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    Viele Tote bei anti-muslimischen Unruhen in Birma

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    Viele Tote bei anti-muslimischen Unruhen in Birma

    27.03.2013, 11:28 Uhr | AFP, dpa

    Viele Tote bei anti-muslimischen Unruhen in Birma. Birma, Burma, Myanmar, Unruhen, Muslime, Buddhisten (Quelle: dpa)

    Bei schweren Unruhen im birmanischen Meiktila kommen viele Menschen ums Leben (Quelle: dpa)

    Seit einer Woche dauern ethnischen Unruhen in Birma an: In der Stadt Nattalin, etwa 150 Kilometer nördlich der Metropole Rangun, setzten etwa 200 randalierende Buddhisten eine Moschee in Brand, wie ein Vertreter der Polizei und ein Einwohner berichteten. Demnach zerstörten sie auch mehrere Häuser. Derweil wächst die Kritik an Aung San Suu Kyi, Ikone der früheren birmanischen Widerstandsbewegung.

    Die Behörden verhängten Ausgangssperren über mehrere Städte. Die neuen Unruhen waren vor einer Woche in der zentralbirmanischen Stadt Meiktila ausgebrochen. Ganze Stadtviertel und mehrere Moscheen gingen dort in Flammen auf.

    Tausende Muslime vertrieben

    Mehr als 12.000 Menschen flohen nach UN-Angaben aus der Stadt. Am Samstag übernahm die birmanische Armee dann die Kontrolle über Meiktila. Insgesamt wurden in den vergangenen Tagen mindestens 40 Menschen getötet.

    Die Spannungen zwischen der buddhistischen Mehrheit und der muslimischen Minderheit der Kachin waren während der jahrzehntelangen Militärdiktatur unterdrückt worden. Es besteht nun die Befürchtung, dass die Unruhen im Zuge der Demokratisierung des Landes zunehmen könnten.

    Enttäuschte Hoffnung

    Menschenrechtler warten schon lange vergeblich darauf, dass Aung San Suu Kyi, die nun Parlamentsabgeordnete ist, die Diskriminierung der muslimischen Minderheit verurteilen möge. Alleine im vergangenen Jahr kamen bei Unruhen 180 Menschen ums Leben.

    Die Kachin setzten nach dem politischen Umbruch in Birma auf Suu Kyi und hatten Protest gegen die Militäroperation erwartet, die vergangenes Jahr 100.000 Menschen in die Flucht schlug.

    Doch Suu Kyi blieb vage: Sie arbeitet in Ausschüssen mit Militärs, die ein Viertel der Parlamentssitze innehaben. Den Großteil der übrigen Sitze hält die Militärpartei USDP.

    "Ich mag das Militär sehr", sagte sie sogar - bezogen auf die Rolle des Militärs im Unabhängigkeitskampf, unter Führung ihres Vaters General Aung.

    Kratzer am Image Suu Kyis

    Aber selbst Mitglieder ihrer Partei Nationalliga für Demokratie (NLD), die das Militär teils jahrelang einkerkerte, reagierten konsterniert. "Sie hat aufgehört, eine Führungsfigur für das Volk zu sein, als sie ins Parlament zog und Parteiführerin wurde", sagt ernüchtert Laphai Naw Din, der ein Medienportal der Kachin-Rebellen führt.

    In der NLD grummelt es: Frischer Wind müsse her, verlangten Mitglieder Mitte März vor dem ersten Parteitag in der 25-jährigen Geschichte der NLD. Doch dann wurden nur alte Gesichter gewählt.

    Die anderen hätten nicht genug Erfahrung, sagte Suu Kyi. Direkte Kritik brachte niemand offen vor. "Niemand traut sich, vor Suu Kyi aufzumucken", sagte der Parteiveteran Win Tin der "New York Times" vor dem Parteitag, fügte aber hinzu: "Nicht aus Angst, sondern aus Bewunderung."

    Suu Kyi selbst trägt alle Kritik mit Fassung. "Das ist doch normal und natürlich, jetzt, da die Leute frei sind und reden und streiten können", sagte sie. "Wir arbeiten mit anderen Parteien zusammen."

    Sie hat den Blick auf die nächsten Wahlen 2015 gerichtet. Die NLD boykottierte den Wahlgang 2010 und kam erst bei der Nachwahl 2012 ins Parlament.

    Damals gewann sie 42 von 43 Wahlkreisen, in denen sie antrat, hat damit aber in der Hauptparlamentskammer nicht einmal zehn Prozent der Sitze. Nun will Suu Kyi Präsidentin werden.

    Dafür muss die Verfassung geändert werden. Suu Kyis freundliche Kooperation mit der Regierung trägt schon Früchte: Präsident Thein Sein hat einen Verfassungsausschuss vorgeschlagen.

    Der könnte durchaus den Paragrafen ändern, der Personen wie Suu Kyi, die mit Ausländern verheiratet waren, das höchste Amt verwehrt, bestätigt der stellvertretende Vorsitzende der Regierungspartei USDP.

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