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Islamischer Staat: Schock nach Eroberungen im Irak und Syrien

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Extremisten offenbar unaufhaltsam  

IS-Schock nach Eroberungen im Irak und Syrien

22.05.2015, 13:40 Uhr |

Islamischer Staat: Schock nach Eroberungen im Irak und Syrien. Angreifen, erobern und weiterziehen: IS-Kämpfer im Irak. (Quelle: AP/dpa)

Angreifen, erobern und weiterziehen: IS-Kämpfer im Irak. (Quelle: AP/dpa)

Die Welt hatte aufgeatmet: Der Islamische Staat (IS) - für viele das Sinnbild eines islamisch geprägten Faschismus - schien auf dem Rückzug. Im Januar eroberten kurdisch-syrische Verbände das symbolisch wichtige Kobane zurück. Im Frühjahr dann startete die irakische Armee eine bislang beispiellose Offensive gegen den IS. Im Schlepptau hatten die Truppen nicht nur schiitische Milizen. Auch einige der vernachlässigten sunnitischen Stämme - strategische Verbündete des IS - konnte Bagdad für den Kampf gegen die Extremisten zurückgewinnen. Die Folge: Tikrit - einst Heimat des Diktators Saddam Hussein - konnte in einer mehrtägigen Schlacht zurückerobert werden.

Und jetzt das: Innerhalb von nur wenigen Tagen überrannte der IS nicht nur Ramadi im Irak - die strategische wichtige Hauptstadt der riesigen Provinz Al-Anbar. Am Mittwoch mussten örtliche Blogger, gefolgt von Syriens Regierung, eingestehen, dass auch die antike Oasenstadt Palmyra in die Hände des IS gefallen war.

Der Weg nach Damaskus steht offen

Vor allem letztere Eroberung stellt eine wichtige Wegmarke im umkämpften Syrien dar: Mehr als die Hälfte des Landes befindet sich dort jetzt in der Hand des IS. Dazu kommen Erdgasfelder in der Nähe Palmyras, die die Terrorgruppe erobert hat. Dadurch kann der IS nun strategisch wichtige Routen kontrollieren: Die Wege für Vorstöße nach Homs und Syriens Hauptstadt Damaskus stehen offen.

Wie immer folgten der Eroberung Massaker und Verfolgungen: Im Ramadi hatten die Eroberer offenbar Listen mit den Namen von Polizisten und Soldaten. Wer nicht schon geflohen war, wurde abgeholt: "Sie brachten jeden um, der es nicht schaffte zu fliehen, so ein Polizeioffizier zum "Guardian". In Palmyra sollen bis zu 280 Menschen ermordet worden sein.

Kopflose Gotteskrieger oder kühl berechnende Strategen?

Mit dem Angriff auf Ramadi bewies der IS auch sein strategisches Geschick: Schon Mitte April hatte die Attacke auf die Provinzhauptstadt begonnen - offenbar auch ein Entlastungsangriff, um irakische Kräfte zu binden, die sonst weiter in Richtung Mossul vorgerückt wären.

Fast schon grotesk wirkt da die Sorge der Weltgemeinschaft um die Welterbe-Ruinen Palmyras, die vermutlich wie andere zuvor der Zerstörungswut der Gotteskrieger zum Opfer fallen dürften.

"Die wollten diese Stadt unbedingt verteidigen"

Was die Menschen vor Ort aber am meisten schockiert: Sowohl das irakische Ramadi als auch das syrische Palmyra waren eigentlich bestens verteidigt worden. Zwar mischte sich im Gegensatz zum Kampf im Irak in Palmyra nicht die US-Luftwaffe ein - so weit geht der Pragmatismus der IS-Gegner dann doch nicht, dass Washington mit dem verhassten Assad-Regime gemeinsame Sache machen würde. In beiden Städten standen dem IS Elitetruppen gegenüber, heißt es.

"Die wollten diese Stadt unbedingt verteidigen", zitiert der britische "Guardian" einen verzweifelten Beamten, der am Mittwoch aus Palmyra geflohen war. "Sie haben es sogar versucht. Aber wenn das das ist, was dabei herauskommt, wenn sie ihr Bestes geben, ist das Land verloren."

Jetzt blickt die Welt wieder voller Sorge aufs Zweistromland: Die große Gegenbewegung, die IS zurücktreiben sollte - sie scheint gestoppt. Der IS-Vormarsch läuft offenbar ungehindert weiter.

 (Quelle: dpa) (Quelle: dpa) IS nimmt letzten Grenzübergang zwischen Irak und Syrien ein

Auch die USA bekennen: "Dies wird eine Herausforderung, die der nächste Präsident bewältigen muss". Mindestens drei Jahre werde der Krieg gegen die Dschihadisten noch dauern - und das sei nur die erste Phase des Kampfes, so Josh Earnest, Sprecher des Weißen Hauses. Obama sprach von einem "taktischen Rückschlag".

Beobachter sehen in den jüngsten Niederlagen aber nicht nur die Stärke des IS, sondern auch die Schwäche der Regierungen im Irak und Syrien: Bagdad ist zu koordinierten Feldzügen offenbar nur begrenzt in der Lage; das Regime in Damaskus, das ohnehin nur noch ein Viertel des Landes kontrolliert, befindet sich scheinbar in Auflösung. Die USA kündigten unterdessen die Lieferung von 2000 Panzerabwehrwaffen an den Irak an.

In der Nacht auf Donnerstag nahm der IS die Stadt Al-Tanif ein - den letzten noch offenen Grenzübergang zwischen Irak und Syrien. Im Irak überrannten IS-Kämpfer nach Polizeiangaben die Verteidigungslinie der Sicherheitskräfte bei Husaiba zehn Kilometer östlich von Ramadi. Der Eroberungszug des IS geht erst einmal weiter.

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