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Anschlag in London: IS reklamiert Anschlag für sich

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Terror-Attacke in London  

IS reklamiert Anschlag für sich

05.06.2017, 06:32 Uhr | dpa, pdi

Anschlag in London: IS reklamiert Anschlag für sich. Schwerbewaffnete Polizisten gehören nach der Terror-Nacht zum Alltag in London. (Quelle: AP/dpa)

Schwerbewaffnete Polizisten gehören nach der Terror-Nacht zum Alltag in London. (Quelle: AP/dpa)

Ein Anschlag mit mindestens sieben Toten in der britischen Hauptstadt erschüttert das Land. Premierministerin May kündigt wenige Tage vor der Wahl eine härtere Gangart im Kampf gegen den Terror an. Die Terrormiliz Islamischer Staat reklamiert den Anschlag für sich.

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat den Anschlag in London für sich reklamiert. Die in der Nacht zum Montag verbreitete Erklärung des IS-Sprachrohrs Amak konnte zunächst nicht auf Echtheit überprüft werden. Sie wurde aber über für den IS übliche Kanäle und in der üblichen Form verbreitet.

Drei Männer hatten am Samstagabend im Zentrum Londons Menschen mit einem Lieferwagen und langen Messern attackiert und dabei sieben Menschen getötet und rund 50 weitere teil schwer verletzt. Die mutmaßlichen Terroristen wurden von Polizisten erschossen - vom Notruf bis zu ihrer Tötung vergingen acht Minuten. Unter den Verletzten waren nach Angaben von Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) auch zwei Deutsche.

Es war das dritte Attentat binnen drei Monaten in dem Land, alle drei hat der IS für sich in Anspruch genommen. Der zweite Anschlag liegt gerade einmal zwei Wochen zurück: In Manchester hatte am 22. Mai ein Selbstmordattentäter nach einem Auftritt der US-Sängerin Ariana Grande 22 Menschen mit in den Tod gerissen. Bei einem Benefizkonzert in der nordenglischen Stadt gedachte Grande am Sonntagabend gemeinsam mit Kollegen wie Miley Cyrus und Justin Bieber sowie 50 000 Zuschauern der Opfer dieses Anschlags.

In London soll am Montag bei einer Mahnwache der Opfer gedacht werden. "Wir werden diese Feiglinge nie gewinnen lassen, und wir werden uns nie vom Terrorismus einschüchtern lassen", sagte Bürgermeister Sadiq Khan mit Blick auf die Attentäter.

Die Ermittlungen im Umfeld der drei Angreifer gehen weiter. Ihre Identitäten sollen veröffentlicht werden, sobald dies ermittlungstaktisch möglich sei, hieß es. Im Zusammenhang mit der Tat hielt die Polizei noch elf Menschen fest. Inwieweit sie in den Anschlag verwickelt waren, blieb zunächst unklar.

Das IS-Sprachroht Amak berichtete von einer "Abteilung von IS- Kämpfern", die für den Anschlag verantwortlich seien. Die Direktorin der auf die Auswertung dschihadistischer Propaganda spezialisierte Site Intelligence Group, Rita Katz, sah darin einen Hinweis, dass die Attacke "wahrscheinlich" mit der Führung der Terrormiliz koordiniert war. Ähnliche Anschläge mit Autos waren zuletzt allerdings eher ein Zeichen der Planung durch einen "einsamen Wolf", der vom IS zu seiner Tat inspiriert, aber nicht beauftragt wurde.

Über IS-Propagandakanäle wurde zudem ein Bild verbreitet, das den Anschlag verherrlicht. Darauf ist ein Mensch mit einem blutigen Messer in der Hand zu sehen und im Hintergrund - fälschlicherweise - die Tower Bridge statt der London Bridge sowie ein weißer Transporter. In Arabisch, Französisch und Englisch steht daneben der Satz "Rache. Kein Kompromiss... bei der Sicherheit der Muslime".

Die britische Premierministerin Theresa May kündigte nach dem Londoner Anschlag eine härtere Gangart im Anti-Terror-Kampf an. "Jetzt reicht's", sagte die Regierungschefin. Wenige Tage vor der Parlamentswahl am Donnerstag stellte sie zugleich einen Vier-Punkte-Plan vor, der sich auch gegen den radikalen Islamismus richtet. "Wir müssen viel stärker daran arbeiten, ihn zu erkennen und ihn aus dem öffentlichen Dienst und der Gesellschaft auszurotten." Mit dem Begriff "öffentlicher Dienst" spricht May vermutlich das Schulwesen an. Es gebe "viel zuviel Toleranz für Extremismus in unserem Land", sagte sie.

May drang zugleich auf eine bessere Überwachung und Regulierung des Internets und von Messengerdiensten an. Extremisten dürften dort keine Rückzugsorte mehr finden. Sie betonte, dafür brauche es internationale Vereinbarungen.

US-Präsident Donald Trump sagte Großbritannien nach den Terroranschlägen in London erneut "unerschütterliche Unterstützung" zu. Zugleich betonte er seine Entschlossenheit, die USA mit allen nötigen Mitteln vor terroristischen Attacken zu schützen.

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