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Kriegsverbrechen der Nazis  

Tsipras fordert Deutschland zu Reparationen auf

17.08.2016, 09:36 Uhr | dpa, AFP

Alexis Tsipras fordert Deutschland zu Reparationen auf. Tsipras in Komeno, wo die Nazis mehr als 300 Menschen ermordeten. (Quelle: dpa)

Tsipras in Komeno, wo die Nazis mehr als 300 Menschen ermordeten. (Quelle: dpa)

Die griechische Regierung fordert von Deutschland weiterhin Reparationszahlungen für Kriegsverbrechen während des Zweiten Weltkriegs. Es geht um mehr als 250 Millionen Euro.

"Wir werden bis zum Schluss dafür kämpfen, auf diplomatischem und, wenn notwendig, auch auf rechtlichem Weg", sagte Ministerpräsident Alexis Tsipras dem Fernsehsender Skai zufolge bei einer Gedenkfeier für die Opfer des Nationalsozialismus im westgriechischen Ort Komeno. Erstmals gebe es dafür eine "nationale Strategie", fügte Tsipras hinzu.

Der Regierungschef erinnerte in diesem Zusammenhang an den Bericht einer im vergangenen Jahr gebildeten Parlamentskommission zu den Reparationsforderungen, der dem Parlament Ende Juli übergeben worden war. Darin wird die Höhe der fälligen Reparationsforderungen auf 269,5 Milliarden Euro beziffert.

Zwangskredit wäre heute Milliarden wert

Durch die Nazi-Besatzung von April 1941 bis September 1944 verloren rund 300.000 griechische Staatsangehörige ihr Leben. Außerdem nahm die Besatzungsmacht 1942 bei der griechischen Zentralbank einen Zwangskredit auf, der damals auf knapp 500 Millionen Reichsmark beziffert wurde und heute mit Zinsen einige Milliarden Euro wert wäre.

In Komeno hatte die deutsche Wehrmacht am 16. August 1943 mehr als 300 Einwohner ermordet. Tsipras ist der erste griechische Ministerpräsident, der das Dorf besucht. Griechische Medien schreiben dem Besuch wegen der andauernden Debatte über Reparationen hohe Symbolkraft zu.

Deutschland wies Forderungen stets ab

In den vergangenen Jahren gab es über die Höhe der geforderten Reparationen verschiedene Untersuchungen - sowohl des griechischen Finanzministeriums und der Zentralbank als auch eines Parlamentsausschusses. 

Deutschland hat die griechischen Forderungen aber stets abgewiesen. Zur Begründung hieß es unter anderem, der Zwangskredit falle unter das Londoner Schuldenabkommen von 1953, das Deutschland von allen Reparationen und Kompensationen freispricht. Dagegen verweist Athen darauf, dass der Besatzungskredit und die Forderung nach Reparationen zu trennen seien.

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