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Attentat auf Kirche in Texas: Dieser Mann jagte den Amokschützen

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Held von Texas  

Dieser Mann jagte den Amokschützen

06.11.2017, 16:40 Uhr | Jonas Mueller-Töwe, t-online.de, AP, dpa

Attentat auf Kirche in Texas: Dieser Mann jagte den Amokschützen.  (Quelle: Screenshot: K-Sat 12)

(Quelle: Screenshot: K-Sat 12)

Komplett im schwarzen Kampfanzug mit schusssicherer Weste betritt der Ex-Militär Devin Patrick Kelley eine Baptistenkirche. Dort eröffnet er mit einem Gewehr das Feuer und tötet 26 Menschen. Bewaffnete Nachbarn liefern sich mit dem Mann einen Schusswechsel, jagen und stellen ihn. Einer der Helden von Texas erzählt seine Geschichte.

Als Johnnie Langendorff an der Kirche in der kleinen Gemeinde Sutherland Springs vorbeifährt, wird er Zeuge eines Blutbades: Ein mit einem Gewehr bewaffneter Nachbar liefert sich einen Schusswechsel mit dem schwarzgekleideten Täter, den die Armee später als den 26-jährigen Devin Kelley identifizieren wird. Als Kelley mit einem weißen Wagen die Flucht ergreift, nimmt Langendorff gemeinsam mit dem Anwohner die Verfolgung auf. Zu diesem Zeitpunkt hat der Amokschütze in der Baptistenkirche bereits 26 Menschen im Alter zwischen fünf und 72 Jahren erschossen, 20 weitere verletzt.

Polizisten stehen vor der Baptistenkirche in Sutherland Springs. (Quelle: dpa)Polizisten stehen vor der Baptistenkirche in Sutherland Springs. (Quelle: dpa)

"Der Herr mit dem Gewehr kam auf mich zu und gab mir schnell einen Überblick und sagte, wir müssten ihn schnappen – und das ist es, was ich machte", sagt der Zeuge Johnnie Langendorff im Interview mit dem Fernsehsender "K-Sat 12". Er trägt Cowboyhut und ist bis zum Hals tätowiert, ist noch immer sichtlich geschockt. "Er hat so viele Menschen verletzt und die Leben so vieler Menschen beeinträchtigt – warum sollte man ihn nicht überwältigen wollen?"

Der mutmaßliche Täter habe nach Meilen der Verfolgungsjagd mit dem Truck schließlich die Kontrolle über sein Auto verloren und sei in einem Feld verunglückt, berichtet Langendorff. Sein Begleiter habe sich dem Verdächtigen dann mit gezückter Waffe genähert, der sich aber nicht mehr bewegt habe. 

Devin Kelley tötete sich offenbar selbst

Die Polizei sei wenige Minuten später hinzugekommen – er habe sie die ganze Zeit per Telefon über die Richtung informiert. Die Einsatzkräfte finden in dem Wagen mehrere Waffen stellen fest, dass Devin Kelley an Schussverletzungen starb. Er habe sich nach derzeitigem Kenntnisstand selbst getötet, erklärt der Sheriff später gegenüber CBS News.

Der Täter ist ein früherer Mitarbeiter der US-Luftwaffe. Ein Militärgericht habe ihn 2012 nach tätlichen Angriffen auf seine Frau und ihr gemeinsames Kind zu zwölf Monaten Haft verurteilt, teilte die Armee mit. Zwei Jahre später sei er aus der Armee entlassen worden. Bis dahin habe er in New Mexico auf einem Stützpunkt gearbeitet. Zum möglichen Motiv gaben sie nichts bekannt. Kelleys Onkel sagte laut NBC: "Ich hätte niemals gedacht, dass Devin zu solchen Dingen in der Lage wäre (...) Meine Familie wird wegen seiner feigen Tat leiden (...) Es tut mir so leid um die Opfer von Texas."

Kleine Gemeinde trauert unter Schock

Sutherland Springs ist ein kleiner Ort, der gut 50 Kilometer südöstlich von San Antonio liegt. Gerade einmal mehrere 100 Menschen leben hier. Nicht einmal eine eigene Feuerwehr hat der Ort. Jeder kenne jeden, sagt die Einwohnerin Carrie Matula dem Sender MSNBC. Was am Sonntag geschehen sei, treffe damit alle. Die First Baptist Church, ein weißes Gebäude, ist das Zentrum der kleinen Gemeinde.

Trauernde halten in Sutherland Springs Kerzen.  (Quelle: dpa)Trauernde halten in Sutherland Springs Kerzen. (Quelle: dpa)

Der Täter sei "verwirrt" und in "höchster Weise psychisch gestört", sagte US-Präsident Donald Trump am Montag in Japan. Zuvor hatte er von einer "Tat des Bösen" gesprochen. Das Problem sei nicht das US-Waffenrecht. "Wir haben eine Menge psychischer Störungen in unserem Land, wie andere Länder auch", sagte Trump. Zum Glück habe in Texas noch jemand anderes ein Waffe gehabt und zurückgeschossen. "Wer hätte jemals gedacht, dass so etwas passieren kann?"

Obama kritisiert geltende Waffengesetze

Ex-US-Präsident Barack Obama sprach sich derweil für schärfere Waffengesetze aus. "Möge Gott uns allen die Weisheit geben, um zu fragen, welche konkreten Schritte wir unternehmen können, um die Gewalt und die Waffen unter uns zu reduzieren." Trump hatte erst vor wenigen Monaten einen Gesetzesentwurf der Obama-Administration blockiert, der es rund 75.000 Menschen mit psychischen Störungen den Waffenerwerb untersagt hätte. Es ist allerdings nicht bekannt, ob bei Kelley eine psychische Störung diagnostiziert wurde.

Erst vor rund einem Monat hatte in Las Vegas der 64-jährige Stephen Paddock ein Massaker angerichtet, indem er aus seinem Hotelzimmer das Feuer auf die Besucher eines gegenüberliegenden Festivals eröffnete. Er tötete 58 Menschen.

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