Aufstand im Hauptquartier der Grenztruppen in Dhaka
26.02.2009, 08:33 Uhr
| dapd, AFP, dpa
Regierungstruppen sollen die Meuterei niederschlagen (Foto: AP)
Bei einer Rebellion in einer Eliteeinheit in Bangladesch sind mindestens drei Menschen ums Leben gekommen. Mindestens 14 weitere Menschen seien verletzt worden, berichteten Augenzeugen und Ärzte. Bei den Toten soll es sich um einen Zivilisten und einen Offizier handeln. Die Meuterei ereignete sich in der Eliteeinheit Bangladesh Rifles (BDR).
Die meuternden Soldaten haben mehr als hundert Geiseln in ihrer Gewalt. Unter den Festgehaltenen seien auch mehrere hochrangige Offiziere, sagte ein Vertreter der Sicherheitskräfte. Die Soldaten hatten im Hauptquartier ihrer Einheit die Offiziere als Geiseln genommen, nachdem ihre Forderungen nach mehr Lohn und mehr Urlaub nicht erfüllt worden waren.
Gebäudekomplex ist abgeriegelt
Auf dem Gelände der Eliteeinheit waren Schüsse und Artilleriefeuer zu hören. Nach dem Ausbruch von Feuern stand dichter Rauch über dem Gebäudekomplex im Stadtzentrum. Die Zeitung "The Daily Star" berichtete in ihrer Onlineausgabe, die meuternden Sicherheitskräfte hätten den einen Quadratkilometer großen Geländekomplex abgeriegelt.
Die reguläre Armee wurde damit beauftragt, die Meuterei niederzuschlagen. Einheiten der Streitkräfte sperrten das Gelände im Stadtteil Pilkhana weiträumig ab. In einer Erklärung der Regierung wurden die aufständischen Soldaten aufgerufen, ihre Waffen niederzulegen und in die Kasernen zurückzukehren. Bei der Rebellion handelte es sich den ersten Berichten zufolge nicht um einen Putschversuch. In Bangladesch gab es seit seiner Gründung 1971 wiederholt Umstürze durch das Militär.
Indien in Alarmbereitschaft
Regierungskreise im Nachbarland Indien äußerten sich besorgt über die Situation in Bangladesch. Zwar gehe Neu Delhi davon aus, dass es sich nicht um einen Militärputsch handelt. Dennoch seien die indischen Grenztruppen in Alarmbereitschaft versetzt worden, hieß es. Indien und Bangladesch haben eine mehr als 4000 Kilometer lange gemeinsame Grenze.