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Gewalt zwischen Armee und Demonstranten in Kairo

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Gewalt zwischen Armee und Demonstranten in Kairo

04.05.2012, 19:24 Uhr | dpa

Gewalt zwischen Armee und Demonstranten in Kairo. Gewalt in Kairo: Armeesoldaten und Demonstranten in einer wilden Prügelei.

Gewalt in Kairo: Armeesoldaten und Demonstranten in einer wilden Prügelei. (Quelle: dpa)

Kairo (dpa) - Mubarak ist Geschichte - jetzt richtet sich die Wut der ägyptischen Demonstranten gegen das Militär. "Nieder mit Feldmarschall Tantawi", rufen die Demonstranten. Wieder fliegen in Kairo die Steine.

Vor dem Verteidigungsministerium in Kairo gab es am Freitag mehr als ein Dutzend Verletzte, als Demonstranten und Soldaten aufeinander losgingen. Die Armee, die von der Polizei unterstützt wurde, setzte Wasserwerfer und Tränengas ein. Nach Angaben von Augenzeugen flogen von beiden Seiten Steine.

Anders als bei früheren Demonstrationen übertrug das staatliche Fernsehen Live-Bilder von den Ausschreitungen, an denen sich Hunderte Demonstranten beteiligten. Bis zum späten Nachmittag zählten Augenzeugen und Polizisten 16 Verletzte: zwölf Demonstranten und vier Soldaten.

Der Protest richtete sich gegen den Obersten Militärrat, der nach dem Rücktritt von Präsident Husni Mubarak im Februar 2011 die Macht übernommen hatte. Die Generäle hatten nach blutigen Ausschreitungen zwischen Demonstranten und Schlägertrupps in dem Viertel am Donnerstag erklärt, sie würden keine Demonstrationen mehr vor dem Ministerium dulden.

Auf dem zentralen Tahrir-Platz fand am Freitag zur gleichen Zeit eine Demonstration gegen das Militär und gegen die Übergangsregierung statt, die friedlich blieb. Tausende Aktivisten und Parteimitglieder aus verschiedenen politischen Lagern hatten zu der Kundgebung aufgerufen. Sie forderten eine rasche Machtübergabe der Militärs an eine zivile Regierung und die Entlassung von Ministerpräsident Kamal al-Gansuri. Auch die Muslimbrüder, die im ägyptischen Parlament die größte Fraktion bilden, beteiligten sich an dem Protest.

In dem Viertel vor dem Verteidigungsministerium war es diese Woche zu blutigen Straßenschlachten zwischen Demonstranten und Schlägertrupps gekommen. Die Polizei hatte erst sehr spät eingegriffen. Nach offiziellen Angaben starben neun Zivilisten.

Die Ägypter sollen am 23. Mai einen Nachfolger für Mubarak wählen, der inzwischen in Kairo vor Gericht steht. Der Militärrat hatte nach seinem Abgang die Machtbefugnisse des Präsidenten übernommen. Er hat versprochen, sich nach der Präsidentenwahl aus der Politik zurückzuziehen.

 
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