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Syrien: Islamischer Staat macht in Aleppo einen großen Geländegewinn

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Bedeutendster Vorstoß seit Monaten  

IS macht riesigen Geländegewinn in Aleppo

10.10.2015, 15:54 Uhr | AP

Syrien: Islamischer Staat macht in Aleppo einen großen Geländegewinn. Auf dem Weg nach Aleppo: IS-Kämpfer nehmen Gebiet um Gebiet im Norden Syriens ein. (Quelle: AP/dpa)

Auf dem Weg nach Aleppo: IS-Kämpfer nehmen Gebiet um Gebiet im Norden Syriens ein. (Quelle: AP/dpa)

Die Terrormilizen des Islamischen Staates (IS) rücken vor - und das trotz massiver Luftangriffe russischer Kampfjets. Nach dem bedeutendsten Vorstoß seit Monaten stehen die Dschihadisten praktisch in Aleppo - und nur noch zwei Kilometer von den Positionen der Regierungstruppen entfernt.

Die Offensive bei Aleppo sei der bedeutendste Vorstoß des IS seit Monaten, erklärte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte in London.

Die Orte Tal Kra, Tal Sussin und Kfar Kares im Norden der Stadt seien unter Kontrolle der Extremisten. Das gelte auch für einen ehemaligen Armeestützpunkt, der als Infanterie-Akademie bekannt ist. Der Stützpunkt, rund 15 Kilometer nördlich von Aleppo, war seit zwei Jahren unter der Kontrolle der Rebellen-Koalition (einem Zusammenschluss aus moderaten Rebellen und der radikalislamischen Nusra-Front), die gegen Präsident Baschar al-Assad kämpfen. Er ist keine zwei Kilometer von den Regierungsstellungen am nördlichen Ende der Stadt entfernt.

Bereiten russische Angriffe den Boden?

Oppositionelle Aktivisten sagten, der IS habe die Angriffe der russischen Luftwaffe und des syrischen Militärs auf andere Rebellengruppen ausgenutzt, um an Boden zu gewinnen.

Die Anti-IS-Koalition westlicher Staaten hatte seit Beginn des russischen Einsatzes beklagt, dass nicht der IS, sondern gemäßigte Gegner des syrischen Präsidenten beschossen und dadurch geschwächt würden.

Auch USA erzielen keine Erfolge gegen IS

Kritik gab es aber auch an den USA, die in Syrien ihr eigenes Militärbündnis gegen den IS anführten. "Warum hat Amerika die IS-Kämpfer während ihrer Attacke nicht angegriffen?", fragte ein Vertreter der Beobachtungsstelle.

Die Regierung in Washington hat bisher weder mit ihren Luftangriffen noch mit dem geplanten Aufbau einer vertrauenswürdigen syrischen Rebellenstreitmacht entscheidende Erfolge aufzuweisen. Letzterer Plan soll nun aufgegeben werden, wie ein Pentagon-Sprecher sagte. Stattdessen sollen bestehende und bereits gegen die Extremisten kämpfende Gruppen unterstützt werden.

Iranischer Anti-IS-Kämpfer tot

Gegen den IS kämpfte auch der iranische General Hossein Hamedani. In einer in den Staatsmedien veröffentlichten Erklärung teilte die iranische Revolutionsgarde mit, er sei den Extremisten außerhalb von Aleppo zum Opfer gefallen, als er auf einer Beratungsmission in Syrien gewesen sei.

Ob sein Tod mit der IS-Offensive in Zusammenhang steht, ist unklar. Nach iranischen Angaben wurde er in Kweiras, rund 50 Kilometer entfernt von dem Gebiet des Vorstoßes, getötet. Auch dort liegt ein Militärstützpunkt, den der IS seit Monaten belagert.

Hamedami war einer der ranghöchsten Vertreter der iranischen Nationalgarde. Er spielte dort nach Angaben eines iranischen Parlamentariers eine entscheidende Rolle bei der Koordination zwischen iranischen und syrischen Streitkräften. Unter anderem soll er die verschiedenen schiitischen Milizen befehligt haben, die auf Seiten Assads gegen die Rebellen und den IS kämpfen.

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