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Konflikte  

Kampf um Mossul geht in entscheidende Phase

18.06.2017, 17:38 Uhr | dpa

Konflikte: Kampf um Mossul geht in entscheidende Phase. Irakische Soldaten in Mossul.

Irakische Soldaten in Mossul. Hier wird seit Monaten heftig gekämpft. Foto: Andrea DiCenzo/Archiv. (Quelle: dpa)

Bagdad (dpa) - Die Schlacht um die nordirakische IS-Hochburg Mossul geht in die entscheidende Phase. Das irakische Militär startete am Sonntag nach eigenen Angaben eine Offensive auf die dicht bebaute Altstadt.

Mit der Einnahme des Zentrums wäre die letzte bedeutende Stadt in den Händen der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) im Irak zurückerobert.

Die Streitkräfte teilten am Nachmittag mit, sie seien bereits etwa 100 Meter tief in das Dschihadistengebiet vorgerückt. Der letzte Stadtteil unter IS-Kontrolle hat einen Durchmesser von etwa einem bis 1,5 Kilometer. Die Extremisten hatten Mossul im Juni 2014 ohne große Gegenwehr eingenommen.

"Die Truppen der Armee, Anti-Terror-Einheiten und die staatliche Polizei begannen mit der Erstürmung der Altstadt Mossuls", hatte es in einer knappen Stellungnahme am Sonntagmorgen geheißen.

Augenzeugen und Sicherheitskreise berichteten von heftigen Kämpfen in der Stadt. Demnach sollen 13 Zivilisten durch Luftangriffe und Artillerie-Beschuss getötet worden sein. Sieben Polizisten starben zudem, als in ihrer Nähe ein Haus explodierte.

Ein mit Sprengstoff beladenes Auto der Dschihadisten konnte zur Explosion gebracht werden, bevor es in Reichweite der Sicherheitskräfte kam. Die irakischen Truppen werden von einer US-geführten Militärallianz aus der Luft unterstützt.

Die Befreiung der größten irakischen Stadt unter IS-Kontrolle begann im Oktober 2016. Tausende Menschen starben bisher, Hunderttausende Zivilisten flüchteten. Gerade in dem dicht bebauten Stadtkern Mossuls waren die Verluste bei den Kämpfen zuletzt sehr hoch.

Der Islamische Staat ist in seinem Kernland im Irak und Syrien schwer unter Druck. Parallel zu den Kämpfen in Mossul läuft auch eine Offensive eines kurdischen Bündnisses gegen die IS-Hochburg Al-Rakka in Nordsyrien.

Der Verlust von Territorium bedeutet nicht, dass die sunnitische IS-Terrormiliz endgültig geschlagen ist. Militärexperten gehen davon aus, dass die Dschihadisten - wie bereits in der Vergangenheit - in den Untergrund gehen und ihren bewaffneten Kampf sowie Anschläge fortsetzen werden. Sie könnten in ihren Hochburgen auf eine geheime Infrastruktur und eine vielfach sympathisierende sunnitische Bevölkerung zählen, schreibt das US-Portal defenseone.com. Außerdem werde mit dem Fall von Mossul und Al-Rakka der tiefer liegende Konflikt zwischen Sunniten und Schiiten im Irak und in Syrien nicht gelöst.

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