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Regierung  

Krimi um Perus gesuchten Ex-Präsidenten: Toledo in den USA

11.02.2017, 14:20 Uhr | dpa

Regierung - Krimi um Perus gesuchten Ex-Präsidenten: Toledo in den USA. Wegen Korruptionsvorwürfen ist internationaler Haftbefehl gegen Toledo erlassen worden.

Wegen Korruptionsvorwürfen ist internationaler Haftbefehl gegen Toledo erlassen worden. Foto: Karel Navarro/Archiv. (Quelle: dpa)

Lima (dpa) - Der mit internationalem Haftbefehl gesuchte frühere peruanische Präsident Alejandro Toledo ist anders als vermutet nicht mehr in Frankreich, sondern in den USA. Er verfolge Pläne, um nach Israel zu fliehen, teilte die peruanische Regierung mit.

"Wir haben aus guter Quelle Informationen, dass sich der Ex-Präsident in San Francisco aufhält. Deshalb haben wir die Behörden der Vereinigten Staaten alarmiert." Toledo (70) wird vorgeworfen, 20 Millionen US-Dollar (18,5 Mio Euro) Bestechungsgeld vom brasilianischen Baukonzern Odebrecht für den Bau der Interoceanica angenommen zu haben - die Straße verbindet über Tausende Kilometer Atlantik und Pazifik. Für Hinweise, die zur Ergreifung Toledos führen, lobte Perus Regierung eine Prämie von 100 000 Soles (28 000 Euro) aus. Toledo bestreitet die Vorwürfe.

Odebrecht hat nach Ermittlungen der US-Justiz jahrelang Politiker und Beamte in zahlreichen Ländern bestochen, um öffentliche Bauaufträge zu erhalten. Insgesamt sollen 785 Millionen Dollar (734 Mio Euro) Schmiergeld geflossen sein. Mehrere Odebrecht-Manager hatten durch Aussagen die Ausmaße des Skandals ans Licht gebracht.

Bei Odebrecht habe es eine regelrechte "Bestechungsabteilung" gegeben, die sich um die Schmiergelzahlungen gekümmert habe, betonten die Ermittler. Das Unternehmen, dessen Ursprünge auf deutsche Einwanderer zurückgehen, hat rund 128 000 Mitarbeiter und ist in 26 Ländern aktiv.

Toledo soll in seiner Amtszeit von 2001 bis 2006 entscheidend bei der Interoceanica-Auftragsvergabe geholfen haben. Sein Anwalt hatte kurz vor den Angaben über einen Aufenthalt in den USA noch mitgeteilt, Toledo sei in Paris. Wie die Regierung in Peru mitteilte, wurden die 190 Mitgliedsländer von Interpol wegen akuter Gefahr einer Flucht Toledos alarmiert.

Toledos Ehefrau Eliane Karp hat enge Verbindungen nach Israel. Zudem ist der israelische Geschäftsmann Josef Maiman eine Schlüsselfigur in der Korruptionsaffäre um Toledo.

Odebrecht soll auch als Wahlkampfspender in Panama und Kolumbien aktiv gewesen sein. Die Partei des panamaischen Präsidenten Juan Carlos Varela veröffentlichte deshalb am Freitag eine Liste mit Spendern und Beträgen. Der Staatschef hatte bereits erklärt, im Wahlkampf 2014 keine Spenden von Odebrecht erhalten zu haben.

Varela war von einem früheren Vertrauten belastet worden. Der Rechtsanwalt Ramón Fonseca Mora sagte, Varela habe Spenden des Baukonzerns erhalten. Fonseca ist Partner der Kanzlei Mossack Fonseca, die durch die Veröffentlichung der "Panama Papers" bekannt wurde. Er war Varelas persönlicher Berater und stellvertretender Vorsitzender der Regierungspartei Partido Panameñista.

Auch Kolumbiens Präsident und Friedensnobelpreisträger Santos soll von Odebrecht Geld für seinen Wahlkampf bekommen haben. Er weist die Vorwürfe ebenfalls zurück.

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