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IS-Angriff im Iran: Anschlag im Herzen des Feindeslandes

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Doppel-Anschlag in Teheran  

Angreifer schlugen in Frauenkleidern zu

07.06.2017, 21:41 Uhr | rtr, dpa, AFP, df

IS-Angriff im Iran: Anschlag im Herzen des Feindeslandes. Attentäter sprengt sich im Parlament in die Luft (Quelle: Twitter/Sandoogh)

Sicherheitskräfte versuchen eingeschlossene Besucher des Parlamentsgebäudes in Teheran zu befreien. (Quelle: Twitter/Sandoogh)

Zwei beinahe zeitgleiche Angriffe haben die iranische Hauptstadt Teheran erschüttert. Mindestens 12 Menschen wurden dabei getötet. Einige der Angreifer trugen Frauenkleidung.

Bewaffnete und Selbstmordattentäter haben im Iran das Parlament und das Mausoleum des verstorbenen Revolutionsführers Ajatollah Ruhollah Chomeini angegriffen. Nach Angaben der staatlich betriebenen Nachrichtenwebseite Misan Online wurden zwölf Menschen getötet und 42 verletzt. Die Terrormiliz Islamischer Staat bekannte sich zu den Anschlägen. Deutschland, die USA und zahlreiche andere Staaten verurteilten den Doppelanschlag.

Die Anschläge begannen mit einem Sturm auf die Parlamentsanlage, wo eine Sitzung im Gange war. Einer der bewaffneten Angreifer sprengte sich im Innern in die Luft, wie das Staatsfernsehen mitteilte.

Der stellvertretende Innenminister Mohammed Hossein Solfaghari sagte dem Staatsfernsehen, die offenbar männlichen Angreifer hätten Frauenkleidung getragen. Die halbamtliche Nachrichtenagentur Tasnim berichtete später, die Belagerung sei beendet. Vier der Angreifer seien getötet worden.

Angreifer feuerten auf Passanten

Augenzeugen berichteten, die Angreifer hätten von einem höheren Stockwerk des Parlamentsgebäudes auf Menschen in den Straßen unten geschossen. Ein AP-Reporter sah mehrere Polizei-Scharfschützen auf Gebäudedächern in der Gegend um das Parlament. Polizeihubschrauber kreisten über dem Gebiet, das Handynetz wurde abgeschaltet.

Kurz nach dem Anschlag auf das Parlament attackierten ein Selbstmordattentäter und andere Angreifer das Mausoleum außerhalb der Hauptstadt Teheran, wie der staatliche Rundfunk des Landes meldete. Ein Wachmann und einer der Angreifer seien getötet, eine Frau festgenommen worden.

Iraner sind für den IS Abtrünnige

Der Anschlag auf das Mausoleum hat Symbolcharakter. Revolutionsführer Chomeini war ab 1979 das erste geistliche Oberhaupt der Islamischen Republik Iran. Er starb 1989. Das Mausoleum ist eine Pilgerstätte für seine Anhänger. Der IS bekannte sich über sein Sprachrohr Amak zu den Anschlägen. Die sunnitische Terrormiliz betrachtet die schiitische Mehrheit der Iraner als Glaubensabtrünnige.

Parlamentspräsident Ali Laridschani verurteilte die Angriffe als feige Aktion, die zeige, dass sich der Iran Feinde unter militanten Islamisten gemacht habe. Der Iran sei eine Säule im Kampf gegen den Terror. Der Oberste Führer des Landes, Ajatollah Ali Chamenei, verteidigte das Eingreifen des Irans in Kriege in der Region.

Teheran macht Saudi-Arabien verantwortlich

Die iranischen Revolutionsgarden erklärten, es sei "vielsagend", dass die Anschläge verübt worden seien, kurz nachdem US-Präsident Donald Trump Saudi-Arabien die Unterstützung der USA zugesichert habe. Das Königreich unterstütze ständig Terroristen, einschließlich der Miliz Islamischer Staat. Dass der IS sich zu dem Attentat bekannt habe, "verrät ihre (Saudi-Arabiens) Hand in dieser barbarischen Aktion". Allerdings ist auch Saudi-Arabien Ziel von IS-Anschlägen geworden.

Bundesaußenminister Sigmar Gabriel verurteilte die Anschläge als gewissenlose Verbrechen und sprach den Familien der Opfer sein Beileid aus. "Wo der Terror keine Grenzen kennt, dürfen sich Mitgefühl und Menschlichkeit keine Schranken auferlegen. Wir trauern mit den Menschen im Iran", sagte er.

Der russische Präsident Wladimir Putin sagte, die Angriffe betonten die Notwendigkeit einer tieferen internationalen Zusammenarbeit, um Terrorismus zu bekämpfen. Russland verurteile die Gewalt entschieden. Das US-Außenministerium sprach den Angehörigen sein Mitgefühl aus. Terror habe keinen Platz in einer friedlichen und zivilisierten Welt, sagte Sprecherin Heather Nauert.

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