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Vierter Verdächtiger nach Tod von Kims Halbbruder in Haft

18.02.2017, 13:54 Uhr | dpa

Personen: Vierter Verdächtiger nach Tod von Kims Halbbruder in Haft. Polizisten sperren im Flughafen von Kuala Lumpur einen Bereich ab, in dem der Mord nachgestellt werden soll.

Polizisten sperren im Flughafen von Kuala Lumpur einen Bereich ab, in dem der Mord nachgestellt werden soll. Foto: AP. (Quelle: dpa)

Kuala Lumpur (dpa) - Nach dem rätselhaften Tod des ältesten Halbbruders von Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hat die Polizei einen weiteren Verdächtigen festgenommen.

Der 46 Jahre alte Nordkoreaner sei am Freitagabend (Ortszeit) im malaysischen Bundesstaat Selangor in Gewahrsam genommen worden, teilte die Polizei am Samstag mit. Selangor umschließt die Hauptstadt Kuala Lumpur. Nach drei weiteren Verdächtigen werde noch gefahndet. Weitere Details wurden zunächst nicht bekannt.

Der 45 Jahre alte Kim Jong Nam war am Montag auf dem Flughafen von Kuala Lumpur während eines nur wenige Sekunden dauernden Überfalls getötet worden. Er soll Opfer eines Giftanschlags geworden sein.

In dieser Woche waren bereits zwei Frauen, eine 29-Jährige mit indonesischem Pass sowie eine 28-Jährige mit Papieren aus Vietnam, als Hauptverdächtige sowie ein Malaysier festgenommen worden. Bei den Frauen wird spekuliert, dass sie Agentinnen des nordkoreanischen Geheimdienstes sind.

Der 45-jährige Kim Jong Nam - erstgeborener Sohn des früheren Diktators Kim Jong Il - wurde einst als dessen Nachfolger gehandelt. Noch zu Lebzeiten des Vaters fiel er jedoch in Ungnade. Nach dessen Tod im Dezember 2011 rückte sein jüngerer Halbbruder Kim Jong Un an die Spitze des kommunistischen Staates auf.

Kim Jong Nam lebte seither die meiste Zeit im Ausland. Mehrfach äußerte er sich kritisch über die Situation in seinem Heimatland, der letzten kommunistischen Dynastie. Als Regimegegner galt er jedoch nicht.

Nach seinem Tod richtet sich der Verdacht vor allem gegen Nordkorea, dessen Machthaber für brutales Vorgehen bekannt ist. Über die möglichen Motive wird spekuliert. Malaysias Behörden halten sich offiziell sehr zurück. Die "New Straits Times" (Donnerstag) zitierte einen hochrangigen Polizeibeamten aber mit den Worten: "Wir haben Grund zu der Annahme, dass dies das Werk von ausländischen Agenten war."

Nordkorea erklärte am Freitag, die die Ergebnisse der Obduktion von Kim Jong Nam nicht anerkennen zu wollen. Die Behörden in Malaysia hätten diese ohne Einverständnis Nordkoreas und ohne nordkoreanische Zeugen vorgenommen, sagte Botschafter Kang Chol in Kuala Lumpur.

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