Sie sind hier: Home > Nachrichten > Ausland >

Recht auf Adoption: Frankreich muss lesbischen Frauen Schmerzensgeld zahlen

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Prozess um Recht auf Adoption  

Frankreich muss Frauen Schmerzensgeld zahlen

22.01.2008, 15:31 Uhr | dpa

Dürfen lesbische Paare Kinder adoptieren? Aber sicher, sagt das Straßburger Menschenrechtsgericht (Foto: Imago)Dürfen lesbische Paare Kinder adoptieren? Aber sicher, sagt das Straßburger Menschenrechtsgericht (Foto: Imago) Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat ein Adoptionsverbot für ein französischen Lesben-Paar als Verstoß gegen das Diskriminierungsverbot gerügt. Die große Kammer des Straßburger Gerichts gab am Dienstag einer 45 Jahre alten französischen Grundschullehrerin Recht, die vergebens versucht hatte, ein Kind zu adoptieren. Ihr muss Frankreich dem Urteil zufolge nun 10.000 Euro Schmerzensgeld zahlen.


Ablehnung mit Hinweis auf das Kindeswohl

Die Lehrerin hatte 1998 einen Adoptionsantrag gestellt. Dabei bekannte sie sich zu ihrer Homosexualität und gab an, sie habe eine stabile Beziehung zu ihrer Freundin, einer Psychologin. Die zuständigen Behörden wiesen den Antrag der Frau mit dem Hinweis auf das Wohl des Kindes ab. Dieses würde keine "väterliche Bezugsperson" haben. Gegen diesen Bescheid zog die Frau in Frankreich bis zum Conseil d'État, dem höchsten Verwaltungsgericht des Landes. Doch auch dort wurde ihre Klage zurückgewiesen mit dem Hinweis, die Adoption sei nicht wegen der "sexuellen Orientierung" der Frau abgelehnt worden, sondern im Interesse des Kindes, das adoptiert werden sollte.

Straßburg: willkürliche Begründung

Der Gerichtshof für Menschenrechte verwies auf das in Frankreich bestehende Recht für Ledige, ein Kind zu adoptieren. Wenn ein Land ein solches Recht schaffe, dürfe es bei seiner Umsetzung keine diskriminierenden Entscheidungen treffen. Der Hinweis der französischen Behörden auf das Fehlen einer "väterlichen Bezugsperson" sei willkürlich gewesen, heißt es in dem Urteil. Tatsächlich sei dieses Argument als Vorwand genutzt worden, um den Antrag der Frau wegen ihrer Homosexualität abzulehnen.

Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.

Kommentare

(0)
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
News-Video des Tages

Shopping
Shopping
Sonderverlosung am 7.11.17 - 20 Mio. € extra
jetzt Glücks-Los bestellen
Klingelbonprix.detchibo.deCECILStreet OneLIDLBabistadouglas.deBAUR
THEMEN VON A BIS Z

shopping-portal
Das Unternehmen
  • Ströer Digital Publishing GmbH
  • Unternehmen
  • Jobs & Karriere
  • Presse
Weiteres
Netzwerk & Partner
  • Stayfriends
  • Erotik
  • Routenplaner
  • Horoskope
  • billiger.de
  • t-online.de Browser
  • Das Örtliche
  • DasTelefonbuch
  • Erotic Lounge
Telekom Tarife
  • DSL
  • Telefonieren
  • Entertain
  • Mobilfunk-Tarife
  • Datentarife
  • Prepaid-Tarife
  • Magenta EINS
Telekom Produkte
  • Kundencenter
  • Magenta SmartHome
  • Telekom Sport
  • Freemail
  • Telekom Mail
  • Sicherheitspaket
  • Vertragsverlängerung Festnetz
  • Vertragsverlängerung Mobilfunk
  • Hilfe
© Ströer Digital Publishing GmbH 2017