19.11.2012, 12:40 Uhr | dapd, dpa, AFP
Die gewaltsamen Angriffen zwischen Israel und palästinensischen Extremisten im Gaza-Streifen kostet immer mehr Menschen das Leben - darunter viele Kinder. Die Zahl der Opfer unter der palästinensischen Zivilbevölkerung stieg auch am Montag, als bei einem israelischen Luftangriff im Gazastreifen zwei Häuser dem Erdboden gleich gemacht wurden.
Dabei kamen palästinensischen Angaben zufolge zwei Kinder und zwei Erwachsene ums Leben. 42 weitere Menschen seien verletzt worden. Rettungsmannschaften suchten noch nach zwölf bis 15 weiteren Menschen, die unter den Trümmern vermutet wurden.
Bei einem Luftangriff auf ein Auto in Dir al-Balach wurden am Morgen drei Palästinenser getötet. Kurz darauf starben im Süden des Gaza-Streifens zwei weitere Menschen bei Luftangriffen.
Israelische Kampfflugzeuge hätten am Montag auch die Reste einer ehemaligen Anlage der nationalen Sicherheitsbehörden in Gaza bombardiert, sagte ein palästinensischer Sprecher. Dabei sei ein Kind von herumfliegenden Granatsplittern tödlich verletzt worden.
Trotz weltweiter Vermittlungsversuchen ist zwischen Israel und den Palästinensern kein Ende der Gewalt in Sicht. zum Video
Der Hamas-Sprecher Sami Abu Suhri warnte, "das israelische Volk wird den Preis" für die Tötung von Zivilisten zahlen. Ein israelischer Militärsprecher, Brigadegeneral Joav Mordechai, warf der Hamas vor, die Bevölkerung im Gaza-Streifen als menschliche Schutzschilde zu missbrauchen
Seit Beginn der israelischen Luftoffensive am Mittwoch sind damit mehr als 80 Palästinenser ums Leben gekommen, davon etwa die Hälfte Zivilisten. Die Nachrichtenagentur Wafa berichtete sogar von 90 Toten. Auf israelischer Seite waren drei Zivilisten zu beklagen. Dutzende wurden verletzt.
Beim bislang blutigsten Angriff der israelischen Streitkräfte seit Beginn der jüngsten Offensive kamen am Sonntag mindestens elf Zivilisten ums Leben. Unter den Opfern waren palästinensischen Angaben zufolge vier Kinder und fünf Frauen. Sie wurden getötet, als eine israelische Rakete in einem zweigeschossigen Haus in einer Wohngegend von Gaza einschlug, in dem das israelische Militär einen Extremisten vermutete.
Die Nachrichtenagentur AFP berichtet unter Berufung auf palästinensische Angaben von 31 Toten, darunter mindestens zehn Kinder und sechs Frauen.
Die israelischen Streitkräfte flogen am Sonntag Dutzende Luftangriffe gegen Ziele der Hamas im Gazastreifen. Die israelische Marine bombardierte zudem Ziele entlang der Mittelmeerküste der Region. Viele der Angriffe galten Gebäuden, in denen Extremistenführer oder Waffen vermutet wurden.
Palästinensische Extremisten im Gaza-Streifen setzten unterdessen ihren Raketenbeschuss auf Israel fort. Allein am Sonntag wurden mehr als 100 Raketen auf Israel abgefeuert. Das von den USA finanzierte israelische Raketenabwehrsystem "Iron Dome" fing rund 40 Raketen ab, darunter zwei mit Ziel Tel Aviv.
US-Präsident Barack Obama bekräftigte am Sonntag, Israel habe das Recht, sich gegen Raketenangriffe zu verteidigen. Kein Land würde es tolerieren, wenn sein Volk ständigem Raketenbeschuss ausgesetzt sei, sagte Obama am Rande eines Besuchs in Thailand. Alle Bemühungen zur Lösung des Konflikts müssten daher mit einem Stopp des Beschusses beginnen.
Zugleich warnte Obama vor den Risiken einer Ausweitung der israelischen Luftkampagne auf einen Bodenkrieg. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte am Sonntag erklärt, das Militär sei "bereit, die Operation erheblich auszuweiten".
Neben Obama warnte auch der britische Außenminister William Hague vor einer Bodenoffensive Israels im Gazastreifen. Es sei "wesentlich schwieriger für die internationale Gemeinschaft", für eine derartige Invasion Verständnis zu haben, sagte Hague.
UN-Generalsekretär Ban Ki Moon rief beide Konfliktparteien zu einer sofortigen Waffenruhe auf. Er werde in den Nahen Osten reisen, um sich dort persönlich für ein Ende der Gewalt einzusetzen. Ein Datum für seine Reise wurde am Sonntag nicht genannt.
Quelle: dapd, dpa, AFP
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