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Afghanistan: US-Truppen verzweifeln an Taliban

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Die US-Truppen verzweifeln an den Taliban

27.10.2010, 19:13 Uhr | ebs, dpa

Afghanistan:  US-Truppen verzweifeln an Taliban. Eine amerikanischer Marineinfanterist kämpft in der Provinz Helmand gegen Taliban. (Foto: Reuters)

Eine amerikanischer Marineinfanterist kämpft in der Provinz Helmand gegen Taliban. (Foto: Reuters)

Der Kampf gegen die Taliban in Afghanistan erscheint amerikanischen Militärs zunehmend aussichtslos. Immer mehr scheint sie die Erkenntnis zu beschleichen, dass diese Schlacht nicht mehr zu gewinnen ist. Selbst massive Militäroffensiven hätten den Radikalislamisten kaum schwere Niederlagen beigebracht, berichteten US-Geheimdienstoffiziere nach Angaben der "Washington Post".

Die Bilanz des jüngsten Kampfs könnte kaum skeptischer ausfallen. So hätten die ausgeweiteten Luftschläge und Kommandooperationen in Afghanistan zwar örtliche Zellen geschwächt, aber die Extremisten hätten sich schnell wieder erholt. Die Taliban stellten ständig ihre Fähigkeit unter Beweis, sich innerhalb von Tagen zu "reorganisieren und zu verjüngen", sagte ein hoher Beamter des US-Verteidigungsministerium der "Washington Post".

Kampf wie gegen die Hydra

Getötete und gefangen genommene Talibanführer würden oft innerhalb von Tagen ersetzt. Bei militärischem Druck zögen sich die Aufständischen zeitweise zurück, um auf ihre Rückkehrchance zu lauern. In der Zwischenzeit würden Komplizen Attentate verüben oder die Dorfbevölkerung einschüchtern. Laut US-Offiziellen spekulieren die Taliban zudem auf den von US-Präsident Barack Obama beabsichtigten Truppenabzug Mitte nächsten Jahres. "Das Ende naht", heiße es unter ihnen.

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Die Aufständischen können den amerikanischen Angriffen weitestgehend standhalten, weil sie Unterschlupf in Pakistan finden. Die USA haben die Militärpräsenz in der Grenzregion verschärft und die Geheimdienstaktivitäten verstärkt. Dutzende Rebellen seien getötet worden. Doch die wichtigen Führer wie Omar sollen sich in der pakistanischen Stadt Quetta aufhalten.

Die pakistanische Regierung erlaubt nicht, dass hier CIA-Drohnen eingesetzt werden. So erzielen die US-Streitkräfte lediglich Teilerfolge: sie bringen die Netzwerke der Taliban durcheinander, nötigen die Rebellen öfter den Ort zu wechseln und sich mehr um die Sicherheit zu sorgen. Auf die Taliban-Führungsspitze hätten diese Aktionen aber nur begrenzten Einfluss. "Wir sehen zwar dass ihre Unterstützungslinien bröckeln, aber das ist nur temporär", sagte ein Verteidigungsbeamter. So könnten die Taliban immer noch Angriffe gegen die internationalen Truppen steuern.

Einschüchterung und Mordanschläge

Die Radikalislamisten sind fähig, in kurzer Zeit ihre Strategie zu ändern. So ziehen sich die Aufständischen durch die wachsende Präsenz von US-Truppen rund um Kandahar zurück und setzen auf kleinere Anschläge. "Die Strategie des Feindes hat sich gewendet, sie setzen auf Einschüchterung und Mordanschläge", so ein Geheimdienstmitarbeiter. Mehr als hundert afghanische Regierungsbeamte seien in ihrem Visier.

US-Regierungsbeamte sehen die Moral in manchen Taliban-Einheiten als erschüttert an. Manche Führer der mittleren Ebene hätten Widerwillen, einen ermordeten oder gefangen genommenen Führer zu ersetzen - aus Angst, das gleiche Schicksal zu erleiden. Doch es gibt andere Belege, die einen nahtlosen Übergang in der Taliban-Abfolge zeigen. So hätten US-Spezialeinheiten gedacht, sie hätten den Taliban einen verheerenden Schlag versetzt, als sie einen örtlichen Führer töteten. Doch im Nu nahm ein neuer "Schattengouverneur" seinen Platz ein.

Auch das diplomatische Ziel, Taliban-Führer zu zwingen, Friedensgespräche mit der afghanischen Regierung aufzunehmen, scheint ebenfalls wenig vielversprechend zu verlaufen. Zwar würden die Taliban Abgesandte zu den Treffen schicken, aber es scheine, als würden sie mehr aus Neugierde daran teilnehmen, überzeugt, dass sie in der Position seien, die Oberhand zu gewinnen. CIA-Direktor Leon E. Panetta sagte Reportern, bisher deute nichts darauf hin, dass es von den Taliban einen ernsthaften Versuch gebe, sich auszusöhnen.

Deutsche melden Erfolge

Das Verteidigungsministerium in Kabul erklärte dagegen, das verstärkte Vorgehen afghanischer und ausländischer Truppen gegen die Taliban in deren südafghanischer Hochburg Kandahar sei erfolgreich. "Wenn ein Gebiet von Feinden gesäubert ist, dann bedeutet das, sie sind besiegt", sagte ein Ministeriumssprecher. In Kandahar-Stadt und umliegenden Distrikten waren zuletzt zahlreiche Aufständische getötet oder gefangen genommen worden. Die Operation soll in den nächsten Wochen beendet werden.

Seit Ende September gehen afghanische Truppen und Soldaten der Internationalen Schutztruppe ISAF verstärkt gegen Aufständische in der Provinz Kandahar vor. Der ursprünglich im Juni geplante Start der Großoffensive war mehrfach verschoben worden, da es dafür laut US-Militär keine ausreichende Unterstützung in der Bevölkerung gab.

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