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    Lega-Nord-Chef Umberto Bossi tritt nach Korruptionsskandal zurück

    05.04.2012, 19:55 Uhr | dpa, AFP

    Lega-Nord-Chef Bossi tritt nach Korruptionsskandal zurück. Langjähriger Weggefährte von Silvio Berlusconi: Umberto Bossi (Quelle: dpa)

    Langjähriger Weggefährte von Silvio Berlusconi: Umberto Bossi (Quelle: dpa)

    Umberto Bossi, der langjährige Chef der rechtspopulistischen italienischen Lega Nord ist im Zuge eines Korruptionsskandals zurückgetreten. Bossi, ein langjähriger politischer Weggefährte von Silvio Berlusconi, lege die aktive Parteiführung "unwiderruflich" nieder, berichteten italienische Medien.

    Die Lega Nord war in den vergangenen Tagen zunehmend in den Strudel eines Skandals um Korruption und Veruntreuungen geraten. Die Staatsanwaltschaft ermittelt unter anderem gegen den bisherigen Schatzmeister Francesco Belsito, der am Dienstag zurücktrat.

    Hinweise auf Beteiligung an Geldwäsche

    Die Lega Nord soll fünf Millionen Euro unrechtmäßig in Tansania und Zypern investiert haben. Es gibt auch Hinweise auf Beteiligung an Geldwäsche aus Mafia-Geschäften. Bossi und seine Familie sollen auch Parteigelder für private Reisen und Bauarbeiten verwendet haben.

    Der Skandal trifft eine Partei, die bisher mit ihrer norditalienischen "Sauberkeit" geworben hatte. Bossi war bekannt für seine scharfen Worte gegen den "römischen Sumpf" und Italiens Süden.

    Ein Trio soll die Partei übergangsweise bis zu einem Parteitag führen, teilte die Lega Nord mit. Darunter ist auch der ehemalige Innenminister Roberto Maroni, der zum neuen starken Mann in der Lega werden könnte. Bossi solle stattdessen die Ehrenposition eines Präsidenten der Partei einnehmen, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa.

    Partei in Opposition zur Monti-Regierung

    Die Lega Nord war nach dem Rücktritt der Regierung Berlusconi Mitte November vergangenen Jahres als einzige der größeren Parteien im Parlament in Opposition zur neuen Regierung von Technokraten unter dem ehemaligen EU-Kommissar Mario Monti gegangen.

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