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Häftlingstod: Palästinenser werfen Israel extreme Folter vor

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Palästinenser werfen Israel "extreme Folter" vor

25.02.2013, 13:22 Uhr | AFP, dapd, dpa

Häftlingstod: Palästinenser werfen Israel extreme Folter vor. Westjordanland: Israels Sicherheitskräfte gehen mit Tränengas und Blendgranaten gegen palästinensische Demonstranten vor (Quelle: dpa)

Israels Sicherheitskräfte gehen mit Tränengas und Blendgranaten gegen palästinensische Demonstranten vor (Quelle: dpa)

Ein in israelischer Haft ums Leben gekommener Palästinenser ist nach Angaben des Chef-Pathologen der Palästinensischen Autonomiebehörde in Ramallah an den Folgen "extremer Folter" gestorben. Saber Alul hatte zuvor der Autopsie durch israelische Experten des am Vortag gestorbenen Arafat Dscharadat beigewohnt.

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Das israelische Gesundheitsministerium teilte hingegen mit: "Die ersten Ergebnisse lassen noch keine Angaben zu. Die Todesursache kann erst ermittelt werden, wenn die mikroskopischen und toxikologischen Befunde vorliegen." Nicht auszuschließen sei, dass kleinere äußere Verletzungen die Folge von Wiederbelebungsversuchen seien. "Die Untersuchung ist kompliziert und wird Zeit in Anspruch nehmen", sagte auch Polizeisprecher Mickey Rosenfeld.

Der für Häftlinge zuständige palästinensische Minister Issa Karake erklärte hingegen bei einer Pressekonferenz in Ramallah, die Autopsie habe gezeigt, dass Dscharadat nicht wie ursprünglich von israelischer Seite behauptet, einem Herzinfarkt erlegen sei. Es seien sechs gebrochene Knochen im Nacken, der Wirbelsäule sowie in Beinen und Armen des 30-Jährigen entdeckt worden.

Israel: Tod durch Herzversagen

Dscharadat aus der Nähe von Hebron war am 18. Februar festgenommen worden. Er soll Steine auf israelische Zivilisten geworfen haben. Dscharadat war zum Zeitpunkt der Festnahme nach Angaben seiner Familie bei guter Gesundheit, meldete die palästinensische Nachrichtenagentur Maan.

Am Samstag teilten die israelischen Behörden mit, er sei im Gefängnis Megiddo an Herzversagen gestorben. Wiederbelebungsversuche seien erfolglos geblieben. Auch der Inlandsgeheimdienst Schin Beth, der den 30-Jährigen verhörte, wies jede Verantwortung von sich: Dem Gefangenen sei nach dem Mittagessen schlecht geworden. Zu Hilfe gerufene Ärzte hätten ihn nicht mehr retten können.

Angst vor neuer Intifada wächst

Der Tod des Vaters von zwei Kindern, dessen Frau schwanger ist, verschärft die Spannungen im Westjordanland weiter. Im Heimatort von Dscharadat und in Hebron protestierten Palästinenser am Sonntag gewaltsam gegen seine "Ermordung". Israelische Sicherheitskräfte gingen nach Angaben von Augenzeugen mit Tränengas, Blendgranaten und Gummigeschossen gegen die Demonstranten vor. Es gab mehrere Verletzte.

Erst am Freitagabend waren im Westjordanland bei Zusammenstößen mit israelischen Sicherheitskräften hundert palästinensische Demonstranten verletzt worden. In Israel wird befürchtet, dass der Tod des Häftlings einen dritten Palästinenseraufstand, eine neue Intifada, auslösen könnte. Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu forderte Palästinenserpräsident Mahmud Abbas auf, für Ruhe und Ordnung zu sorgen.

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