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Taliban greifen Diplomatenviertel in Kabul an

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Taliban greifen Diplomatenviertel in Kabul an

15.04.2012, 18:44 Uhr | dpa, dapd, AFP

In einer koordinierten Kommandoaktion haben Taliban-Kämpfer Ziele in der afghanischen Hauptstadt Kabul und in drei Provinzhauptstädten angegriffen. In Kabul hatten es die Selbstmordattentäter laut Polizei auf drei Ziele abgesehen: das zentrale Diplomatenviertel, das Parlament sowie den Neunten Bezirk. Ein Sprecher der radikalislamischen Taliban übernahm in einer Erklärung die Verantwortung für die Angriffe im Botschaftsviertel und auf das Parlament.

In der Nähe der US-Botschaft waren schwere Explosionen und Schüsse zu hören. Die Vertretung löste Alarm aus und forderte ihre Mitarbeiter auf, sich in Sicherheit zu bringen. Aus anderer Quelle hieß es, die britische Botschaft könnte das Ziel der Attacke gewesen sein.

"Wir können bestätigen, dass sich im Diplomatenviertel von Kabul ein Vorfall ereignet hat", sagte eine Sprecherin des Außenministeriums in London. "Wir stehen im engen Kontakt mit dem Botschaftspersonal."

Foto-Serie: Taliban starten Groß-Offensive

Deutsche Botschaft ebenso attackiert

Auch eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes bestätigte die Explosionen in Kabul. Es habe "kleinere Beschädigungen auch auf dem Gelände der deutschen Botschaft" gegeben, sagte sie. Menschen seien dabei nicht zu Schaden gekommen.

Bei den Angriffen seien mindestens fünf Menschen verletzt worden, sagte der Leiter der Kabuler Krankenhäuser, Kabir Amir. Die NATO teilte in einer Stellungnahme mit, allein in Kabul befänden sich sieben Einrichtungen unter Beschuss.

Aufständische feuern mit Raketen von Dächern

Die Angreifer feuern von einem hohen Gebäude aus Raketen in unterschiedliche Richtungen, berichtete ein Reporter aus Kabul.

Mehrere Kämpfer versuchten nach offiziellen Angaben, in das Parlament in Kabul einzudringen, wurden aber von Sicherheitskräften überwältigt. Auch einige Abgeordnete griffen selbst zu Waffen. An der Seite von Polizisten und Soldaten hätten sie das Feuer gegen die Aufständischen eigenhändig erwidert, sagte der Parlamentarier Mohammed Naeem Lalai.

Video 
Taliban befreien 400 Häftlinge in Pakistan

Hunderte griffen mit Gewehren und Panzerfäusten an. zum Video

Gemeinsam schossen sie demnach auf Angreifer, die sich nach dem gescheiterten Versuch, das Parlament zu stürmen, in einem Haus in der Nachbarschaft verschanzten.

Die Polizei in Kabul teilte mit, ein Angreifer sei getötet worden, als Einsatzkräfte gegen Aufständische vorgegangen seien, die sich in einem Gebäude neben dem Parlament verbarrikadiert hatten.

Taliban bekennen sich

Taliban-Sprecher Sabiullah Mudschahid sagte, Dutzende Kämpfer seien an den Operationen beteiligt. Die Angriffe markierten den Beginn der Frühjahrsoffensive der Taliban gegen die ausländischen Truppen und die afghanischen Sicherheitskräfte.

Augenzeugen berichteten, Angreifer hätten das neu erbaute Kabul Star Hotel gestürmt, das angeblich brennen soll. Es liegt in einem Gebiet, in dem sich auch eine US-Militärbasis, das UN-Büro und der Präsidentenpalast befinden.

In der Provinz Logar südlich von Kabul stürmten Selbstmordattentäter nach offiziellen Angaben zudem mehrere Regierungsgebäude, darunter das Büro des Provinzgouverneurs, das Polizeihauptquartier sowie eine US-Basis. Diese Gebäude liegen der Provinzregierung zufolge alle nah beieinander.

In einem Kabuler Vorort wurde ein Stützpunkt der türkischen Streitkräfte unterdessen mit Granaten beschossen. Griechische und türkische Soldaten hätten das Feuer erwidert, sagte ein Reporter vor Ort. Auch aus den Städten Dschalalabad und Gardes im Osten des Landes wurden Angriffe gemeldet.

Nach Angaben der Behörden griffen Aufständische außerdem Ziele in Dschalalabad, der Hauptstadt der Provinz Nangarhar, in Pul-e-Alam, der Hauptstadt der Provinz Logar, und in Gardes, der Hauptstadt der Provinz Paktia, an. Alle drei Provinzen liegen im umkämpften Osten des Landes. Landesweit wurden mehrere Angreifer getötet und einige Menschen verletzt.

Taliban befreien hunderte Häftlinge

Im Nordwesten Pakistans haben Taliban-Kämpfer unterdessen fast 400 Häftlinge aus einem Gefängnis befreit. Mehr als 150 schwer bewaffnete Aufständische stürmten eine Haftanstalt in der Stadt Bannu an der Grenze zu den pakistanischen Stammesgebieten, wie ein Sicherheitsvertreter sagte. Unter den Geflohenen sind demnach zahlreiche Rebellen und auch mehrere Verbrecher, die als gefährlich gelten.

Rund 100 Ausbrecher hätten sich im Laufe des Sonntags wieder gestellt, berichteten pakistanische Medien.. Ein Talibansprecher sagte, der Angriff sei langfristig geplant gewesen. Es sei gelungen, einen wichtigen Anführer der Aufständischen zu befreien.

 
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