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Arktis droht gigantische Atomkatastrophe

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Arktis droht gigantische Atomkatastrophe

25.09.2012, 19:57 Uhr | bew, t-online.de

Arktis droht gigantische Atomkatastrophe. Atomgrab in der Arktischen See: Auch das U-Boot "K-159" könnte massiv Strahlung freisetzen (Quelle: ARD REPORT MAINZ)

Atomgrab in der Arktischen See: Auch das U-Boot "K-159" könnte massiv Strahlung freisetzen (Quelle: ARD REPORT MAINZ)

Der Arktischen See droht eine atomare Katastrophe. In den Reaktor eines heimlich versenkten Sowjet-U-Boots dringt Meerwasser ein. Das russische Umweltministerium befürchtet das Schlimmste: Es gebe die "hohe Wahrscheinlichkeit einer unkontrollierten Kettenreaktion", wie das ARD-Magazin "Report Mainz" aus einem Dokument zitiert. Große Teile des Nordpolarmeers könnten verseucht werden.

Das sowjetische Atom-U-Boot "K-27" liegt in 33 Meter Tiefe auf dem Grund der Kara See, ein an die Barentssee grenzendes Randmeer südöstlich von Grönland. Die russische Nordmeerflotte hatte es 1981 nach einem Störfall, bei dem neun Seeleute tödlich verstrahlt wurden, unter strengster Geheimhaltung versenkt.

Nach Angaben des Staatlichen Russischen Instituts für Strahlenschutz (IBRAE) entweichen seitdem jährlich 851 Millionen Becquerel Radioaktivität aus dem 110 Meter langen Boot. Beamte des Umweltministeriums in Moskau erwarten eine nicht kontrollierbare Kettenreaktionen an Bord der "K-27", wie das ARD-Magazin berichtet.

"Die Brennstäbe werden möglicherweise zerstört. Es werden größere Löcher in die Bootshaut gerissen. Das heißt: Das radioaktive Material, das im Kern ist, kann im schlimmsten Fall vollständig und zwar sehr kurzfristig freigesetzt werden. Das ist eine Katastrophe", warnt Wolfgang Renneberg, der bis Ende 2009 die Abteilung Reaktorsicherheit im Bundesumweltministerium leitete.

Baldige Bergung dringend nötig

"Report Mainz" beruft sich auf eine interne Vorlage des russischen Umweltministeriums: Das 152-seitige Dokument wurde im Sommer 2011 als Entwurf für einen Staatsratsbericht verfasst. Dem Dokument zufolge müsse die "K-27" "bis spätestens 2014" gehoben werden, um der Katastrophe zu entgehen.

Auch die "K-159", ein in der Barentssee im Jahr 2003 versunkenes sowjetisches Atom-U-Boot, muss dem Dokument zufolge spätestens bis 2014 gehoben werden. Andernfalls bestehe die "Gefahr einer Umweltkatastrophe durch fehlende Schutzbarrieren." Unveröffentlichte Unterwasseraufnahmen der "K-159" zeigen große Löcher im Rumpf des U-Bootes sowie die geöffneten Luken.

Offiziellen russischen Angaben zufolge enthält dieses Atom-U-Boot 6,6 Billiarden Bequerel Radioaktivität. Zum Vergleich: Der gesamte im Schacht Asse eingelagerte Atommüll enthält nach Angaben des Öko-Instituts Darmstadt 3,7 Billiarden Becquerel.

Kreml verschweigt akute Bedrohung

Die zitierten kritischen Passagen aus der Vorlage des Umweltministeriums sind im veröffentlichten Bericht des Russischen Staatsrats nicht mehr enthalten. Offiziell räumen russische Behörden bislang nur "potentielle Gefahren" ein - wie akut die Bedrohung wirklich zu sein scheint, wird verschwiegen.

Dabei ist das Atom-Problem in der Arktis offenbar auf höchsten Ebenen bekannt. Die EU-Kommission erklärt auf eine Anfrage der Grünen schon im Juli 2012: "Die Kommission ist sich der von den versunkenen Atom-U-Booten und radioaktiven Abfällen ausgehenden Gefahr bewusst, die sie als besorgniserregend einstuft." Das deutsche Umweltministerium gibt sich wiederum unwissend: "Der Bundesregierung liegen keine Untersuchungen vor, die auf Gefahren hinweisen."

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Verstrahlter Fisch auf deutschen Tellern?

Kommt es zu einer Katastrophe, dürfte sich die Strahlung schnell bis nach Deutschland ausbreiten: Denn die Barentssee ist weltweit das wichtigste Fanggebiet für Kabeljau. Auch Deutschland bezieht Fisch dieser Region. "Wir fordern hier einfach verstärktes Monitoring, verstärkte Kontrollen auch auf hoher See, um sicherstellen zu können, dass keine Gefahr von diesen Fischen ausgeht", so Matthias Keller vom Bundesverband der deutschen Fischindustrie und des Fischgroßhandels im "Report Mainz".

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