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Israel verhängt Einreiseverbot gegen Grass

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Israel verhängt Einreiseverbot gegen Grass

08.04.2012, 14:17 Uhr | dpa, dapd

Günter Grass darf nicht in Israel einreisen (Screenshot: Reuters)

Innenminister erklärt den deutschen Schriftsteller zur Persona non grata.

 

Israel hat Günter Grass wegen seines israelkritischen Gedichts zur Persona non grata erklärt. Ein Sprecher von Innenminister Eli Jischai bestätigte eine entsprechende Entscheidung.

Als Persona non grata, also unerwünschte Person, darf Grass nicht mehr nach Israel einreisen. Jischai sagte nach Angaben seines Sprechers, das Gedicht von Grass habe darauf abgezielt, "das Feuer des Hasses auf den Staat Israel und das Volk Israel anzufachen". Grass wolle so "die Idee weiterbringen, die er früher mit dem Tragen der SS-Uniform offen unterstützt hat".

Bei dem Einreiseverbot gegen Grass griff Jischai auf ein Gesetz zurück, dass es der Regierung erlaubt, ehemaligen Nazis die Einreise ins Land zu verweigern. Grass hatte eingestanden, in den letzten Monaten des Zweiten Weltkrieges in der Waffen-SS gedient zu haben.

Foto-Serie: Günter Grass sorgt für Skandal

"Verquere und lügnerische Werke"

Literaturnobelpreisträger Grass hatte in seinem Gedicht angeprangert, dass der Iran von einem atomaren Präventivschlag durch Israel bedroht sei, der das iranische Volk auslöschen könne. Zudem schrieb er, dass Israel den Weltfrieden gefährde. Dies hatte ihm harsche Kritik und den Vorwurf des Antisemitismus eingebracht.

Jischai sagte weiter: "Wenn Günter Grass weiter seine verqueren und lügnerischen Werke verbreiten will, sollte er dies vom Iran aus tun, dort kann er sicher ein begeistertes Publikum finden."

Außenministerium dementiert noch

Das israelische Außenministerium hatte zunächst bestritten, dass Grass nun Persona non grata sei. Sprecher Jigal Palmor sagte, ihm sei nichts davon bekannt: "Das erscheint mir Quatsch, ich weiß nicht, wo das herkommt."

Der israelische Außenminister Avigdor Lieberman kritisierte Grass allerdings nach Rundfunkangaben ebenfalls scharf. Bei einem Treffen mit dem italienischen Regierungschef Mario Monti habe er gesagt, die Äußerungen des deutschen Schriftstellers seien ein Ausdruck des Zynismus. Intellektuelle wie er seien bereit, "Juden auf dem Altar der Antisemiten zu opfern".

 
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