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Entführung in Cleveland: Schwere Kritik an Polizei

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Nach Entführungsfall von Cleveland Kritik an Polizei

09.05.2013, 11:05 Uhr | dpa

Nach zehn Jahren Gefangenschaft war es Berry jetzt gelungen zu entkommen.

Nach zehn Jahren Gefangenschaft war es Berry jetzt gelungen zu entkommen. (Quelle: dpa)

Washington (dpa) - Nach der Befreiung von drei entführten Frauen aus jahrelanger Gefangenschaft ist in den USA Kritik an den Ermittlern laut geworden. Nachbarn gaben an, die Polizei mehrmals auf eigenartige Vorgänge in dem "Horrorhaus" in Cleveland (Ohio) aufmerksam gemacht zu haben, wie Medien berichteten.

Die Polizei Cleveland wies die Vorwürfe zurück. Sie teilte mit, die Frauen seien in dem Haus mit Fesseln und Stricken festgebunden gewesen und nur selten rausgelassen worden, meist kurz in den Garten. Die ausführliche Befragung der drei Opfer wurde verschoben, zunächst würden die drei festgenommenen verdächtigen Brüder befragt.

Angeblich wollen Anwohner in den vergangenen Jahren sogar von "Frauen in Ketten" und "nackten, krabbelnden Frauen im Garten" berichtet haben. "Aber die haben das nicht ernst genommen", sagte Nachbarin Elsie Cintron. Auch der Notruf des Entführungsopfers Amanda Berry, nachdem ein Nachbar sie befreit hatte, sei nicht ernst genug genommen worden.

Von der Polizei hieß es, es seien in den vergangenen Jahrzehnten nur zwei Hinweise in Zusammenhang mit der betreffenden Adresse eingegangen und diese hätten beide nichts mit den vermissten Frauen zu tun gehabt. Die Ermittler versprachen eine polizeiliche Untersuchung des Hilfsanrufs von Berry. Vor allem müsse geklärt werden, warum der Beamte nicht am Apparat geblieben sei, bis die Einsatzwagen bei Berry angekommen waren.

Berry war am Montag mit Hilfe eines Nachbarn freigekommen. Er hatte Hilferufe gehört, Berry aus einem Spalt winken sehen und daraufhin die Tür eingetreten. Aus dem Haus eines Nachbarn rief Berry dann die Polizei. "Amanda hier ist die echte Heldin", sagte der stellvertretende Polizeichef Ed Tomba. "Sie hat die Sache ins Laufen gebracht (...) Ohne sie wären wir jetzt nicht hier." Die 27 Jahre alte Berry war als 16-Jährige verschwunden.

Die Polizei befreite auch zwei weitere Frauen und ein Kind aus dem "Horrorhaus": Gina DeJesus und Michelle Knight, die Medienberichten zufolge 23 und 32 Jahre alt sein sollen. Die damals 14-jährige DeJesus verschwand am 2. April 2004 auf dem Heimweg von der Schule. Knight wurde seit 2002 vermisst. Das sechsjährige Mädchen ist nach Angaben der Ermittler wahrscheinlich Berrys Tochter.

"Mein Herz brennt vor Erleichterung", sagte First Lady Michelle Obama in einem TV-Interview.

Die drei Frauen und das Kind wurden zu ihren Familien zurückgebracht, an von der Öffentlichkeit abgeschotteten Orten. Der 52 Jahre Hausbesitzer Ariel Castro, der Hauptverdächtige, und seine zwei 50 und 54 Jahre alten Brüder wurden festgenommen. Die Richter gaben der Polizei 48 Stunden Zeit, um die Vorwürfe gegen die Männer konkreter zu machen. Wie die Frauen festgehalten und ob sie sexuell missbraucht wurden, wollte die Polizei zunächst nicht sagen.

Ermittler suchten unterdessen das Haus und die Umgebung nach weiteren möglichen Entführungsopfern ab. Knight sagte Medienberichten zufolge aus, dass es vor etwa zehn Jahren noch eine weitere Frau unter ihnen gegeben habe, aber sie sei dann verschwunden.

Berichte über mögliche weitere Schwangerschaften der Entführungsopfer beschäftigen die Polizei ebenfalls: Der Lokalsender ABC Channel 5 News berichtete unter Berufung auf Polizeiquellen, eine der Frauen habe zwei oder drei Fehlgeburten erlitten. Eine andere Quelle sprach von bis zu fünf Schwangerschaften der Opfer, so der Sender.

Unterstützung kam von einem anderen ehemaligen Entführungsopfer: Jaycee Lee Dugard. Die Frauen brauchten nun Zeit für die Heilung, wurde Dugard in der "Los Angeles Times" zitiert. Dugard war 1991 als Mädchen entführt und 18 Jahre lang gefangen gehalten worden.

"Gestern ist ein weiteres Wunder geschehen", sagte Dugards Mutter Terry Probyn am Dienstag bei einer Preisverleihung, bei der ihre Tochter die Auszeichnung einer Hilfsorganisation für entführte Kinder erhielt. Das glückliche Ende von Cleveland habe ihn darin bestätigt, dass man nie die Hoffnung aufgeben sollte, sagte John Walsh, der Mitbegründer des Zentrums für vermisste und ausgebeutete Kinder.

09.05.2013, 11:05 Uhr | dpa

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