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Deutscher Professor behandelt Timoschenko in Klinik

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Deutscher Professor behandelt Timoschenko in Klinik

09.05.2012, 12:45 Uhr | dapd, AFP, dpa

Timoschenko in Krankenhaus (Screenshot: Reuters)

Die inhaftierte ukrainische Oppositionspolitikerin wird von einem deutschen Arzt wegen eines Bandscheibenvorfalls behandelt.

 

Die inhaftierte kranke Ex-Regierungschefin der Ukraine, Julia Timoschenko, ist aus dem Gefängnis von Charkow in ein Krankenhaus der Stadt verlegt worden. Danach begann der deutsche Neurologe Lutz Harms mit der Untersuchung der Oppositionspolitikerin. Das bestätigte Raissa Moiseenko, die stellvertretende Gesundheitsministerin, vor der staatlichen Klinik.

"Derzeit führt Professor Harms die Untersuchung an der hungerstreikenden Timoschenko durch, danach wird entschieden, wie wir weitermachen", sagte Moiseenko. Die ukrainische Regierung hat dem Charité-Spezialisten erlaubt, alle für die Behandlung notwendigen Medikamente und Hilfsmittel aus Deutschland einzuführen.

Ankunft im Krankenhaus

Timoschenko war am frühen Mittwochmorgen in das staatliche Krankenhaus verlegt worden. Laut Auskunft von Moiseenko teilt sich Timoschenko mit einer zweiten Patientin ein Krankenzimmer. Das Krankenhausgelände wurde seit dem Morgen schwer bewacht.

Ukrainischen Medienberichten zufolge hatte Harms bereits den Transport von Timoschenko ins Krankenhaus begleitet. Die 51-Jährige hatte angekündigt, nach der Verlegung in die Klinik einen Hungerstreik abzubrechen, den sie nach eigenen Angaben am 20. April begonnen hatte.

Timoschenko-Fall überschattet Fußball-EM

Die wegen angeblichen Amtsmissbrauchs zu sieben Jahren Gefängnis verurteilte Politikerin klagt seit Monaten über einen schweren Bandscheibenvorfall. Wegen des Falles ist das Co-Gastgeberland der Fußball-Europameisterschaft scharfer internationaler Kritik und Boykottdrohungen ausgesetzt. Beobachter werfen Staatspräsident Viktor Janukowitsch vor, seine politische Rivalin "kaltstellen" zu wollen.

Spezialisten der Berliner Charité hatten sich vergangene Woche mit Timoschenko auf eine Behandlung in der Klinik von Charkow rund 450 Kilometer östlich der Hauptstadt Kiew verständigt. Das Angebot der Bundesregierung, die Führerin der prowestlichen Orangenen Revolution von 2004 in Deutschland zu behandeln, lehnte Kiew ab.

 
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