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EU-Studie:Muslime fühlen sich wegen Religion diskrimiert

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Neue Studie der EU  

Viele Muslime beklagen Diskriminierung in Europa

21.09.2017, 09:52 Uhr | dpa

EU-Studie:Muslime fühlen sich wegen Religion diskrimiert. Die allermeisten Muslime fühlen sich wohl in Europa. Viele berichten aber auch von nachteiligen Erfahrungen. (Quelle: dpa/Sebastian Kahnert)

Die allermeisten Muslime fühlen sich wohl in Europa. Viele berichten aber auch von nachteiligen Erfahrungen. (Quelle: Sebastian Kahnert/dpa)

Integration ist ein heißes Eisen. Die EU hat Einstellungen und Erfahrungen der zugewanderten Muslime in Europa untersuchen lassen. Viele von ihnen berichten von Diskriminierung wegen ihrer Religion. Zugleich aber zeigen sie eine überdurchschnittliche Akzeptanz von Gewalt.

Die meisten Muslime fühlen sich trotz mancher Anfeindungen in der EU zu Hause, geht aus der Umfrage der Agentur der Europäischen Union für Grundrechte (FRA) hervor. 76 Prozent der Befragten hätten ein starkes Zugehörigkeitsgefühl zu dem Land, in dem sie lebten.

Aber: 39 Prozent der Muslime haben aufgrund ihrer Herkunft Diskriminierung, Belästigung oder Gewalt erlebt. Das gelte vor allem für die Wohnungs- und Arbeitssuche sowie für Arztbesuche. Jeder dritte Befragte erzählte, dass er bei der Jobsuche schlechte Erfahrung gemacht habe. Opfer von Diskriminierung seien vor allem Menschen aus Afrika.

In der oft diskutierten Frage zur Einstellung von Muslimen gegenüber Gewalt gibt die Umfrage eine zunächst recht deutliche Antwort: 87 Prozent lehnen Gewalt als Reaktion auf rassistische oder religiöse Beleidigungen als "niemals akzeptabel" ab. Aber elf Prozent finden Gewalt in diesem Zusammenhang "manchmal" oder "immer" akzeptabel. Unter den Nicht-Muslimen ist die Ablehnung von Gewalt aus religiösen Gründen deutlich stärker ausgeprägt.

Weniger Offenheit gegenüber Homosexuellen

Differenzen gibt es auch bei der Frage der Toleranz. So würden 23 Prozent der Muslime nur ungern in der Nachbarschaft von homosexuellen oder bisexuellen Paaren leben. In der allgemeinen Bevölkerung denken nur 16 Prozent so. Bei der Suche nach dem Ehepartner würde die Hälfte der Muslime auch Nicht-Muslime akzeptieren. 17 Prozent schließen so eine Partnerschaft aus. Umgekehrt - so frühere Untersuchungen - wären 30 Prozent der allgemeinen Bevölkerung wenig glücklich über eine Ehe mit einem Muslim oder einer Muslima.

Das Vertrauen in öffentliche Einrichtungen ist unter den Muslimen größer als in der Allgemeinbevölkerung. Allerdings sei dieses Vertrauen zum Beispiel in die Arbeit von Polizei und Justiz bei den jüngeren Muslimen weniger ausgeprägt als bei den älteren.

In Deutschland sei die Lage für Zuwanderer speziell aus Afrika nicht einfacher geworden, bilanzierte die FRA. Rund die Hälfte der Befragten gab an, in letzter Zeit aus rassistischen Gründen schikaniert oder diskriminiert worden zu sein.

Studie fordert von Einheimischen Offenheit

"Die Ergebnisse unserer Erhebung zeigen, dass es vollkommen lächerlich ist, zu behaupten, Muslime wären in unseren Gesellschaften nicht integriert", erklärte FRA-Direktor Michael O'Flaherty. Jeder Fall von Hass und Diskriminierung erschwere aber ihre Einbindung. Ohne Offenheit der Einheimischen bestehe die Gefahr, ganze Bevölkerungsgruppen zu entfremden, so Flaherty.

Der FRA-Bericht ist Teil einer Umfrage im Jahr 2016 unter 25.500 Migranten und Angehörigen von Minderheiten in allen 28 EU-Staaten. 10.500 von ihnen waren muslimische Zuwanderer.

Die Umfrage berücksichtigt nicht die seit 2015 herrschende Migration. Die Befragten mussten mindestens ein Jahr in der EU in einem privaten Haushalt leben. Sie stammten aus der Türkei, Afrika und Asien. Insgesamt leben in der EU rund 20 Millionen Muslime, fast die Hälfte davon in Frankreich und Deutschland.

Die EU-Agentur spart nicht mit Kritik an letztlich halbherzigen Integrationsplänen europäischer Staaten. Zwar habe fast jedes Land eine Strategie bei der Integration und erwarte eine deutliche Anpassung an seine Werte. Zugleich eröffneten sich gerade für die junge Zuwanderer aber kaum wirkliche Möglichkeiten der Teilnahme am gesellschaftlichen Leben. "Das Schaffen eines Zugehörigkeitsgefühls wird das Zusammenleben beflügeln", heißt es in dem Bericht.

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