03.08.2013, 13:56 Uhr | dpa
Nach der weltweiten Reisewarnung der USA macht auch Deutschland seine Vertretung im Jemen dicht - aus Angst vor Terroranschlägen. Sie bleibe am Sonntag und Montag aus Sicherheitsgründen geschlossen, sagte ein Außenamtssprecher, ohne weitere Details zu den Hintergründen zu nennen.
Auch Großbritannien schließt seine Botschaft in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa an diesen beiden Tagen. Eine Sprecherin des britischen Außenministeriums sagte am Freitagabend, es handele sich um eine "Vorsichtsmaßnahme".
Die USA gaben am Freitag wegen erhöhter Terrorgefahr eine weltweite Reisewarnung heraus und kündigten an, 21 Botschaften und Konsulate in muslimischen Ländern von Mauretanien in Afrika bis ins asiatische Bangladesch am Sonntag nicht zu öffnen.
Nach Angaben des US-Außenministeriums gibt es Hinweise, dass Al-Kaida oder andere Terrororganisationen Anschläge planten. Besonders gefährdet seien der Nahe Osten, Nordafrika sowie die arabische Halbinsel. Die Gefahr bestehe bis Ende August.
Terroristen könnten besonders US-Ziele ins Visier nehmen, aber auch den öffentlichen Verkehr oder die touristische Infrastruktur. Das State Department wies ausdrücklich darauf hin, dass Al-Kaida in der Vergangenheit Flugzeuge, Züge und U-Bahnen sowie Schiffe angegriffen habe.
Der US-Sender CNN berichtete unter Berufung auf US-Beamte über neuste Geheimdienstberichte. Die sollen darauf hinweisen, dass Anschlagsplanungen von Al-Kaida-Terroristen auf der arabischen Halbinsel auf US- und westliche Ziele im letzten Stadium seien.
In den vergangenen Tagen habe die seit Wochen andauernde Kommunikation zwischen den Terroristen zugenommen. Konkrete Hinweise auf Anschläge gibt es offenbar aber nicht.
Eine weltweite Reisewarnung ("Travel Alert") gilt als außergewöhnlich: Ansonsten warnt das State Department in aller Regel vor Reisen in bestimmte Länder. Ein "Travel Alert" gilt als eine kurzfristige, ein "Travel Warning" als langfristige Warnung.
Das Auswärtige Amt in Berlin veränderte seine Sicherheitshinweise für deutsche Staatsbürger zunächst nicht. Die Sicherheitsvorkehrungen für die deutschen Botschaften würden permanent der aktuellen Sicherheitslage angepasst, sagte der Sprecher. "Wir stehen dazu in engem Kontakt zu unseren Verbündeten."
Experten meinen, dass die erhöhte Terrorgefahr mit dem Ende des muslimischen Fastenmonats Ramadan zusammenhänge. Zudem nähere sich das Datum des 11. September, an dem 2001 bei den Terrorangriffen in New York und Washington rund 3000 Menschen starben.
Vor einem Jahr wurden bei einem Angriff auf das US-Konsulat im libyschen Bengasi vier US-Diplomaten getötet.
03.08.2013, 13:56 Uhr | dpa
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