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Anschläge erschüttern die Ukraine

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Anschläge erschüttern die Ukraine

27.04.2012, 14:02 Uhr | AFP, dpa

Mehrere Explosionen erschüttern die Ukraine. (Screenshot: Reuters)

In der Stadt Dnjepropetrowsk sind vier Sprengkörper detoniert. Zahlreiche Menschen werden dadurch verletzt.

 

Inmitten des Streits um das Schicksal von Julia Timoschenko, erschüttern jetzt Bombenanschläge die Ukraine: Bei einer Serie von Explosionen in der ukrainischen Stadt Dnjepropetrowsk wurden am Freitag mindestens 27 Menschen verletzt. Unter ihnen seien auch neun Kinder, teilte das Ministerium für Notfallsituationen mit.

Zunächst sei an einer Straßenbahnhaltestelle ein Sprengkörper detoniert, der in einem Abfalleimer versteckt gewesen sei, sagte am Freitag ein Polizeisprecher nach Angaben örtlicher Medien. Kurz darauf ereigneten sich mindestens drei weitere Explosionen an einem Kino. am Bahnhof der Stadt und in einer belebten Straße.

Die Zahl der Verletzten bezog sich auf die drei ersten Explosionen, zur vierten lagen zunächst keine näheren Angaben vor.

Foto-Serie: Die Anschlag-Serie in Dnjepropetrowsk

Anschläge in Dnjepropetrowsk: Die Stadt liegt etwa 400 Kilometer südöstlich von Kiew. (Quelle: Stepmap)Anschläge in Dnjepropetrowsk: Die Stadt liegt etwa 400 Kilometer südöstlich von Kiew. (Quelle: Stepmap) Auftakt zu einer umstrittenen EM

Der Hintergrund war zunächst unklar. Die ukrainische Staatsspitze unter Präsident Viktor Janukowitsch steht seit Wochen in der internationalen Kritik. Grund ist die Inhaftierung und Misshandlung der ukrainischen Ex-Premierministerin Timoschenko. Janukowitsch sprach nach den Anschlägen von einer "Herausforderung" für das Land.

Europäische Politiker und Menschenrechtler diskutieren derweil über einen Boykott der Fußball-Europameisterschaft (EM 2012), die in rund sechs Wochen beginnen soll. Bundespräsident Joachim Gauck hat eine Ukraine-Reise im Vorfeld der EM bereits abgesagt. Bundeskanzlerin Angela Merkel stellt Ihr Kommen in Frage.

Die Ukraine ist im Juni gemeinsam mit Polen Gastgeber der EM. Dnjepropetrowsk rund 400 Kilometer südöstlich von Kiew ist kein Austragungsort des Turniers. In der Stadt wurde die derzeit inhaftierte Ex-Regierungschefin Julia Timoschenko geboren.

Charité bietet Hilfe an

Die frühere Regierungschefin leidet seit Monaten unter starken Rückenschmerzen und war aus Protest gegen ihre Haftbedingungen vor einer Woche in einen Hungerstreik getreten.

Foto-Serie: Der Fall Julia Timoschenko

Aus Protest gegen die mutmaßliche Misshandlung Timoschenkos blockierten Abgeordnete ihrer Partei am Freitag das Parlament. "Julia Timoschenko ist den achten Tag im Hungerstreik" war auf einem Plakat im Sitzungssaal zu lesen. Die Politiker forderten eine Untersuchung der Vorwürfe, wonach die erkrankte Ex-Regierungschefin am vergangenen Freitag unter Anwendung von Gewalt in ein Krankenhaus verlegt und dabei misshandelt worden sei.

Derweil appellierte das Ärzteteam der Berliner Charité an Präsident Janukowitsch, die ehemalige Ministerpräsidentin Julia Timoschenko zur medizinischen Versorgung ins Ausland reisen zu lassen.

Der Vorstandsvorsitzende des Krankenhauses, Karl Max Einhäupl, sagte auf einer Pressekonferenz am Freitag in Berlin, er gehe davon aus, dass eine erfolgreiche Behandlung der in der Ukraine inhaftierten Politikerin nur in Deutschland möglich sei. Grund sei, dass der Bandscheibenvorfall Timoschenkos chronisch geworden sei. Die Charité hatte sich zur Behandlung bereiterklärt.

Grüne: Merkel soll Timoschenko im Knast besuchen

Timoschenko habe berichtet, dass ihr Schmerzmittel nur dann verabreicht worden seien, wenn sie sich bereit erklärt habe, sich einer weiteren Vernehmung zu stellen. Sie lehne es daher ab, von ukrainischen Ärzten behandelt zu werden.

Der menschenrechtspolitische Sprecher der Grünen, Volker Beck, forderte Merkel am Freitag auf, Gauck in seinem Protest gegen die Ukraine stärker zu unterstützen. Das Vorgehen von Präsident Janukowitsch gegen politische Gegner dürfe nicht unkommentiert hingenommen werden, sagte Beck der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

Es sei "richtig und nachvollziehbar", dass Gauck seine Teilnahme an einem Treffen mit anderen Staatschefs in die Ukraine abgesagt habe.

Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, Ruprecht Polenz (CDU), beurteilte einen Besuch der Kanzlerin bei Timoschenko hingegen skeptisch. "Ich weiß nicht, ob so ein Besuch angestrebt werden sollte", sagte Polenz am Freitag im ARD-"Morgenmagazin". Fraglich sei auch, ob die Regierung in Kiew einen solchen Besuch gestatten würde.

 
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