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Frankreich beschließt Homo-Ehe

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Frankreich beschließt Homo-Ehe, bleibt aber gespalten

23.04.2013, 20:55 Uhr | dpa, AFP

Frankreich beschließt Homo-Ehe. Frankreichs Homosexuelle fordern volle Gleichberechtigung und protestieren gegen Anfeindungen aus Politik und Gesellschaft  (Quelle: Reuters)

Frankreichs Homosexuelle fordern volle Gleichberechtigung und protestieren gegen Anfeindungen aus Politik und Gesellschaft (Quelle: Reuters)

Trotz des erbitterten Widerstands der konservativen Opposition und der Katholischen Kirche hat Frankreich als weltweit 14. Land die höchst umstrittene Homo-Ehe eingeführt. Ein Thema, das die Nation spaltet - vor allem beim Adoptionsrecht.

Gegner des Schlüsselprojekts von Präsident François Hollande sehen die klassische Familie von Mann und Frau gefährdet und negative Auswirkungen auf Kinder, die mit zwei Müttern oder zwei Vätern groß werden.

Die von Hollandes Sozialisten dominierte französische Nationalversammlung hat nun aber abschließend für Eheschließungs- und Adoptionsrechte gleichgeschlechtlicher Paare gestimmt.

Hunderttausende protestieren

331 Abgeordnete sagten in der zweiten Lesung Ja, 225 Nein. Der Streit um die Homo-Ehe hatte die französische Gesellschaft in den vergangenen Monaten aufgewühlt. Bei Großdemonstrationen gingen wiederholt zehntausende Menschen gegen die Reform auf die Straße, zuletzt schlugen die Proteste in gewalttätige Ausschreitungen um.

Nach Umfragen ist nur eine knappe Bevölkerungsmehrheit für die Homo-Ehe. Das Adoptionsrecht wird mehrheitlich abgelehnt.

Der sich im katholischen Frankreich stärker als in anderen EU-Ländern zeigende Widerstand wird weitergehen - unabhängig vom erwarteten Abstimmungsergebnis, auf der Straße und politisch: Die konservative Oppositionspartei UMP will vor dem Verfassungsrat das Gesetz anfechten.

Hollande will Pluspunkte sammeln

Mit dessen Verabschiedung setzte der allgemein stark in der Kritik stehende Hollande eines seiner zentralen Wahlversprechen um. Für den Fall eines Machtwechsels versprachen UMP-Mitglieder bereits, das Homo-Ehe-Gesetz umschreiben zu wollen.

Im Homo-Ehe-Artikel heißt es im Kern: "Die Ehe wird geschlossen von zwei Personen unterschiedlichen oder gleichen Geschlechts." Die Sozialreform gilt als die bedeutendste seit Abschaffung der Todesstrafe im Jahr 1981.

"Die Pflicht des Staates ist es, gegen Diskriminierungen zu kämpfen", kommentierte Frankreichs Justizministerin Christiane Taubira den Beschluss, der nach dem Senatsvotum vom 12. April nur noch als Formsache galt.

Nächstes Streitthema: Künstliche Befruchtung

Der nächste Aufruhr steht an, falls die Sozialisten wie angekündigt ihr Vorhaben der künstlichen Befruchtung für Homosexuelle in Gesetzesform gießen.

In der Nationalversammlung war es bei einer Debatte beinahe zu einer Schlägerei gekommen, Sozialisten erhielten Briefe mit Morddrohungen und Schießpulver.

In Deutschland können gleichgeschlechtliche Paare bislang nur eine eingetragene Lebenspartnerschaft eingehen, die der Ehe rechtlich nicht gleichgestellt ist. So dürfen Schwule und Lesben nicht gemeinsam Kinder adoptieren.

Der von SPD und Grünen beherrschte Bundesrat will die Debatte über das Thema vorantreiben und hat beschlossen, einen Gesetzentwurf in den Bundestag einzubringen. Im Parlament kann Schwarz-Gelb den Vorstoß dort mit Kanzlermehrheit stoppen.

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