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Kommentar zu den Terroranschlägen: Paris ist überall

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Kommentar  

Paris ist überall

16.11.2015, 18:41 Uhr | as, t-online.de

Kommentar zu den Terroranschlägen: Paris ist überall. Der Eiffelturm als Friedenssymbol - etwa in London. Paris ist überall. (Quelle: Reuters)

Der Eiffelturm als Friedenssymbol - etwa in London. Paris ist überall. (Quelle: Reuters)

Ein Kommentar von Chefredakteur Axel Schrüfer.

Ja, die Terroranschläge in Paris sind eine Kriegserklärung an uns alle. An unsere Werte, unsere Freiheit und unsere Art zu leben. Und an unser Leben an sich. Sie hinterlassen Trauer, Mitgefühl, Angst, Fassungslosigkeit, unbändigen Hass. Und Hilflosigkeit.

Seit über zwei Jahren sieht die Welt, sehen wir hilf- und fassungslos zu, wie der IS im Nahen Osten barbarische Massenhinrichtungen vollzieht, Städte dem Erdboden gleich macht und sich wie ein Krebsgeschwür ausbreitet. Genauso wie wir der Mörderbande Boko Haram zusehen, wie sie in Nigeria Dörfer niederbrennt, Frauen versklavt und die Bevölkerung massakriert.

Spätestens mit den Attentaten von Paris ist der Terror nun endgültig und brutal in Europas Mitte angekommen. Direkt vor unserer Haustür, eben nicht mehr weit weg am gefühlten Ende der Welt. Die Botschaft heißt nun: Paris ist überall, der Terror ist überall.

Wie reagieren wir nun als Person, Staat und Weltgemeinschaft darauf?  Wir haben nur eine Wahl, wir müssen den erklärten Krieg annehmen und mit aller Konsequenz zurückschlagen. Verbale Dämonisierung, Solidaritätsadressen über soziale Medien und die gelegentliche Bombardierung von Terroristen-Camps genügen nicht, um den Terror zu besiegen. Was wir brauchen ist eine Strategie, einen Masterplan der zivilisierten Welt.

Wir müssen den Kampf auf allen Ebenen führen - vor allem in der Gesellschaft, um Perspektivlosigkeit und Ghettoisierung zu verhindern. Wir müssen mehr in Bildung investieren, Islam-Unterricht für alle an staatlichen Schulen anbieten und auch unsere Bürger über den muslimischen Glauben aufklären. Durch eine stärkere Integration erschweren wir den Gewaltorganisationen die Rekrutierung von Nachwuchs. Wir müssen auch die Finanzierungsquellen des Terrors trocken legen, ihre Kommunikationskanäle durchdringen - und, ja, letztlich auch militärische Entschlossenheit zeigen.

Dafür brauchen wir neben einem gemeinsamen Willen, unsere Werte zu verteidigen, viel Geduld und Durchhaltevermögen. Aber auch die Bereitschaft Opfer zu akzeptieren. Und wir brauchen besonnene Staatenlenker mit Weitsicht. Nationalismus und Populismus brauchen wir hingegen nicht.

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