25.05.2013, 08:25 Uhr | sid, dpa
Deutschland ist einer Umfrage der BBC zufolge das Land, dessen Einfluss Menschen in aller Welt am positivsten sehen. Mit einer Zustimmung von 59 Prozent landete die Bundesrepublik mit deutlichem Vorsprung auf Platz 1 vor Kanada und Großbritannien.
Schwergewichte wie die USA, Indien und Russland rangieren im Mittelfeld. China verschlechterte sich vom fünften auf den neunten Platz. Schlusslichter sind Israel, Nordkorea, Pakistan und der Iran. Bei diesen vier Staaten vertrat eine Mehrheit der Befragten ausdrücklich die Ansicht, ihr Einfluss in der Welt sei insgesamt negativ. Die BBC hatte 26.000 Menschen in 25 Ländern der Erde nach ihrer Sichtweise auf 16 Länder befragt.
Das Ansehen der EU hat sich nach starken Einbußen im vergangenen Jahr stabilisiert. Dieses Ergebnis verschleiert jedoch bedeutende Veränderungen: Die Zustimmung der Deutschen zur EU ist um 14 Prozentpunkte gefallen und auch die US-Amerikaner und Kanadier bewerten die Gemeinschaft deutlich schlechter als noch im Vorjahr. In Großbritannien überwiegt sogar erstmals die Ablehnung gegenüber der EU.
Die Platzierungen der Staaten im Überblick (Quelle: dpa)Laut Stephen Adams von der BBC ist vor allem die emsige Diplomatie der Deutschen im Ausland hoch angesehen. Der deutsche Einfluss werde in vielen Ländern geschätzt. Gut beurteilt wurde die Bundesrepublik auch in Spanien und Frankreich, lediglich in Griechenland erhielt Deutschland schlechte Noten.
Ein Grund dafür ist die harte Haltung der Bundesregierung um Kanzlerin Angela Merkel gegenüber den wirtschaftlich kriselnden Griechen. Protestler unter ihnen und anderswo sprechen immer wieder von einem Vierten Reich, das Deutschland errichtet habe, und zeigen Merkel in Nazi-Uniform.
Deutschland ist auch aufgrund seiner soliden Wirtschaftsleistung und nicht zuletzt auch dank des Sports das populärste Land der Welt. Einen nicht unbedeutenden Anteil am positiven Image haben laut Umfrage die deutschen Sportler und Sportlerinnen. Dazu erklärte IOC-Präsidentschaftskandidat Thomas Bach: "Wir freuen uns sehr über die weltweite Sympathie für Deutschland. Dazu haben mit Sicherheit auch unsere ebenso erfolgreichen wie sympathischen Athletinnen und Athleten beigetragen. Wir spüren immer wieder, wie positiv unsere Olympiamannschaften und Nationalmannschaften in der ganzen Welt wahrgenommen werden."
Auch das Gigantenduell am Samstag in Wembley steuere seinen Anteil dazu bei. "Das internationale Echo auf das bevorstehende Champions-League-Finale unterstreicht dies", sagte Bach. "Das Umfrageergebnis zeigt zudem, wie wohl sich unsere Gäste bei Großveranstaltungen in Deutschland - gerade auch im Sport - fühlen. Diese Entwicklung ist geprägt von der Fußball-WM 2006, und deshalb will der deutsche Sport auch in Zukunft freundschaftlicher Gastgeber für viele internationale Meisterschaften sein."
Klischees wie Lederhosen und Bier gelten als nicht mehr so dominant wie früher. Grund ist die Erkenntnis: Die Deutschen können auch feiern und sind nicht nur die Spießer, die selbst nachts als Fußgänger an der roten Ampel warten.
"Es freut mich sehr, dass Deutschland gerade in diesen Zeiten so großes Ansehen in Europa und der Welt genießt", bewertete Außenminister Guido Westerwelle (FDP) die Ergebnisse der Umfrage.
Unabhängig von dieser Erhebung erfolgte besonders in England in den vergangenen Jahren ein Wandel. Wurden früher Fußballer mit Kriegshelm porträtiert, findet sich heutzutage selbst im oft reißerischen Boulevardblatt "Sun" eine Liebeserklärung an die Deutschen - zugunsten neuer typischer Felder. Neben Claudia Schiffer, deutschen Autos, Jägermeister und Rudi Völlers alter Frisur werden auch Lidl und Aldi geherzt.
Zudem wird Deutschland weithin als Reiseziel immer beliebter. Die Zahl der Übernachtungen ausländischer Gäste stieg im dritten Jahr in Folge und lag 2012 bei fast 70 Millionen im Jahr - ein Rekord.
Das Goethe-Institut erkennt eine Zweiteilung im Deutschlandbild: Im Süden Europas führe die Eurokrise eher dazu, dass negative Klischees aufgegriffen werden. Der Norden nehme Deutschland tendenziell als Krisenmanager wahr. "Großbritannien ist ein spannender Sonderfall", so ein Sprecher des Instituts, Christoph Mücher.
Er hat dort eine regelrechte Liebe zum Deutschen, eine Germanophilie beobachtet. In der britischen Kulturszene gibt es einflussreiche Deutsche, darunter Martin Roth, Leiter des Victoria & Albert Museums. Selbst deutsche Weihnachtsmärkte gibt es inzwischen in London und andernorts.
25.05.2013, 08:25 Uhr | sid, dpa
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