz und an die nächsten Wahlen", hieß es darin.

Foto-Serie: Top-Nachrichten des Tages

Opposition macht Hollande verantwortlich

Auch die Wirtschaftszeitung "Echoes" findet für den Text deutliche Worte: "Es gibt Grenzen, die nicht überschritten werden dürfen."

Frankreichs konservative Opposition kritisiert in der Angelegenheit vor allem Staatschef François Hollande. Der Chef der konservativen UMP, Jean-François Copé, und Ex-Regierungschef François Fillon erklärten am Montag in einer gemeinsamen Stellungnahme, Hollande trage eine "persönliche Verantwortung" dafür, dass das Verhältnis zwischen beiden Ländern sich "kontinuierlich und auf erschreckende Weise" verschlechtere.

Regierung in Paris rudert zurück

Unterdessen ist die Regierung in Paris um Schadensbegrenzung bemüht. Außenminister Laurent Fabius sagte dem Sender Europe 1, ein "Streitgespräch" mit Deutschland über den Sparkurs in Europa sei "legitim", nicht aber eine "Schlägerei".

Es sei nicht normal, einen Regierungsverantwortlichen in Frage zu stellen. "Es gibt keinerlei Grund, ein Land frontal gegen das andere zu stellen." Zugleich machte er aber deutlich, dass wirtschaftsstarke Länder wie Deutschland mehr für Wachstum tun könnten.

29.04.2013, 14:26 Uhr | AFP

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