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    Tschechien: Schwarzenberg und Zeman in der Stichwahl

    13.01.2013, 18:01 Uhr | dpa

    Tschechien: Schwarzenberg und Zeman in der Stichwahl. Hat es in die Stichwahl geschafft: Außenminister Karel Schwarzenberg.

    Hat es in die Stichwahl geschafft: Außenminister Karel Schwarzenberg. (Quelle: dpa)

    Prag (dpa) - Die erste Direktwahl des tschechischen Präsidenten hat am Samstag für eine Überraschung gesorgt: Außenminister Karel Schwarzenberg (75) trifft in einer Stichwahl in zwei Wochen auf den linken Ex-Ministerpräsidenten Milos Zeman (68).

    Der lange als möglicher Favorit gehandelte Bürgerliche Jan Fischer fiel unerwartet rasch aus dem Rennen. Die Entscheidung zwischen dem Linkspolitiker Zeman und dem adeligen Schwarzenberg fällt am 25. und 26. Januar.

    Der ehemalige Ministerpräsident Zeman führte in der ersten Runde mit 24,2 Prozent der Stimmen vor Schwarzenberg mit 23,4 Prozent. Der parteilose Fischer kam nur auf 16,3 Prozent. Das teilte das Statistikamt mit. Der am ganzen Körper tätowierte Künstler und Professor Vladimir Franz schaffte es auf 6,8 Prozent. Insgesamt hatte es neun Bewerber für den Posten des Staatsoberhauptes gegeben.

    Zeman repräsentiere die Vergangenheit, sagte Schwarzenberg am Samstag vor Anhängern in Prag. "Innerhalb der nächsten 14 Tage wird sich die grundsätzliche politische Ausrichtung der Tschechischen Republik entscheiden", sagte der böhmisch-fränkische Adelige. Tschechien müsse wieder einen Platz im Herzen Europas finden.

    "In der zweiten Runde beginnt alles von Null", ermunterte Zeman seine Unterstützer. Der 68-Jährige warf seinem Widersacher vor, für die Sparpolitik der Regierung Verantwortung zu tragen. Zeman stand von 1998 bis 2002 an der Spitze einer sozialdemokratischen Minderheitsregierung. Er gilt als Meister des politischen Bonmots, aber auch als Provokateur. Die Kommunisten (KSCM) sagten dem Linkspolitiker bereits ihre Unterstützung in der Stichwahl zu.

    Die 8,4 Millionen Wähler in Tschechien konnten nach einer Verfassungsänderung erstmals direkt über das Staatsoberhaupt entscheiden. Daher war der Andrang vor den Wahllokalen relativ groß: Die Beteiligung lag bei 61,3 Prozent. Bei der Senatswahl im Herbst dümpelte sie bei 34,9 Prozent.

    Der scheidende Präsident und scharfe EU-Kritiker Vaclav Klaus (71) durfte nach fast zehn Jahren im Amt nicht mehr antreten. Er war vom Parlament bestimmt worden. Sowohl Zeman als auch Schwarzenberg hatten vorab einen stärker pro-europäischen Kurs angekündigt. Der Präsident repräsentiert das Land im Ausland. Er ernennt den Ministerpräsidenten, die Verfassungsrichter und den Nationalbankrat.

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