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Anschläge in Norwegen: Explosion in Oslo riss Vier-Meter-Krater

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Explosion in Oslo riss Vier-Meter-Krater

29.07.2011, 10:35 Uhr | AFP, dpa

Anschläge in Norwegen: Explosion in Oslo riss Vier-Meter-Krater . Wenige Minuten nach dem Anschlag hat eine Videokamera den Krater aufgezeichnet, der durch die Autobombe entstanden ist (Foto: AP) (Quelle: AP/dpa)

Wenige Minuten nach dem Anschlag hat eine Videokamera den Krater aufgezeichnet, der durch die Autobombe entstanden ist (Foto: AP) (Quelle: AP/dpa)

 

Der Bombenanschlag im Regierungsviertel der norwegischen Hauptstadt Oslo hätte noch deutlich schlimmer ausfallen können. Der Einsturz des Regierungshochhauses wurde offenbar nur durch den glücklichen Zufall verhindert, dass Attentäter Anders Breivik das Auto mit dem Sprengstoff direkt über einem Keller geparkt hatte. Die Explosion riss einen Krater von vier Metern Tiefe.

Die Position der Bombe über dem Keller habe "sehr viel Sprengkraft nach unten gelenkt", sagte der Bombenexperte der Hilfsorganisation Norsk Folkehjælp, Per Neergaard, zur Zeitung "Verdens Gang". "Das hat viele Menschenleben gerettet und noch größere Schäden am Hochhaus verhindert." Bei dem Bombenanschlag starben acht Menschen.

Abriss des Hochhause noch unklar

Im Osloer Regierungsviertel sind Gebäude mit insgesamt 2000 Büroplätzen unbrauchbar. Offen ist noch, ob das Regierungshochhaus abgerissen werden muss. Im obersten Stock hatte bislang Ministerpräsident Jens Stoltenberg seinen Arbeitsplatz. Er zog mit seinem Stab vorerst ins Verteidigungsministerium um.

Durch verschiedene norwegische Medienberichte werden derweil immer weitere Details der Festnahme Breiviks nauf der Insel Utoya bekannt. Nur Sekunden vor der Verhaftung sollte der 32-Jährige demnach getötet, oder zumindest durch Schüsse unschädlich gemacht werden.

Schießbefehl in letzter Sekunde gestoppt

Laut der norwegischen Nachrichtenagentur NTB, hatten Angehörige einer Eliteeinheit bereits auf den Rechtsradikalen angelegt. Erst in letzter Sekunde wurde der Schießbefehl zurückgenommen. Der Schießbefehl wurde erst gestoppt, als sich einer der Polizisten sicher war, dass Breivik unbewaffnet war. Ausschlaggebend sei gewesen, dass der Attentäter keinen Sprengstoff am Körper trug, hieß es.

"Jetzt bin ich fertig", soll der Attentäter laut einem Zeitungsbericht danach zu den Polizisten gesagt haben. Die norwegische Zeitung "Verdens Gang" beruft sich in ihrer Meldung auf anonyme Quellen. Demnach habe Breivik nach seiner Festnahme geredet "wie ein Wasserfall". "Verdens Gang" machte aber keine Angaben, worüber er sprach. Die Polizei wollte den Bericht nicht bestätigen.

Die Ermittler hatten schon am Mittwoch Auskunft über Details des Einsatzes gegeben. Nach Angaben des Leiters des Einsatzkommandos, Haavard Gaasbakk, konnten die Polizisten, die in zwei Privatbooten zur Insel eilten, ständig im Wasser einschlagende Kugeln sehen.

Das Polizeiboot konnte wegen eines Motorschadens nicht eingesetzt werden. "Wir sind angekommen und direkt zur Südspitze gerannt", sagte Gaasbakk. "Wir mussten 300 bis 350 Meter rennen. Als wir uns den Schüssen genähert haben, haben wir gerufen: 'Polizei, wir sind bewaffnet.'" Plötzlich sei Breivik mit erhobenen Händen aufgetaucht, berichtete Gaasbakk. Seine Waffe hatte er demnach rund 15 Meter weiter entfernt abgelegt.

Der 32-Jährige hatte am vergangenen Freitag in einem Sommerlager der sozialdemokratischen Jugendorganisation AUF mindestens 68 Menschen getötet. Auch in dem NTB-Bericht hieß es, dass Breivik schon kurz nach seiner Festnahme versuchte, mit der Polizei zu "verhandeln". Er sei mehrere Stunden in einem Haus auf der kleinen Fjordinsel festgehalten worden, ehe ihn die Polizei in ihre Zentrale in Oslo brachte.

Die Zeitung "Aftenposten" berichtete, dass die Ermittler den Attentäter auf Überwachungskameras im Osloer Regierungsviertel schon vor Beginn des Massakers auf Utoya als Täter identifizieren konnte. In der norwegischen Hauptstadt hatte er einen gemieteten Kleintransporter mit 500 Kilogramm Sprengstoff geparkt, ehe er mit einem anderen Mietwagen zur 40 Kilometer entfernten Insel fuhr.

Prozess beginnt erst 2012

Der Prozess gegen Breivik wird wohl erst im kommenden Jahr stattfinden. Dabei solle er jeden Mord einzeln erklären, kündigte Norwegens Generalstaatsanwalt Tor-Aksel Busch im Rundfunksender NRK an. "Aus Respekt vor den Toten und den Angehörigen muss der Täter für jede einzelne Tötung Rechenschaft ablegen", sagte Busch.

Das stelle auch entsprechende Anforderungen an die Beweisführung, meinte der Staatsanwalt weiter. Der Fall sei so umfassend, dass die Ausarbeitung einer Anklageschrift längere Zeit dauern werde. "Ich hoffe, die Leute haben Verständnis dafür", so Busch.

Die Suche nach möglichen weiteren Opfern des Massakers auf der Insel Utoya wird derweil an Land beendet, im umliegenden Tyrifjord aber fortgesetzt. Wie die Zeitung "VG" berichtet, "präzisierten" die Behörden mit dieser Mitteilung frühere Angaben, wonach die Suche ganz beendet worden sei. Weiter hieß es, man sei sich völlig sicher, dass auf der Insel keine weiteren Opfer seien. Ob und wie viele Vermisste es gibt, will die Polizei nicht mitteilen.

Erneutes Verhör am Freitag

Breivik soll an diesem Freitag erneut verhört werden. Das kündigte Polizeianwalt Paal-Fredrik Hjort Kraby bei einer Pressekonferenz an. Darüber welche Fragen die Polizei dem 32-Jährigen stellen wollte, machte er keine Angaben.

 
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