Sie sind hier: Home > Nachrichten > Ausland >

Terrorismus: Mutmaßlicher Moschee-Attentäter war Fan von Le Pen

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Québec in Kanada  

Mutmaßlicher Moschee-Attentäter war Fan von Le Pen

31.01.2017, 18:04 Uhr | dpa

Terrorismus: Mutmaßlicher Moschee-Attentäter war Fan von Le Pen. Die kanadische Flagge am Peace Tower in Ottawa weht auf halbmast.

Die kanadische Flagge am Peace Tower in Ottawa weht auf halbmast. Foto: Adrian Wyld. (Quelle: dpa)

Québec (dpa) - Der mutmaßliche Attentäter von Québec, der in einer Moschee sechs Menschen erschossen und 19 verletzt haben soll, muss sich wegen Mordes und versuchten Mordes vor Gericht verantworten.

Der 27 Jahre alte Alexandre Bissonnette erschien in der ostkanadischen Provinzhauptstadt vor Gericht, seine nächste Anhörung ist für den 21. Februar geplant. Ihm könnte auch eine Anklage wegen terroristischer Handlungen drohen.

Seinem inzwischen nicht mehr verfügbaren Facebook-Profil zufolge studierte der Französisch-Kanadier Bissonnette an der bekannten Laval University Anthropologie und Politikwissenschaft und lebte nicht weit von der Moschee. Auf Facebook gab er sich unter anderem als Fan der französischen Präsidentschaftskandidatin Marine Le Pen von der rechtsextremen Front National (FN) zu erkennen. Für Politik interessierte er sich Freunden zufolge verstärkt seit einem Besuch Le Pens in Québec im März 2016.

Laut Aussagen von Bekannten vertritt er offen Positionen der radikalen Rechten. Bissonnette sei von einer "rassistischen Nationalismus-Bewegung" inspiriert, sagte ein Bekannter der Zeitung "Globe and Mail". Ein weiterer Bekannter sagte dem "Journal de Québec", Bissonnette sei "sehr rechts", "ultra-nationalistisch" und glaube an die Vorherrschaft von Weißen über Menschen anderer Hautfarbe. Zuletzt arbeitete er für eine Non-Profit-Organisation, die die Blutversorgung in der Provinz sicherstellt.

Bissonnette war von einer schwer bewaffneten Polizeieinheit rund 20 Kilometer von der Moschee entfernt festgenommen worden, nachdem er die Polizei gerufen hatte, um sich zu stellen. Einen zweiten zunächst Verdächtigten, der aus Marokko stammt und an der Moschee festgenommen wurde, stufte die Polizei als Zeugen ein und setzte ihn wieder auf freien Fuß. Andere Beteiligte gab es den Ermittlern zufolge nicht.

Bei den sechs Todesopfern handelt es sich um Männer im Alter zwischen 39 und 60 Jahren, darunter ein Universitätsprofessor und der Besitzer eines Halal-Metzgerladens. Zwei der insgesamt 19 Verletzten schwebten am Montag noch in Lebensgefahr. Der Zustand mehrerer lebensgefährlich Verletzter war nach Operationen im Krankenhaus aber stabil.

Hunderte Menschen versammelten sich bei winterlichen Temperaturen am Montagabend in größeren Städten des Landes, um den Opfern mit Mahnwachen zu gedenken. Kanadas Premierminister Justin Trudeau und Anführer der großen politischen Parteien erklärten der muslimischen Gemeinde das Landes bei einer Sitzung im Unterhaus des Parlaments in Ottawa ihre Unterstützung.

"Wir sind mit Euch", sagte Trudeau. "Auch 36 Millionen Kanadiern ist das Herz gebrochen worden. Ihr sind uns wichtig. Ihr leistet einen enormen Beitrag zu unsere Land. Ihr seid hier zu Hause." Trudeau reiste kurzfristig zu einer Mahnwache nach Québec.

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
News-Video des Tages
Anzeige

Shopping
Shopping
Trendige Sofas und Couches für jeden Geschmack
reduzierte Angebote entdecken bei ROLLER.de
Shopping
Vom Fleck weg gekauft: Hoover Haushaltsgeräte
OTTO.de
THEMEN VON A BIS Z

Anzeige
shopping-portal
© Ströer Digital Publishing GmbH 2017