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Chodorkowski spricht über seine Zukunft

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"Sie hat es möglich gemacht"  

Chodorkowski dankt Angela Merkel

22.12.2013, 17:54 Uhr | AP, rtr, AFP, dpa, t-online.de

Chodorkowski spricht über seine Zukunft. Michail Chodorkowski zeigte sich bei seiner Pressekonferenz im Mauermuseum in Berlin dankbar gegenüber Bundeskanzlerin Angela Merkel und Ex-Außenminister Hans-Dietrich Genscher. (Quelle: dpa)

Michail Chodorkowski zeigte sich bei seiner Pressekonferenz im Mauermuseum in Berlin dankbar gegenüber Bundeskanzlerin Angela Merkel und Ex-Außenminister Hans-Dietrich Genscher. (Quelle: dpa)

Nach zehn Jahren Lagerhaft ist Kremlgegner Michail Chodorkowski in Berlin vor die Weltpresse gegangen. Das Interesse war gewaltig. Ein besonderer Dank Chodorkowskis für seine Freilassung galt Bundeskanzlerin Angela Merkel. Auch ein Weltmeister schätzt Merkels Rolle als entscheidend ein.

Namentlich bedankte sich Chodorkowski in der Pressekonferenz bei den ehemaligen Außenministern Hans-Dietrich Genscher und Guido Westerwelle und eben bei Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Ohne den Einsatz Merkels und die "Anstrengungen" Genschers wäre er nicht in Freiheit, sagte Chodorkowski in Gegenwart seiner Eltern bei der Pressekonferenz. Durch die Bemühungen Genschers sei "ein Punkt erreicht" worden, durch den "die Yukos-Sache" an ein Ende kommen könne. Zu Merkel sagte er: "Sie hat es möglich gemacht, dass ich heute in Freiheit bin."

Die Freilassung Chodorkowskis ist auch nach Ansicht des russischen Oppositionsführers Garri Kasparow "in erster Linie" ein Verdienst der Kanzlerin. "Ihr Druck hat eine entscheidende Rolle gespielt - sie hat da noch mehr bewirkt als die US-Amerikaner", sagte der frühere Schachweltmeister "Focus Online".

"Schwieriger Mensch" Putin

Nach zehn Jahren in Haft präsentierte sich der 50-Jährige zurückhaltend und hoch konzentriert. "Ich habe lange Zeit über die Dinge nachgedacht, die ich hier sage", erklärte er. Zu seinen Zukunftsplänen vermochte Chodorkowski nicht viel zu sagen, zu frisch sind noch die Eindrücke von Haft und Freilassung. Er habe erst als er im Flugzeug saß erfahren, dass das Ziel der Reise Berlin sei.

Zum Umgang mit dem "schwierigen Menschen" Wladimir Putin wollte Chodorkowski westlichen Staatsmännern keine Ratschläge geben. Dem russischen Präsidenten hatte der 50-Jährige ausdrücklich nicht für seine Freilassung gedankt.

Rückkehr vorerst ausgeschlossen

Eine Rückkehr nach Russland schloss Chodorkowski für die nahe Zukunft aus. Der russische Regierungskritiker ließ offen, wie lange er in Deutschland bleiben wird. Er habe noch keine Möglichkeit gehabt, mit seiner Familie darüber zu sprechen, sagte er. Sein Visum für die Bundesrepublik gelte für ein Jahr. Auch zu seinen weiteren Plänen erklärte der ehemalige Ölmagnat, er habe noch keine Entscheidung getroffen. Über seine Zukunft wolle er mit Freunden sprechen.

Chodorkowski sprach sich gegen einen Boykott der ersten russischen Olympischen Winterspiele aus. Die Spiele in Sotschi seien ein "Fest des Sports" für Millionen von Menschen. "Das sollte man nicht verderben", sagte Chodorkowski. Zugleich äußerte er die Hoffnung, dass Kremlchef Wladimir Putin das Spektakel nicht zu einem "persönlichen Fest für sich" mache.

Keine Rückkehr ins Geschäftsleben

Chodorkowski will sich nach seiner Freilassung für politische Gefangene in Russland einsetzen. Er wolle alles tun, um auch ihnen zur Freiheit zu verhelfen, sagte der 50-Jährige im Berliner Mauermuseum.

Angesichts der prowestlichen Massenproteste in der Ukraine forderte er außerdem eine Freilassung der dort inhaftierten Oppositionsführerin Julia Timoschenko. Er hoffe, dass der ukrainische Präsident Viktor Janukowitsch die frühere Regierungschefin in die Freiheit entlasse. Das Schicksal der schon mehrere Wochen lang von proeuropäischen Protesten erschütterten Ex-Sowjetrepublik lasse ihn nicht gleichgültig, weil er auch viele Verwandte in der Ukraine habe.

Chodorkowski selbst nicht ins Geschäftsleben zurückkehren. Als Chef des mittlerweile zerschlagenen Ölunternehmens Yukos habe er als Unternehmer alles erreicht und sei finanziell abgesichert genug.

Schon Kraft zum Scherzen

Als der einst reichste Unternehmer Russlands vor der Pressekonferenz auf sein verbliebenes Vermögen angesprochen wurde, hatte er schon wieder die Kraft zum Scherzen. Seine finanziellen Verhältnisse kenne er nicht. "Aber Fußballvereine werde ich ganz sicher nicht kaufen", sagte er mit einem Lächeln in Anspielung auf sportbegeisterte Oligarchen wie Roman Abramowitsch.

Der 50-Jährige will auch der russischen Opposition kein Geld geben. Nach seiner Freilassung aus russischer Lagerhaft kündigte der Ex-Milliardär an, dass er die Opposition gegen Präsident Wladimir Putin nicht finanzieren werde. Er wolle künftig nicht als "Sponsor für politische Parteien" auftreten.

Keine Karriere in der Politik

Zu Berichten über eine eigene Karriere in der Politik sagte er: "Ich denke, die Leute, die sich wirklich um mein Schicksal gekümmert haben, haben keinen Anlass für solche Spekulationen." Er werde keine Politik betreiben.

Chodorkowski gab dabei auch bekannt, dass er auf einen neuen Rechtsstreit um den früheren Ölkonzern Yukos verzichten will. "Ich werde nicht um meine Yukos-Anteile kämpfen." Als Chef von Yukos war er einst zum reichsten Mann Russlands geworden. Zur Rolle der Opposition sagte er: "Die Opposition hat derzeit keine starken Perspektiven, aber sie sind viel besser als noch vor zehn Jahren."

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